Forschungszentrum HiMAT

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Die Geschichte des Bergbaus in Tirol und seinen angrenzenden Gebieten

Das Forschungszentrum HiMAT (History of Mining Activities in Tyrol and adjacent areas – impact on environment and human societies) wurde 2012 an der Universität Innsbruck eingerichtet und ist aus einem vom FWF geförderten Spezialforschungsbereich hervorgegangen. Das Forschungsprogramm setzt sich mit den Auswirkungen des Bergbaus auf die Kulturen und die Umwelt im Alpenraum vom Neolithikum bis in die Neuzeit auseinander. Beteiligt sind international ausgewiesene ExpertInnen aus verschiedenen historischen Wissenschaften sowie aus zahlreichen natur- und ingenieurswissenschaftlichen Disziplinen, wobei die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses ein besonderes Anliegen ist. Im Rahmen eines interdisziplinären Netzwerkes mit internationaler Beteiligung werden die Entwicklungsphasen des Montanwesens im mittleren Alpenraum systematisch untersucht.

Leitung

Assoz.-Prof. Dr. Gert Goldenberg
Universität Innsbruck, Institut für Archäologien
6020 Innsbruck, Austria

Stellvertreter: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Klaus Hanke
Universität Innsbruck, Institut für Grundlagen der Technischen Wissenschaften, AB Vermessung und Geoinformation


Übersicht

Das FZ HiMAT versteht sich als ein breit aufgestelltes interdisziplinäres Forschungsteam zum Thema Bergbaugeschichte. Die wissenschaftlichen Fragestellungen beinhalten die Charakterisierung von alpinen Rohstoffvorkommen sowie Untersuchungen zu technik-, wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Entwicklungen und Errungenschaften im Bereich des Montanwesens. Zur Anwendung kommen archäologische, historische, ethnologische und linguistische sowie natur- und ingenieurswissenschaftliche Methoden. Berücksichtigt werden Beginn, Dauer und Intensität von Bergbauaktivitäten, Subsistenzfragen, Besiedlungsgeschichte und wirtschafts- und herrschaftspolitische Verhältnisse im Umfeld der Montanbetriebe sowie Umweltfaktoren.

Die Alpen weisen aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte ein großes Potential mineralischer Rohstoffe auf. Schon in der Mittel- und Jungsteinzeit hat der Mensch diese wertvollen Ressourcen für sich genutzt und bestimmte Gesteine und Minerale gewonnen und zu Werkzeugen, Waffen und anderen Gütern verarbeitet. Die Einführung der Metallurgie in das prähistorische Europa führte zu substantiellen Veränderungen in den Bereichen Kultur und Umwelt. In den Ostalpen entstanden im 2. und frühen 1. Jahrtausend v. Chr. überregional bedeutende Produktionszentren für Metalle, insbesondere Kupfer. Signifikante technologische und strukturelle Ähnlichkeiten belegen einen über lokale Talschaften weit hinausgehenden Kommunikations- und Wirtschaftsraum. Archäometrische Provenienzstudien zeigen zeitliche Schwerpunkte bei der Verwendung unterschiedlicher Kupfersorten, die mit Aufstieg und Niedergang von Montanrevieren einhergehen. In der Bronzezeit erreichte die Kupferproduktion stellenweise „frühindustriellen“ Charakter.

Vergleichbare Verhältnisse entwickelten sich erneut im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Im Nordtiroler Unterinntal rückte neben dem Kupfer das hier aus dem gleichen Erz gewinnbare Silber in den Vordergrund des wirtschaftlichen Interesses. In der Folge wurde die Silberregion Schwaz als „Mutter aller Bergwerke“ weit über die Ländergrenzen bekannt.

Die Forschungsschwerpunkte des FZ HiMAT konzentrieren sich auf den Tiroler Raum und angrenzende Gebiete. Im Fokus stehen die Gewinnung und Nutzbarmachung von Mineralen und Gesteinen wie Silex (Hornstein, Radiolarit), Bergkristall, Speckstein (Lavez) sowie von Metallerzen (Fahlerz, Kupferkies) zur Produktion von Kupfer bzw. Silber. Auf internationaler Ebene wird eng mit externen Forschungseinrichtungen kooperiert, um gemeinsam Modelle zur zeitlichen und räumlichen Dynamik des alpinen Montanwesens und seinen Einfluss auf den europäischen Markt zu entwickeln.

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Die Seite befindet sich derzeit im Neuaufbau. Die HiMAT-Homepage bis 2016 ist in der Rubrik "Archiv" auffindbar.