Queer-feministische Perspektiven zur aktuellen Krise der Demokratie und der Autoritarisierung von Politik und Gesellschaft
Gundula Ludwig


Abstract

Gegenwärtig lässt sich in Deutschland wie in vielen westlichen Gesellschaften eine vielschichtige Krise der Demokratie und eine Autoritarisierung von Politik und Gesellschaft beobachten. Die Ausgangsannahme des Vortrags liegt darin, dass diese Krise der Demokratie weder ausreichend erfasst werden kann, wenn der Fokus nur auf den Staat gelegt wird, noch, wenn der Blick nur auf rechte Parteien und Bewegungen gerichtet wird, die explizit für eine Autoritarisierung von Politik eintreten. Vielmehr haben wir es mit einer umfassenden Entdemokratisisierung von Staat und Gesellschaft zu tun, die mit einer tiefgreifenden und zugleich subtilen Entdemokratisierung auf der Ebene der Lebens- und Subjektivierungsweisen einhergeht.
Zu dieser Entdemokratisierung haben auch neoliberale Geschlechter- und sexuelle Politiken beigetragen. Neoliberale Geschlechter- und Sexualitätspolitiken führten zwar durchaus zu einem Abbau von Ungleichheit und zu individuellen Freiheitsgewinnen, zugleich aber haben sie ein Ideal von Gesellschaft in den Lebensweisen der Subjekte verankert, das auf zutiefst anti-demokratischen Momenten aufbaut: Auf Individualisierung, Ent-Pluralisierung und Ent-Solidarisierung. Diese tief in den Subjektivierungs- und Lebensweisen der Menschen eingeschriebenen anti-demokratischen Normen sollen im Vortrag als wichtige Voraussetzung für die gegenwärtige Autoritarisierung von Politik und Gesellschaft dechiffriert werden.

 

Zur Person

Dr. Gundula Ludwig (Universität Bremen), wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Interkulturelle und Internationale Studien der Universität Bremen im Arbeitsbereich Politische Theorie. Arbeitsschwerpunkte: Macht-, Subjekt-, Demokratie- und Staatstheorien aus queer-feministischer Perspektive; Körper- und Biopolitiken.

 


Panel 24: Queer-feministische Perspektiven auf Biopolitik, Geschlecht und (neue) Politiken des Körpers

Zeit: Samstag, 09. November 2019, 09:30-11:00 Uhr
Raum: Seminarraum 1, Universitätsstraße 15, 1. Stock WEST

 

Veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung und der FP Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) in Kooperation mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck.

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