Eine Universität mit Tradition und bewegter Geschichte

Damals wie heute ist die Universität eine tragende Säule der Tiroler Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

Die Bildungs- und Wirtschaftslage in Tirol im 17. Jahrhundert war trist: Wer zu dieser Zeit als Tiroler studieren wollte, musste nach Wien oder Freiburg ziehen. Zudem ging mit dem Aussterben der Tiroler Habsburger durch den Verlust des Hofes Wirtschaftskraft verloren.

Neue Impulse

Die Innsbrucker Regierung hat darauf reagiert und konnte einerseits die Bedenken in Wien gegen eine „Überproduktion“ von Akademikern durch eine neue Universität zerstreuen. Andererseits wurden die Aus- sichten auf eine wirtschaftliche Belebung dargestellt: „Die Aufrichtung einer Universität, ..., ist ein Gemeinnützliches, viel Geld im Land erhaltendes, auch mehr Barschaft hereinziehendes Werk.“ Die Regierung war um weitere Argumente nicht verlegen: Die gesunde Luft, besser „als in Italia temperieret“, das Aufeinandertreffen deutscher und italienischer Kultur und schließlich der „wolfaile“ Wein.

Leopold I. überzeugt

Am 15. Oktober 1669 genehmigte Leopold I. zur Freude der Innsbrucker die Einhebung von zwölf Kreuzern auf jedes in Tirol verkaufte Fuder (rund 16 kg) Hallersalz für die Finanzierung einer Landesuniversität. Schon damals standen die Einnahmen aus dem Salzaufschlag von 4300 Gulden den Ausgaben an Personal- und Sachaufwendungen von 7000 Gulden gegenüber. Von ihrer Gründung 1669 bis in die Gegenwart blieb die Universität somit von öffentlichen Mitteln abhängig und die Frage der Finanzierung sollte noch mehrmals eine entscheidende Rolle spielen.

Joseph II. wollte „Elite-Uni“

Am 29. November 1781 hob Joseph II. die Universität Innsbruck wieder auf und reduzierte sie auf ein Lyzeum (höhere Schule). Sein Schwerpunkt lag auf dem Ausbau des Volksschulwesens und er wollte seine Mittel auf die Förderung der Zentraluniversitäten in Wien und Prag konzentrieren: „Die Anzahl der des Lesens und Schreibens Lernenden muss so groß als möglich, Jener der auf höhere Studien sich verwendenden minder, und endlich Jener, die alle Studien der Universität frequentieren, nur die ausgesuchtesten Talente sein.“

Uni sperrt auf und zu

Im Jahr 1792 nahm die Universität Innsbruck unter Leopold II. wieder ihren vollen Lehrbetrieb auf. Mit Beginn des Tiroler Aufstandes (1809) griff die patriotische Begeisterung auf große Teile der Studentenschaft über. So kämpften viele Studierende an der Seite von Andreas Hofer. Nach dem Zusammenbruch wurde die Universität 1810 zum zweiten Mal aufgehoben. Erst nach der Wiedervereinigung von Tirol mit Österreich (1814) knüpfte Kaiser Franz I. die Neuerrichtung an die folgende, wenig populäre Voraussetzung: „Ja sag ich, sobald ich Geld seh.“

Die Haller Salzsteuer wurde bereits 1808 abgeschafft, daher wurde erst nach Vorliegen eines staatlichen Finanzierungsmodells 1826 die Restauration der neuen nunmehrigen Universität Innsbruck bewilligt. Seither wurde der Universitätsbetrieb nie mehr eingestellt und der Name ist der Universität Innsbruck bis heute erhalten geblieben.

Traditionsreiche Organisationen wie die Universität Innsbruck sind eine Summe ihrer Geschichten und Menschen, die sie nachhaltig mitgestaltet haben. Die Universität Innsbruck hat sich auch aufgrund ihrer bewegten Vergangenheit seit 1669 zu einer nationalen wie internationalen Top-Marke im Bereich Forschung und Lehre entwickelt.