Sprachlernpartnerschaft

Bei einer Sprachlernpartnerschaft arbeiten zwei Personen mit unterschiedlicher Muttersprache zusammen. Sie lernen von- und miteinander die jeweilige fremde Sprache und erfahren mehr über das Land und die Kultur ihres Lernpartners/ihrer Lernpartnerin. Das Sprachenzentrum organisiert für Sie einen Sprachlernpartner/eine Sprachlernpartnerin.

Sprachlernpartnerschaft – Wie geht das?
Hier finden Sie einen Leitfaden, wie Sie die Lerntreffen gestalten können.


Leitfaden Sprachenlernpartnerschaft

Die Sprachlernpartnerschaft basiert auf zwei Prinzipien: 

1. Gegenseitigkeit: Die eine Hälfte der Zeit ist für die eine Sprache, die andere Hälfte der Zeit für die andere Sprache reserviert. Beide Lernpartner/Lernpartnerinnen sollen gleichermaßen von der Sprachlernpartnerschaft profitieren. Beide helfen dem jeweiligen Lernpartner/der Lernpartnerin, die gesteckten Lernziele zu erreichen.

2. Autonomie: Jeder/Jede ist für das eigene Lernen selbst verantwortlich. Das Prinzip wird auch als „selbstgesteuertes Lernen“ bezeichnet. Bei der Sprachlernpartnerschaft bestimmt jeder/jede selbst die Lerninhalte, den Lernort und wie viel gelernt werden soll. Der Lernpartner/Die Lernpartnerin unterstützt das Erreichen der selbst festgelegten Lernziele.

 

Das erste Treffen

Beim ersten Treffen steht das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund. Klären Sie aber auch gleich folgende zwei Punkte ab:

  1. Wann, wie oft, wie lange sollen die Lerntreffen stattfinden?

    Dies entscheiden die Lernpartner/Lernpartnerinnen selbst.
    Wichtig: Legen Sie zu Beginn des Treffens den Zeitrahmen genau fest und versuchen Sie, für beide Sprachen gleich viel Zeit zu investieren.
    Unsere Empfehlung:
    – mindestens einmal wöchentlich
    – pro Sprache mindestens 45 Minuten
    – ein Semester

  2. Wo sollen die Lerntreffen stattfinden? 

    Auch dies legen die Lernpartner/Lernpartnerinnen selbst fest.
    Unsere Empfehlung: An einem Ort, an dem Sie konzentriert arbeiten können, beispielsweise in der Mensa außerhalb der Essenzeiten oder in einem Café.



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Was ist meine Rolle als Lernender/Lernende?

Grundsätzlich spricht der Lernende/die Lernende in der Fremdsprache und der Lehrende/die Lehrende in der Muttersprache. Kurze Ausnahmen sollte es nur dann geben, wenn das der Lernende/die Lernende ausdrücklich wünscht.

Der Lernende/Die Lernende ist verantwortlich für die inhaltliche Schwerpunktsetzung und für die Wahl der Arbeitsform (Methode). Das bedeutet, dass sich der Lernende/die Lernende zunächst über die eigenen Sprachlernbedürfnisse bewusstwerden muss. Zum Beispiel: 

  • Wozu brauche ich die Fremdsprache (fürs Studium, für eine Reise, für den Beruf, etc.)?
  • Welche Kompetenzen sind mir wichtig (Sprechen, Schreiben, Lese- oder Hörverstehen, Grammatik, Wortschatz)?
  • Was ist mein konkretes Lernziel (z.B. Verbessern der mündlichen Kompetenz, etwa für den Urlaub oder als Vorbereitung fürs Studium; Verbessern der rezeptiven Kompetenzen, etwa das Verstehen von fremdsprachigen Filmen, Zeitungsartikeln oder anderen Texten; die Vorbereitung einer mündlichen Präsentation; eine Hilfestellung bei Grammatikfragen)?

Meine Vorbereitung als Lernender/Lernende 

  • Der Lernende/Die Lernende legt den inhaltlichen Schwerpunkt des jeweiligen Treffens im Vorhinein fest.
  • Der Lernende/Die Lernende überlegt genau, welche Fragen er/sie an den Lernpartner/die Lernpartnerin hat.
  • Der Lernende/Die Lernende bringt allenfalls selbst Lernmaterialien mit (z.B. Zeitungsartikel, Werbetexte, Videoausschnitte, Ideen für Schreibanlässe ...).

Kontrolle meines Lernfortschritts 

Um Ihren Lernfortschritt zu kontrollieren, empfehlen wir Ihnen, sich zu Beginn der Sprachlernpartnerschaft Ihr Lernziel schriftlich festzulegen. Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abschnitten Ihren Lernfortschritt. Hilfsmittel dafür kann die Checkliste zur Selbsteinschätzung des Europäischen Sprachenportfolios sein. Sie können Ihren Lernfortschritt aber auch dokumentieren, indem Sie ein Lerntagebuch führen.

 

Was ist meine Rolle als Lehrender/Lehrende?

Prinzipiell ist keine Vorbereitung notwendig, da der Lernende/die Lernende für den Ablauf des Treffens verantwortlich ist. Falls Sie als Lehrender/Lehrende über hilfreiche Materialien verfügen, können Sie diese natürlich miteinbringen.

Der Lehrende/Die Lehrende richtet sich nach den Lernbedürfnissen und der Themenwahl des Gegenübers und leistet Hilfestellung, indem er/sie beispielsweise 

  • Wortschatz-, Verständnis- oder Grammatikfragen klärt
  • Rückmeldungen zu sprachlichen Äußerungen (mündlich/schriftlich) oder gemachten Übungen gibt
  • den Lernstoff abfragt
  • Informationen zum Herkunftsland gibt.

Fehlerkorrektur
Wie die Korrektur von Fehlern erfolgt, entscheiden die Lernpartner/die Lernpartnerinnen.
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten der Korrektur, zum Beispiel: 

  • Hinweis auf Fehler während des Gesprächs; dies kann sinnvoll sein, unterbricht jedoch die Kommunikation.
  • Notieren des Fehlers und Besprechen der Fehler am Ende des Gesprächs bzw. der Gesprächsphase.
  • Während des Gespräch werden Fehler korrekt wiederholt, ohne jedoch auf die Fehler explizit einzugehen.

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