Lehre von Johannes Hoff
Übersicht Lehrveranstaltungen:
SS 2026, WS 2025/26, SS 2025, WS 2024/25, SS 2024, WS 2023/24, SS 2023, WS 2022/23, SS 2022, WS 2021/22, SS 2021, WS 2020/21
Die Leitlinien von Hoffs Lehrtätigkeit sind das Ergebnis einer zweifachen Beobachtung: Viele Studierende bringen keinerlei Hintergrund an spiritueller Erfahrung mehr mit, noch kann vorausgesetzt werden, dass ihnen die basalen Lehren des christlichen Glaubensbekenntnisses vertraut sind, geschweige denn, dass diese als autoritativ anerkannt würden. Aus diesem Grund stützt sich Hoffs Lehre auf die philosophische Erschließung der philosophischen und theologischen Implikationen der christlichen Lebensform und der hierfür grundlegenden spirituellen Praktiken der Anbetung und des Lobpreises (Doxologie). Im Einklang mit dieser spirituellen Ausrichtung beginnen Hoffs Vorlesungen stets mit einer phänomenologischen Einführung in philosophische und religiöse Praktiken der Kontemplation im Allgemeinen und in die doxologischen Praktiken der biblischen und liturgischen Tradition im Besonderen. Didaktisch gesehen ergibt sich daraus das spezifische Anforderungsprofil seiner Lehrveranstaltungen: Sie fordern Studierenden ab, auf spirituell fundierte Weise über die philosophischen Implikationen christlichen Lebens selbständig nachzudenken – im Gegensatz zur nach wie vor weit verbreiteten Tendenz, vorformatiertes Lehrbuchwissen zu reproduzieren. Nach der Einführung von ChatGPT im Jahr 2022 hat sich diese Lehrmethode als vorteilhaft erwiesen, da sie Formen des Kompetenz- und Wissenserwerbs in den Vordergrund stellt, die durch die KI basierte Kuratierung elektronisch angesammelter Wissensarchive nicht ersetzt werden kann. Die kleinen Klassengrößen in Innsbruck sind hierbei ein zusätzlicher Vorteil, da sie ermöglichen, einen besonderen Schwerpunkt auf mündliche Prüfungen zu legen, die von der Einführung von LLMs unberührt bleiben.
Seit seiner Ankunft in Innsbruck im Jahr 2020 hat Hoff fast alle Trakte der Dogmatik unterrichtet und die traditionelle Lehre im Einklang mit dem oben genannten mystagogischen Ansatz und seiner jüngsten Forschung zur kulturelle Transformation des des 21. Jahrhunderts weiterentwickelt. Seine Vorlesungen zur klassischen Dogmatik legen einen besonderen Schwerpunkt auf die Traktate Dreifaltigkeit, Christologie, Schöpfung, Gnade, Eschatologie und Soteriologie. Bis zum akademischen Jahr 2025/26 hielt Hoff außerdem regelmäßig Vorlesungen zur Fundamentaltheologie, die umfangreiche Einheiten zur philosophischen Gotteslehre, zur Offenbarungstheologie und zur Ekklesiologie umfassten.
Hoffs mystagogische Transformation der angeführten Traktate baut auf den neuesten Forschungsergebnissen angloamerikanischen Ressourcement-Theologie und Philosophie sowie auf seinen eigenen Forschungsarbeiten zu den mystischen Quellen christlichen Denkens auf. Gleichzeitig tragen seine Vorlesungen zur systematischen Integration von Philosophie und Theologie bei, wie seine zweisprachige Vorlesung „Wissenschaftstheorie II“ für Doktorandinnen und Doktoranden zeigt. Dieses Programm ist Teil seines Engagements, die anachronistische, spätmittelalterliche Trennung zwischen Philosophie und Theologie bzw. Glauben und Wissen zu überwinden. Hoff hält zudem interdisziplinäre Vorlesungen am Digital Science Centre (DiSC) Innsbruck. Darüber hinaus hält er seit 2026 Vorlesungen und Seminare im interdisziplinären European Joint Master’s Program „Digital Society, Social Innovation and Global Citizenship“, der Teil des EURIDICE-Projekts ist.