Projekt "Terminologiedatenbank Innsbruck 2012"

 

Die Idee zum Projekt entstand bereits vor mehreren Jahren aufgrund der Tatsache, dass im Bereich Sportorganisation zwar immer wieder übersetzt und gedolmetscht wird, die einschlägige Terminologie aber nur unzureichend erfasst  oder für Übersetzer und Dolmetscher kaum zugänglich ist. So gibt es zwar beispielsweise zweisprachige Wortlisten in Englisch und Französisch ohne jegliche Information über Bedeutung und Gebrauch (z.B. auf der Homepage der Olympiade in Salt Lake City) oder Terminologielisten von Verbänden, die nur intern zur Verfügung stehen, jedoch kaum allgemein zugängliche Online-Daten zur Terminologie der Wettkampforganisation. Am Institut für Translationswissenschaft der Universität Innsbruck wird schon seit vielen Jahren Terminologiearbeit im Rahmen von Diplomarbeiten betrieben. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in der Terminologiedatenbank des Instituts gespeichert, die seit 2005 in einer Webversion verfügbar ist.

 Der Grundstein für die vorliegende Terminologiesammlung wurde bereits vor  ca. acht Jahren gelegt, als die Winteruniversiade 2005 in Innsbruck vorbereitet wurde. Diese sportliche Großveranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Universität veranstaltet wurde, bot eine gute Möglichkeit, durch die Bereitstellung entsprechender Unterlagen einen Beitrag zur Verbesserung der Kommunikation im Bereich Sportorganisation zu leisten.

Im Vorfeld der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 wurde die Datenbank erweitert, um Sportfunktionären und Volunteers die Arbeit mit internationalen Athleten zu erleichtern.

Da das Programm der Jugend-Winterspiele auch die Sportart Rodeln umfasst, wurden die Daten für diese Sportart, die 2007 für die Sprachen Deutsch, Englisch und Italienisch und 2011 für Russisch erarbeitet wurden, in die vorliegende Datenbank integriert.

Die Datenbank stellt eine Kombination aus Terminologie- und Wissensdatenbank dar. Die Einträge enthalten nicht nur die Benennungen der Begriffe sowie Definitionen und Kontextbeispiele aus Regeltexten in den verschiedenen Sprachen, sondern auch Verweise auf Ober- und Unterbegriffe, durch die man per Mausklick feststellen kann, aus welchen Elementen sich die Gesamtnote beim Skispringen ergibt oder welche Bereiche und Anlagen sich im Stadionbereich beim Biathlon befinden.

 

An der vorliegenden Datenbank waren insgesamt 9  DiplomandInnen des Instituts für Translationswissenschaft beteiligt. Manuel Auer, Bruno Bassi, Bettina Conci, Regine Kastner, Sigrid Pichler und Helga Weirather erarbeiteten 2004 im Rahmen ihrer Diplomarbeiten die Terminologien der Schnee- und der Eissportarten sowie des Projektmanagements für Sport-Großveranstaltungen. Sandra Oberhauser, Pia Payer  und Birgit Siller waren 2011 für die Erweiterung der Datenbank auf die Sprache Englisch für die Eissportarten sowie für den neu erfassten Bereich Doping zuständig. 

Die Datenbank umfasst insgesamt 1116 deutsche Begriffe mit Definitionen und Kontextbelegen sowie Quellenangaben mit den Entsprechungen in den Fremdsprachen. Die Einträge verteilen sich wie folgt:

Schneesportarten (Biathlon, Langlauf, Ski Alpin, Skispringen + Nordische Kombination, Snowboard):

            409 Einträge in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch

Eissportarten (Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Short Track):

            176 Einträge in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch 

Rennrodeln (Kunst- und Naturbahn)

            158 Einträge in Deutsch, Englisch, Italienisch und Russisch

Doping

            275 Einträge in Deutsch,  Englisch und Französisch

Projektmanagement

            98 Einträge in Deutsch und Englisch

 

Bei der Erstellung der Datenbank wurden die wichtigsten Begriffe der Wettkampforganisation (Wettkampfstätte, Funktionäre, Ablauf der Wettkämpfe) in den einzelnen Sportarten zuerst in Deutsch erfasst und mit Definitionen und Kontextbeispielen (vorzugsweise aus den jeweiligen Regelwerken) belegt. In einem zweiten Schritt wurden die Entsprechungen in den Fremdsprachen (ebenfalls mit Definitionen und Kontexten) zusammengestellt. Für fachliche Unterstützung und Beratung danken wir vielen Funktionären der zuständigen nationalen und internationalen Verbände, durch deren Hilfe die fachliche Korrektheit und Aktualität der Daten gewährleistet werden kann.

 

Die Eingabe erfolgte in dem am Institut verwendeten Datenbank-Programm, welches auch den Export der Daten in Textverarbeitungsprogramme ermöglicht. Aus diesem Programm wurden die Daten exportiert und anschließend in die Webversion importiert. 

Die Daten stehen auch als Word-Dokumente bzw. als Kopiervorlage für jede Sportart und jedes Sprachenpaar zur Verfügung.