Erwachsenen/Bildung zu Demokratie
Birge Krondorfer


Abstract

Sozialtechnokratisierung und Monetarisierung sind Indizien für die Dethematisierung einer emanzipatorischen Bildung. Ohne eine Idee von Widersprüchen und Widerstand wird Bildung zum Tausch- und Verwertbaren, zur Ware. Als Produkt wird sie gleichförmig und damit für Demokratiebildung untauglich.
Demgegenüber muss eine kritische Bildung "eine Sprache der Möglichkeiten erforschen, die riskante Gedanken denken kann und auf einen Punkt des Horizonts des 'Noch-Nicht' weist. Eine solche Sprache ist Bedingung für Positionen, sich eine andere Welt vorzustellen und dafür zu kämpfen. Eine Sprache moralischer und politischer Möglichkeiten ist mehr als ein Relikt des humanistischen Diskurses. Sie ist unverzichtbar, um die bestehende herrschaftliche Erzählung umgestalten zu können." (Henry Giroux)
Wird Bildung verstanden als offene Arbeit, die u.a. eigene und andere Weltanschauungen hinterfragt, so geht es um mehr als um Wissensanhäufung. Lehren wie Lernen sind Prozesse, die sich nicht auf ein intentionales Geschehen beschränken lassen. Die Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdbestimmung bedeutet Demokratielernen – Kritik an den gesellschaftspolitischen Umständen und an sich selbst. Eine feministische Bildungstheorie und -praxis muss die innerdisziplinären Festlegungen von Bildungskonzepten permanent zur Disposition stellen.
Bürger/in werden und Interesse an der Weltperspektive der Anderen sind Voraussetzungen für eine gelingende Demokratie.

 

Zur Person

Birge Krondorfer. Politische Philosophin und feministisch Tätige. Universitätslehre, Erwachsenenbildung, Vorträge, Publikationen, Herausgaben, Redaktionen in kritischer Perspektive zu Theorien und Praxen der Geschlechterverhältnisse. Mitgründerin und ehrenamtlich engagiert u.a. in der Bildungsstätte Frauenhetz/Wien, der AG Demokratie braucht Bildung und der Initiative Feministische Erwachsenenbildung.

 


Panel 25: Feministische Erwachsenenbildungsarbeit

Zeit: Samstag, 09. November, 09:30-11:00 Uhr
Raum: Seminarraum 2, Universitätsstraße 15, 1. Stock WEST

 

Veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung und der FP Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) in Kooperation mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck.

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