Die Ausgewanderte
Roman

Erscheinungsdatum: Februar 2026
Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten
Preis: € 23,00
ISBN 978-3-903539-61-7
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Pressestimmen
Man meint oft, es fehle etwas bei einem Satz oder es passe etwa nicht hinein, aber wenn man ihn ein zweites Mal genau liest, merkt man, dass er gerade in seiner Kargheit, ja Nacktheit, stimmt. Es ist eben vieles einfacher als man es denkt; kurze, abrupte Sätze, stets wechselnde Gesichtspunkte und unverhoffte Einschübe sagen oft viel mehr aus als lange, wie stille Gewässer dahinfließende Satzperioden, wie wir sie aus Hunderten von schön linear geschriebenen Romanen kennen.
Christoph Ferber, Neue Südtiroler Tageszeitung
Wir haben das Meer lange gefürchtet, dann haben wir es lieben gelernt. Die Ausgewanderte wird Zeugin vieler Fluchtrouten. Bis zum Tod der Mutter im Hochtal auf dem Bergbauernhof harrt sie auf einer unwirtlichen Mittelmeerinsel aus. Dort wird ihr in einer Hafenbar von der jungen Alaa ihre Passage von Libyen auf die Mittelmeerinsel erzählt. Nach dem Vollbrand des Erbhofes führen sie weitere Reisen nach Westafrika, Michigan, an den Amazonas und zuletzt an die Themse. Doch der Vorwurf im Gesicht ihres Verdingherrn verfolgt sie überallhin. Bis die letzte Passage sie nach Dover führt – auch dort sieht sie die oft tödlich endenden Fluchtversuche der Migranten. Die einzige Stütze auf den Auswanderungsrouten liefern ihr zwei Weggefährten im Geiste: Ein schwermütiger Sizilianer und eine Neuseeländerin. Ein Versuch, die Magie des Meeres zu ergründen – mit Leuten, die auf ihm leben, die es gerettet hat, die in seine Tiefen blicken.
„Als der kleine Baum vor dem Fenster blühte und zugleich die Zitronen reiften. Das waren die hellen Jahre gewesen, als die Flucht auf die Insel im Mittelmeer gelungen war. Oben über der Meerenge lauerten die Sterne. Sie waren dicht gedrängt. Weit über den Wolken war der Himmel. Staub oder Safran schien auf das Meer zu rieseln und auf den Mandarinenbaum im Garten. Die Blüten der Bäume schlossen sich in der Kälte der Nacht. Wenn das Meer ausatmete, dufteten die Blüten nach Jasmin. Nicht einmal in der Nacht schliefen die Fährschiffe in der Stadt an der Meerenge. Bei Sturm hieß es dann im Morgengrauen La nave non è venuta … Die Nacht in der Stadt an der Meerenge war kurz. Weiß war der Wüstenhimmel. Dunkel lag die Wüste da unter dem Himmel, wo sich langsam Löwen bewegten in der Nacht mit Mähnen, die phosphoreszierten. Der Himmel über der Meerenge war eine Kuppel.“
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