Doktoratskolleg Dynamiken von Ungleichheit und Differenz im Zeitalter der Globalisierung

Sprecher

Univ.-Prof. Mag. Dr. Dirk Rupnow (Institut für Zeitgeschichte)

Stellvertretende Sprecherin

assoz. Univ.-Prof. Dr. Silke Meyer (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)

Referentin / Management

Mag. Matthias Hoernes (FSP Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte)

Faculty Members

  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Monika Dannerer, Institut für Germanistik
  • Univ.-Prof. Dr. Nikita Dhawan, Institut für Politikwissenschaft
  • FH-Prof. Dr. habil. Bela Gebrewold, MCI / Social Work, Social Policy & Management (assoziiert)
  • Univ.-Prof. Dr. Timo Heimerdinger, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Manfred Kienpointner, Institut für Sprachen und Literaturen
  • Univ.-Prof. Mag. Dr. Birgit Mertz-Baumgartner, Institut für Romanistik
  • assoz. Prof. MMag. Dr. Andreas Th. Müller, Institut für Europarecht und Völkerrecht
  • assoz. Prof. Mag. Dr. Andreas Oberprantacher, Institut für Philosophie
  • Univ.-Prof. Dr. Gilles Reckinger, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
  • Univ.-Prof. Dr. Erol Yildiz, Institut für Erziehungswissenschaft

Zielsetzung

Ungleichheit und Differenz sind soziale Tatsachen in allen Gesellschaften, sie prägen das Zusammenleben jedoch in unterschiedlichem Ausmaß. Ungleichheit und Differenz sind das Ergebnis sozialer Aushandlungsprozesse, in denen Zugang zu und Verfügungsrechte über materielle und immaterielle Ressourcen verteilt werden. Dabei verschränken sich vertikale und horizontale Disparitäten miteinander: Vertikale Ungleichheit umfasst ökonomische Unterschiede bei Einkommen und Vermögen und einen variierenden Zugang zu Produktionsmitteln, Arbeitsmarkt, Kapital, Kredit und Leistungen des Sozialstaats (z.B. Bildung und Gesundheit). Zu Differenz als einer horizontalen Disparität zählen die unterschiedlichen Möglichkeiten gesellschaftlicher Zugehörigkeit und sozialer Teilhabe, die sich aus Nationalität, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Alter oder Sprache ergeben. Beide Formen überlagern, verstärken (und schwächen) sich jedoch intersektional in den Achsen globaler Exklusions- und Inklusionsmechanismen wie Rassismus, Linguizismus, Geschlechter- und Klassenverhältnissen, die sich in entsprechenden regionalen Prozessen spiegeln.

Migration und Mobilität stellen wesentliche Kontexte für gesellschaftlich produzierte und reproduzierte Ungleichheit und Differenz dar. Sowohl die soziale und ökonomische Entwicklung von Nationalstaaten als auch die Alltagserfahrungen der Menschen sind von ihnen beeinflusst. Grenz- und Migrationsregime gestalten Übergänge und Aufnahmebedingungen und sind Ausgangspunkt von gesellschaftlicher Pluralität. Im Zeitalter der Globalisierung ist eine solche Pluralität nicht per se Ausnahmezustand, sondern auch post-migrantische Normalität. Migration wird damit zu einer wichtigen Perspektive auf gesellschaftlichen Wandel im globalen wie regionalen Zusammenhang.

Innsbruck bietet einen besonders geeigneten Standort, um Verhältnisse von Ungleichheit und Differenz mit einem Fokus auf Migration und Mobilität kritisch zu erörtern, weil es sich an der Schwelle eines europäischen Nord-Süd-Gefälles, d.h. an der Schnittstelle diverser diskursiver Logiken, Rechtfertigungsimperative sowie kultureller Traditionen befindet. Die für das Selbstverständnis von Europa zentrale Brenner-Route bezeichnet in diesem Sinn sowohl die Gefahr destruktiver Grenzmanöver, als auch die Chance kreativer Passagen. In diesem spannungsgeladenen Kontext kann die Universität Innsbruck einen wichtigen Beitrag leisten, um gegenwärtige Transitionen begrifflich zu vermitteln.

Ungleichheit und Differenz ist ein breit gefächertes Phänomen und soll im DK entsprechend multi- und interdisziplinär betrachtet werden. Beteiligt ist eine Vielzahl von Fächern an fünf Fakultäten der Universität Innsbruck: Erziehungswissenschaft, Europäische Ethnologie, Geschichtswissenschaften, Literaturwissenschaft, Philosophie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaften, Sprachwissenschaft. Dar-über hinaus gibt es vielfältige Bezüge zu weiteren Fächern. Das MCI (Social Work, Social Policy & Management) wird eingebunden. Kohärenz wird dabei einerseits methodologisch hergestellt, z.B. durch vergleichende Verfahren in Gegenwartsstudien und historischen Analysen, andererseits durch die regelmäßige Zusammenarbeit von Lehrenden und KollegiatInnen in unterschiedlichen Formaten.

Das DK ist eng angebunden an den Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte", die interfakultäre Forschungsplattform Geschlechterforschung und die Forschungszentren „Migration & Globalisierung" sowie „Kulturen in Kontakt". Sein Ziel ist es, DoktorandInnen optimale Rahmenbedingungen während der Arbeit an ihrer Dissertation zu bieten, interdisziplinären Austausch sicherzustellen und ihre internationale Vernetzung zu fördern. Außerdem soll das DK die Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen vor Ort verstärken und die spezifischen Kompetenzen am Standort Innsbruck nach außen sichtbar machen.

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1669 Wissenschafft Gesellschafft