Forschungszentrum Europakonzeptionen

Leiter/in

Univ.-Prof. Dr. Stefan Ehrenpreis (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)

Stellvertretende/r Leiter/in

Dr. Stella Lange, BA MA (Institut für Romanistik)

Forschungsziele

Das Forschungszentrum „Europakonzeptionen“ will zu einer wissenschaftlichen Aufklärung über langfristig entstandene und bis heute wirksame Vorstellungen und Wahrnehmungen von Europa beitragen. Sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas entstanden Bilder des Kontinents und soziale Praktiken seiner Lebenswelten, die zur Wirklichkeit von Politik, Ökonomie, Lebensalltag und Mentalitäten europäischer Gesellschaften gehörten und gehören. Wahrnehmungen inner- und außereuropäischer Beobachter, Praktiken der sozialen Ordnung des europäischen Raumes, transnationale Netzwerke und Kommunikationsformen  sowie Entwürfe  unterschiedlicher Akteure zu dem, was Europa ist oder sein sollte, prägten die Sichtweisen und Perspektiven auf den Kontinent.

Wichtige Grundelemente dieser Sichtweisen waren und sind:

  • Konstruktionen der geographisch-politischen Grenzen Europas
  • Konstruktionen von Zentren und Peripherien Europas
  • Konstruktionen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der europäischen Nationen und Gesellschaften
  • Definitionen  von und Perspektiven auf Europa aus außereuropäischen Räumen und Sichtweisen
  • Definitionen von nationalen gegenüber europäischen Identitäten
  • soziale Praktiken, die zu ihren Zwecken europäische Räume konstruierten (z.B. Kaufmannstätigkeiten, Bildungsreisen)

Das Forschungszentrum wird die Entstehung dieser Narrative und Praktiken als auch ihren Wandel, ihre Rezeption und Verbreitung in Vergangenheit und Gegenwart untersuchen. Perspektiven, Konzepte und Praktiken  führten zu unterschiedlichen „mental maps“ Europas, die Einheit und Vielfalt des Kontinents differenziert konstruierten. Die geprägten und verbreiteten Sichtweisen Europas lassen sich als populäre Erzählungen verstehen, dienten aber auch als Folie für politische Ideologien und gesellschaftliche Ordnungsentwürfe. Auch der Gebrauch der Europakonzeptionen wird daher zu den Untersuchungsfeldern gehören und kritisch betrachtet werden. Neben Texten werden auch visuelle und künstlerisch-ästhetische Quellen genutzt und so die Zusammenarbeit der „Buchwissenschaften“ mit den „Bildwissenschaften“ in Innsbruck systematisch gestärkt.

Beteiligte Organisationseinheiten

Homepage

Wird in Kürze bekanntgegeben.