KOPF DES KAISERS TITUS
(Titus Flavius Vespasianus)

Inv.Nr. I/607

Rom, Vatikan, Braccio Nuovo

FO: Rom, 1828 beim Baptisterium des Lateran in einem Palast des Plautius Lateranus 

Höhe: 42 cm

Marmor

79-81 n. Chr.

Unser Abguß des Kopfes gehört zu einer beeindruckenden Togastatue des Kaisers und zeigt noch den obersten Saum des Mantels. Die gesamte Statue mißt 1,96 m. Dieses Porträt gilt als eines der besten des Kaisers. Kleine, unruhige, von vielen Fältchen umgebene Augen blicken aus einem feisten Gesicht, das durch den Mund mit der dicken Oberlippe einen sinnlichen Ausdruck erhält.

Titus, als Sohn von Kaiser Vespasian 39 n. Chr. in Rom geboren, erfreute sich bereits als Mitregent seines Vaters großer Beliebtheit. Er war gebildet, gescheit und wohlwollend. Sueton schreibt: "Titus... war der Liebling und die Freude des menschlichen Geschlechtes".

70 n. Chr. eroberte und zerstörte er Jerusalem. In Rom hinterläßt seine Zeit markante Spuren, wie den Titusbogen am Forum, der die Zerstörung Jerusalems preist, und die riesigen Thermen am Esquilin.

Der Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr., ein Großbrand und die Pest in Rom verdunkelten seine kurze Herrschaft. Dabei erwies er sich aber gegenüber der geplagten Bevölkerung als ein großzügiger, milder und hilfreicher Herrscher.

Literaturhinweise:

H. v. Heintze, in: Helbig I (1963) Nr. 417.- H. Bengtson, Die Flavier. Vespasian, Titus, Domitian. Geschichte eines römischen Kaiserhauses (1979).- G. Daltrop - U. Hausmann - M. Wegner, Die Flavier, Das römische Herrscherbild II 1(1966) 93 Taf. 11.

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Texte: Elisabeth Walde, Dietrich Feil; Photos: Jörg Moser; Gestaltung: Dietrich Feil;
© Institut für Archäologien / Klassische und Provinzialrömische Archäologie, Universität Innsbruck, 2003
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