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Über das Forschungsprojekt "Gesichter der Migration"

Erol Yildiz stellt das Projekt „Gesichter der Migration. Jugendliche aus Tirol erforschen gemeinsam ihre familiale Migrationsgeschichte“ vor und erzählt, warum SchülerInnen zur Erforschung von Migrationsgeschichten einen wichtigen Beitrag leisten können.

Gesichter der Migration – ein Forschungsprojekt mit Jugendlichen

Im 2017 gestarteten Sparkling Science-Projekt „Gesichter der Migration“ erforschen Jugendliche aus Tirol gemeinsam mit WissenschaftlerInnen der Universität Innsbruck ihre familiären Migrationsgeschichten. Das Projekt zielt darauf ab neue Horizonte zu eröffnen sowie bisher unsichtbares Wissen und Potentiale zutage zu fördern: Wie sind Menschen in familiäre und andere grenzüberschreitende Netzwerke eingebunden? Wie bewegen sie sich in transnationalen Räumen? Wie kombinieren sie Unterschiedliches miteinander und entwickeln daraus ihre eigenen Lebensentwürfe? Diesen Fragen gehen die WissenschaftlerInnen gemeinsam mit SchülerInnen der UNESCO NMS Gabelsberger aus Innsbruck/Pradl sowie der NMS Vorderes Stubai aus Fulpmes nach. Dabei werden die Jugendlichen als ExpertInnen ihrer Lebenspraxis wahrgenommen und in den gesamten Forschungsprozess aktiv mit einbezogen: Sie entwickeln ihre eigenen Forschungsfragen, die sie dann anhand offener Interviews mit ihren Eltern und Verwandten führen. Darüber hinaus suchen die Jugendlichen mittels ethnografischer Feldforschung nach Spuren von Migration in den einzelnen Stadtteilen und machen diese sichtbar.
Sie können mit einem unvoreingenommenen Blick auf Alltagspraxis und Familiengeschichten vielgestaltige Lebenswirklichkeiten entdecken und Geschichten erzählen, die Migrationsbewegungen in einem anderen Licht zeigen. Aus wissenschaftlicher Sicht wird  danach gefragt, wie Migrationserfahrungen in den einzelnen Familien wahrgenommen und bewertet werden und ob über Migration ein Wissen bzw. Bewusstsein vorhanden ist. Ausgehend von den Erkenntnissen der Forschung organisieren die Forschenden gemeinsam mit den Jugendlichen eine Ausstellung und eine Tagung an der Universität Innsbruck.

Mit diesem Projekt wird somit einerseits ein wichtiger Beitrag zur Erforschung familiärer Migrationsgeschichten und Stadtgeschichten geleistet. Andererseits können die generierenden Wissensformen dazu dienen, ein anderes Bewusstsein über Migration und Diversität vor Ort zu schaffen.

Sparkling Science – wenn Schule und Wissenschaft gemeinsam forschen

Sparkling Science ist ein Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW), das hochwertige Forschung mit voruniversitärer Nachwuchsförderung verbindet, indem WissenschafterInnen Seite an Seite mit SchülerInnen an aktuellen Forschungsfragen arbeiten.

Im Rahmen der 6. Ausschreibung waren von 15. Juni bis 30. September 2016 alle Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen eingeladen, gemeinsam mit Schulen Anträge zur Förderung von Forschungsvorhaben einzureichen. Diesem Aufruf folgend wurden 293 gültige Anträge im Programmbüro, das beim OeAD angesiedelt ist, eingereicht.

Alle eingereichten Anträge wurden in den letzten Monaten von mindestens drei unabhängigen WissenschaftlerInnen und PädagogInnen begutachtet. Im Rahmen einer Sitzung des wissenschaftlichen Kuratoriums wurden aufgrund dieser Gutachten 38 Projekte zur Förderung empfohlen. Die Projekte sind sehr breit gefächert und decken alle wissenschaftlichen Disziplinen - von Naturwissenschaften, Technik und Informatik, über Medizin und Gesundheit, bis hin zu Sozial- und Geisteswissenschaften - ab.
Das Projekt "Gesichter der Migration. Jugendliche aus Tirol erforschen gemeinsam ihre familiale Migrationsgeschichte" wurde als förderungswürdig eingestuft.

Insgesamt stehen 6,5 Millionen Euro zur Förderung der exzellentesten Projekte zur Verfügung.

 


Bildergalerie

 

 

Erol Yildiz
© Sissi Furgler Fotografie

Erol Yildiz ist seit 2014 Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt „Migration und Bildung“ am Institut für Erziehungswissenschaft der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Innsbruck.

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