em. Univ.-Prof.DDr. Gerhard LEIBOLD

seit 1.10.2012 emeritiert

Institut für Christliche Philosophie
Karl-Rahner-Platz 1
A-6020 Innsbruck

Tel.: +43 512 507-8523
Fax: +43 512 507-2736
E-mail: gerhard.leibold@uibk.ac.at

Sprechstunde: Nach Vereinbarung

Arbeitsschwerpunkte und Interessen

Meine Arbeitsschwerpunkte sind Philosophie und Theologie des Mittelalters sowie Erkenntnistheorie und Philosophiegeschichte des Altertums und des Mittelalters. - "Das Studium der scholastischen Philosophie ist schwierig schon wegen der Sprache. Die Ausdrücke der Scholastiker sind allerdings barbarisches Latein. [...] Es ist nun keinem Menschen zuzumuten, dass er diese Philosophie des Mittelalters aus Autopsie kenne, da sie ebenso umfassend als dürftig, schrecklich geschrieben und voluminös ist." So lautet das verächtliche Urteil Hegels über jene tausend Jahre unserer Geistesgeschichte vom 5. bis zum 15. Jahrhundert, über welche möglichst rasch hinwegzukommen, er "Siebenmeilenstiefel anlegen" wollte. - Die mittelalterliche Periode wurde bis ins 19. Jahrhundert als das sterile Intermezzo zwischen der griechisch-römischen Antike und der Neuen Zeit angesehen.

Heute tritt man dieser Epoche dank eines gründlichen Quellenstudiums mit weniger Vorurteilen gegenüber und hat gelernt, im mittelalterlichen Denken eine originelle Transformation der antiken Erbschaft zu sehen, die in Verbindung mit der christlichen Religion auf europäischem Boden eine Orientierung schuf, auf deren Basis sich der bis heutige gültige Universalismus der Vernunft herausbilden konnte. In dieser Linie ist meine Forschungsarbeit, besonders meine Editionstätigkeit, die von Prof. Vladimir Richter initiiert wurde, und die ich heute mit Kollegen in Innsbruck und München (Bayerische Akademie der Wissenschaften) weiterführe, zu sehen. 2011 ist die Publikation des ersten Teils des dritten Buchs des Sentenzenkommentars von Richard Fishacre erschienen (gem. mit H. Kraml und A. Eichinger).


Ein weiteres besonderes Anliegen ist mir die Pflege der Philosophie Wittgensteins.