Tatort: Zeitung – Medienethische Selbstregulierung als wirksames Instrument zur Vermeidung von diskriminierender Kriminalberichterstattung?
Birthe Carolina Dorn


Abstract

Wie steht es um den Schutz vor Diskriminierung und dessen Durchsetzbarkeit in einem Raum, der nur aus Selbstregulation zu bestehen scheint? Ein bekanntes Beispiel dafür sind die Medien: In Tageszeitungen werden regelmäßig Kriminalberichterstattungen veröffentlicht. Journalist*innen schildern auf Grundlage von Polizeiberichten Tatgeschehen; machen Angaben zu Opfern und Täter*innen. Dabei wird bei der Beschreibung von Täter*innen neben dem Geschlecht auch an nationale Herkunft, Sprache oder Hautfarbe angeknüpft. In diesem Zusammenhang entsteht ein Raum für die Produktion und Reproduktion von Vorurteilen und Stereotypisierung. Es drängt sich also die Frage auf: Werden Medien bei der Kriminalberichterstattung Grenzen gesetzt?
Der Vortrag untersucht, wo diskriminierende Kriminalberichterstattung beginnt und welchen Schutzumfang selbstverpflichtende Regelungswerke in Österreich bieten. Wie sehen die Rechtsschutzmöglichkeiten der Betroffenen aus – braucht es Nachbesserungen oder sogar weitere Regulierungsformate? Wird ein Wandel der Richtlinien in den Medien die gesellschaftliche Wahrnehmung und Definition von Stereotypen und Geschlechterverhältnissen beeinflussen?

 

Zur Person

Birthe Carolina Dorn, Dipl.-Jur.in, studierte Rechtswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Legal Gender Studies an der JKU Linz. Ihr Dissertationsprojekt ist in den Legal Gender Studies und der Rechtsgeschichte angesiedelt.

 


Panel 18: What's Law got to do with it? – Herausforderungen, Standpunkte und Diskurse im Antidiskriminierungsrecht

Zeit: Freitag, 08. November 2019, 14:00-16:00 Uhr
Raum: Hörsaal 1, Universitätsstraße 15, EG OST

 

Veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung und der FP Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) in Kooperation mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck.

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