"Anders Werden"
Gender und Diversity Trainings als ontoepistemologische Veränderungsprozesse
Kirstin Merlitsch


Abstract

Gender und Diversity Trainings setzen sich mit Diskriminierungsmechanismen auseinander mit der Intention, dass Teilnehmende sensibilisiert werden, Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt wahrzunehmen und anzuerkennen. Was aber genau bewirken Reflexionsprozesse im Rahmen von Gender und Diversity Trainings vor allem im Kontext von Bildungsinstitutionen? Und welche Effekte können Trainings im Sinne von ontoepistemlogischen Prozessen erzeugen?
In Praxishandbücher zu Gender und Diversity Trainings der letzten zwanzig Jahre im deutschsprachigen Raum werden für Trainings, die Gender und Diversitätskompetenzen befördern, oft Methoden der Perspektivenverschränkungen beschrieben. Die Frage, wie mittels Perspektivenverschränkungen Veränderungs- und Bewusstwerdungsprozesse initiiert werden können, wird vorerst mit Hegels Anerkennungsdialektik untersucht, um in einem weiteren Schritt mit Deleuze und Guattaris Konzept des Minoritär Werdens über die dialektische Bewegung hinauszugehen. Dabei wird die post- und dekoloniale Kritik an der hegelschen Herr-Knecht-Dialektik ebenso problematisiert wie auch das deleuzianische Konzept des Minoritär bzw. Frau Werdens. Es wird deutlich, dass durch Bewusstwerdungsprozesse entweder das eigene Selbstverständnis verstärkt oder eine andere "Haltung" erlangt werden kann, die ein Anders Werden bedeuten kann.

 

Zur Person

Mag.a Dr.in Kirstin Mertlitsch. Senior Scientist (Postdoc), Philosophin und Genderforscherin, Universitätszentrum für Frauen und Geschlechterforscherin an der Universität Klagenfurt.

 


Panel 23: Anders Werden - diesseits und jenseits der Institutionen

Zeit: Samstag, 09. November 2019, 09:30-11:00 Uhr
Raum: Hörsaal 3, Universitätsstraße 15, EG OST

 

Veranstaltet von der Österreichischen Gesellschaft für Geschlechterforschung und der FP Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) in Kooperation mit dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck.

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