Zwei Jahre Nacht

Lesung & Gespräch – Damir Ovčina, Kad sam bio hodža (Zwei Jahre Nacht, Suhrkamp 2019) [bs/de]

Dienstag, 31.05.2022, 19.00 Uhr; Literaturhaus am Inn

Im Rahmen der Reihe "Der Bosnien-Krieg 30 Jahre danach: Perspektiven auf ein dialogisches Erinnern" des Instituts für Zeitgeschichte und des Osteuropazentrums der Universität Innsbruck in Kooperation mit ZeMiT/DAM (Zentrum für MigrantInnen in Tirol/Dokumentationsarchiv Migration Tirol)


Sarajevo, Mai 1992: Ein junger Mann verabredet sich zu einem Stelldichein im Stadtviertel Grbavica, das kurz darauf von serbischen Paramilitärs besetzt wird. Sein Name verrät den Besatzern, dass er einer "falschen" Ethnie angehört. Es folgen Monate der Zwangsarbeit. Er muss Leichen vergraben, Plünderungen unterstützen, Schützengräben ausheben – bis er sich schließlich wehrt und untertaucht. Nur mit Hilfe einer Nachbarin gelingt ihm das Überleben. Durch diese tröstende und zärtliche Binnengeschichte tritt der Autor den monotonen Grausamkeiten des Alltags, die seinen Roman primär beherrschen, entgegen.

Damir Ovčina: 1973 in Sarajevo geboren, studierte dort Literaturwissenschaft. Er ist Direktor einer Grundschule und Eigentümer des Verlags impruva. Ovčinas erster Roman Kad sam bio hodža (Zwei Jahre Nacht), den er gut zwanzig Jahre nach seinem schriftstellerischen Debüt veröffentlichte, wurde in Bosnien und Herzegowina gefeiert wie lange kein Buch mehr: Der Roman wurde 2016 mit dem Hasan-Kaimija-Preis für das beste Prosawerk des Landes sowie mit dem Mirko-Kovač-Preis, einem der wichtigsten Literaturpreise im südslawischen Raum, ausgezeichnet. Neueste Veröffentlichungen von Damir Ovčina sind auf impruva.ba zu finden.

Mascha Dabić: 1981 in Sarajevo geboren, lebt in Wien. Sie übersetzt Literatur aus dem Balkanraum und wurde mit mehreren Übersetzungsprämien der österreichischen Bundesregierung ausgezeichnet. 2017 erschien ihr Debütroman Reibungsverluste.

Lesung und Gespräch mit Damir Ovčina
Moderation: Andrea Zink (Institut für Slawistik, Universität Innsbruck)
Verdolmetschung: Mascha Dabić

Eine Veranstaltung des Instituts für Slawistik und dem Literaturhaus am Inn in Kooperation mit dem Osteuropazentrum und dem Institut für Zeitgeschichte

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