Karl Rahner Preis

Das Professorium der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Innsbruck begründete den Karl Rahner Preis im Jahr 1985. Heute wird der Preis von der Karl-Rahner-Stiftung mit Sitz in München verliehen. Der wissenschaftliche Beirat zur Sichtung eingereichter Arbeiten und zur Erstellung eines Vorschlags hat seinen Sitz nach wie vor in Innsbruck.

Der jährlich ausgeschriebene Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus den Bereichen christlicher Philosophie und Theologie. Preisgekrönte Arbeiten werden in der Reihe "Innsbrucker Theologische Studien" veröffentlicht. Eine Liste der Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre finden sie hier. Die Stiftung behält sich vor, den Preis nicht zu vergeben, sollte in einem Jahr keine preiswürdige Arbeit vorliegen.

Der Preis beinhaltet einen Zuschuss für die Drucklegung in den Innsbrucker Theologischen Studien. Die Veröffentlichung in den Innsbrucker Theologischen Studien ist verpflichtend.

Karl Rahner Preis 2021

Der Karl Rahner Preis 2021 wird heuer zwei Autoren zuerkannt: Aaron Langenfeld für seine Habilitationsschrift Frei im Geist. Studien zum Begriff direkter Proportionalität in pneumatologischer Absicht, und Hernán Rojas SJ für seine Dissertation „Wohin, Herr, willst Du mich bringen?“ Eine Theologie der Berufung im Gespräch mit Karl Rahner. Die Arbeiten beider Autoren weisen sowohl für die Erforschung des Werkes Karl Rahners als auch für die Entwicklung der Systematischen und Spirituellen Theologie ein außerordentlich innovatives Profil auf.

Aaron Langenfeld greift das vieldiskutierte Grundaxiom Karl Rahners auf, dass mit der Nähe zu Gott die Freiheit und Vollendung des Menschen wachse. Diese für die gesamte christliche Welt- und Menschensicht grundlegende Orientierung diskutiert er auf höchstem Niveau der aktuellen Debatten in Theologie und Philosophie. Er übersetzt das Anliegen Rahners in eine „transzendentale Pneumatologie“. Damit gelingt es ihm, das immer noch gegen Rahners These stehende Konkurrenzverhältnis von Gnade und Freiheit in seiner Wurzel zu widerlegen.

Hernán Rojas SJ legt in einer detailgenauen Aufarbeitung des Werkes Karl Rahners eine eigenständige Theologie der Berufung vor. Obwohl das Thema „Berufung“ nicht zu jenen Themen gehört, die Rahner explizit besonders bearbeitet hätte, wird in seiner umfassenden Arbeit deutlich, wie fruchtbar es ist, dieses Werk auf neue Themen hin zu befragen. Berufung erweist sich als jener Weg, auf dem sich ein Mensch in wachsender Hingabe und unverstelltem Dienst in Freiheit vollendet. Dieser Weg steht allen Menschen offen.

Beide Arbeiten legen auf unterschiedliche Weise die Grundmatrix der Theologie Karl Rahners frei: eine Christologie, die im Liebesgebot alle Wirklichkeit durchdringt.

Wie sehr das Werk Karl Rahners aus dem Charisma des Heiligen Ignatius lebt, legen beide Arbeiten überzeugend frei und plädieren nachdrücklich dafür, die spirituellen Wurzeln dieser Theologie nicht mehr zu ignorieren.

Ausschreibung des Karl Rahner Preises 2022 für theologische Forschung


Gemäß den Statuten der Karl-Rahner-Stiftung wird hiermit der Karl Rahner Preis für theologische Forschung für das Jahr 2022 ausgeschrieben.

Der Preis beinhaltet einen Zuschuss für Drucklegung einer bestqualifizierten Arbeit aus dem Gebiet der katholischen, einschließlich der ökumenischen Theologie in der Reihe „Innsbrucker Theologische Studien“ bis zum Höchstwert von €5.000. Es soll sich in der Regel handeln:

  • um eine Dissertation oder Habilitationsschrift,
  • die in deutscher oder englischer Sprache
  • mit einem Umfang zwischen 250 und 450 Seiten
  • in den letzten zwei Jahren vor dem Einreichungstermin fertig gestellt wurde.

Grundsätzlich förderungswürdig sind alle Untersuchungen; solche die in thematischer Beziehung zur Theologie Karl Rahners stehen, werden indes – ceteris paribus – mit Vorrang berücksichtigt.

Der Abgabetermin für die Einreichung ist der Geburtstag von Karl Rahner, der 5. März 2022.

Einzureichen sind:

  • zwei Ausdrucke der eingereichten Arbeit,
  • elektronische Kopien von:
    • der eingereichten Arbeit,
    • der Gutachten zur Promotion oder Habilitation,
    • im Falle von Änderungen eine Liste derselben seit  der Promotion bzw. Habilitation,
    • ein Abstrakt der Arbeit,
    • ein knapper Lebenslauf der Bewerberin oder des Bewerbers,
    • eine Bereitschaftserklärung, die Arbeit in den Innsbrucker Theologischen Studien zu veröffentlichen.

Die Unterlagen sollten übermittelt werden an:

Karl-Rahner-Stiftung
Wissenschaftlicher Beirat
Sillgasse 6
6020 Innsbruck
Austria

Die elektronischen Unterlagen können an das Sekretariat geschickt werden. In der Betreffzeile ist "Karl Rahner Preis" anzugeben.

Das Einreichen der Arbeit gilt als Erklärung zur Bereitschaft, bei der Drucklegung redaktionell mitzuarbeiten.

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