Auf den Spuren der Kosaken in Osttirol.

Ein interdisziplinäres Dokumentationsprojekt zwischen Archäologie, Zeitgeschichte und Ethnologie.

 

Univ.-Prof. Dr. Harald Stadler (Inst. für Ur- und Frühgeschichte), V.Ass. Mag. Karl Berger (Inst. für Europäische Ethnologie) und Dr. Martin Kofler. 

 

Von Italien über den Plöckenpass kommend, gelangten im Mai 1945 etwa 25.000 Kosaken in den Lienzer Talboden. Die Einheiten hatten u auf der Seite der Deutschen Wehrmacht gegen Stalin und die Sowjetische Armee gekämpft. Die bedingungslose Kapitulation Deutschlands bedrohte sie mit dem Tod oder zumindest der Verbannung nach Sibirien. In der Gegend um Lienz aber glaubte man sich in Sicherheit, wurde das Gebiet doch von britischen Soldaten kontrolliert. Im Tross der Kosaken befanden sich auch Frauen, Kinder, alte Menschen und tausende Pferde. Die Bevölkerung reagierte 1945 angesichts der großen Zahl von Kosaken mit Angst und Furcht. Ende Mai 1945 wurden jedoch alle Kosaken interniert und an die Sowjetunion ausgeliefert. Im Zuge dieser „Repatriierung“ kam es zu dramatischen Szenen: Mütter stürzten sich mit ihren Kindern in die Hochwasser führende Drau, Väter erschossen zuerst ihre Kinder, dann sich selbst. Nur wenigen gelang die Flucht in die Wälder rund um Lienz. 

 

In interdisziplinärer Zusammenarbeit versuchten H. Stadler (Ur- und Frühgeschichte sowie Mittelalter- und Neuzeit-Archäologie), K. Berger (Europäische Ethnologie/ Volkskunde) und M. Kofler (Zeitgeschichte) diese als „Tragödie an der Drau“ bezeichneten Ereignisse, eines der düstersten Kapitel der unmittelbaren Nachkriegsgeschichte, zu beleuchten.

 

 

Interessierte sind herzlich eingeladen, Eintritt frei. 

Anfragen an: uni-club@uibk.ac.at

Wann: Dienstag, 22. November 2005,  19.30 Uhr.

Wo: Unterer Raiffeisensaal (Eingang Ursulinen-Passage), Innrain 7, 6020 Innsbruck. 

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