Univ.-Ass. Mag.a Flavia Guerrini

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Institut für Erziehungswissenschaft
A-6020 INNSBRUCK – Liebeneggstr. 8
Zi.  02-10 (2. Stock)
Tel: 0043-512-507/40020
E-Mail:
flavia.guerrini@uibk.ac.at



Forschung

 

Besatzungskinder in Tirol
Individuelle Lebensgestaltung und intergenerationale Verarbeitung einer besonderen Herkunft.

Projektbeschreibung und Aufruf: Zeitzeug/innen gesucht 

In den vergangenen Jahren wurde in medialen Berichten, Publikationen und im Rahmen von unterschiedlichen Veranstaltungen auf die besonderen Lebensgeschichten von Menschen, deren Väter Angehörige der alliierten Truppen während der Zeit der Besatzung in Österreich (1945-1955) waren – den so genannten Besatzungskindern – hingewiesen. Dennoch sind ihre Biographien und Lebenssituationen in Tirol bislang weder ausreichend wissenschaftlich erforscht, noch im kollektiven historischen Gedächtnis verankert. Es kann davon ausgegangen werden, dass viele Besatzungskinder von einer mehrfachen individuellen wie strukturellen Diskriminierung betroffen waren: Als Kinder lediger Mütter standen sie unter Vormundschaft und Kontrolle des Jugendamtes, als „Kinder des Feindes“ waren sie von Stigmatisierung und Ausgrenzung bedroht. Mit dem Forschungsprojekte „Besatzungskinder in Tirol. Individuelle Lebensgestaltung und intergenerationale Verarbeitung einer besonderen Herkunft“ soll eine Beitrag dazu geleistet werden, diese Lücke ein Stück weit zu schließen.

Folgende Fragen stehen im Zentrum:

  • Wie verliefen die Biographien von Besatzungskindern, die in Tirol aufwuchsen?
  • Über welche Möglichkeiten der individuellen wie familiären Gestaltung der Lebensführung verfügten die Kinder und Jugendlichen sowie ihre elterlichen Bezugspersonen insbesondere im Falle jugendamtlicher Kontrolle und mehrfacher Diskriminierung?
  • Welche Bedeutung hat die Zugehörigkeit zur Gruppe der Besatzungskinder für die Biographien der Betroffenen?
  • Wie wird diese Herkunft von den Betroffenen und deren Familien über die Generationen hinweg verarbeitet?

Ziel des Projektes ist die Rekonstruktion der Lebensgeschichten von so genannten Besatzungskindern in Tirol mit besonderem Augenmerk auf die individuellen Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten sowie die familiäre Verarbeitung ihrer besonderen Herkunft über die Generationen hinweg.

Für das Projekt werden Zeitzeug/innen gesucht: Frauen und Männer, die im Zeitraum von 1946 bis 1956 als Kinder von Österreicherinnen und in Tirol stationierten amerikanischen, französischen und marokkanischen Truppenangehörigen geboren wurden und ihre Lebensgeschichte erzählen möchten werden gebeten, sich zu melden.

Kontakt:

Flavia Guerrini, Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck, Liebeneggstr. 8, 6020 Innsbruck
E-Mail:  flavia.guerrini@uibk.ac.at
Telefon:  0512 507 40020

 

 

Leitung und Bearbeitung des TWF-Projekts ‚Mangelnde Erziehung‘ und ‚Verwahrlosung‘ als diskursive Strategien im Österreichischen Fürsorgeerziehungsregime der 2. Republik. Eine Fallstudie am Beispiel Tirol 1945-1970 am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck (2014-2015)

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungszusammenhang Regime der Fürsorge. Geschichte der Heimerziehung in Tirol und Vorarlberg (1945-1990) am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck (2013-2015)

Projekthomepage: https://www.uibk.ac.at/iezw/heimgeschichteforschung/

Abschlussberichte:

Ralser Michaela, Bischoff Nora, Guerrini Flavia, Jost Christine, Leitner Ulrich und Reiterer Martina, Das System der Fürsorgeerziehung. Zur Genese, Transformation und Praxis der Jugendfürsorge und der Landeserziehungsheime in Tirol und Vorarlberg, Forschungsbericht (online einsehbar: http://www.uibk.ac.at/iezw/heimgeschichteforschung/dokumente/das-system-der-fuersorgeerziehung.pdf)

Ralser Michaela, Bischoff Nora, Guerrini Flavia, Jost Christine, Leitner Ulrich und Reiterer Martina, „Ich hasse diesen elenden Zwang“. Das Landeserziehungsheim für Mädchen und junge Frauen St. Martin in Schwaz, Forschungsbericht (online einsehbar: http://www.uibk.ac.at/iezw/heimgeschichteforschung/dokumente/das-landeserziehungsheim-fuer-maedchen-und-junge-frauen-st.-martin-in-schwaz_web.pdf)

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Geschichte der Vorarlberger und Tiroler Erziehungsheime und Fürsorgeerziehungsregime der 2. Republik. Quellenstudium und Entwicklung von Forschungsfragen am Institut für Erziehungswissenschaft an der Universität Innsbruck (2011-2012)

Abschlussbericht:

Ralser Michaela, Bechter Anneliese und Guerrini Flavia, Regime der Fürsorge. Eine Vorstudie zur Geschichte der Tiroler und Vorarlberger Erziehungsheime und Fürsorgeerziehungssysteme der Zweiten Republik (online einsehbar unter: https://www.uibk.ac.at/iezw/heimgeschichteforschung/dokumente/vorstudie.pdf)

Nach oben scrollen