Doktoratskolleg Austrian Studies

Leiter

Univ.-Prof. Mag. Dr. Kurt Scharr (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)

Stellvertretende Leiterinnen

Ao. Univ.-Prof. Dr. Sieglinde Klettenhammer (Institut für Germanistik)

Univ.-Prof. Dr. Ulrike Tanzer (Forschungsinstitut Brenner-Archiv)

Vernetzungs- & Raumebenen. Doktoratskolleg Austrian Studies. © Universität InnsbruckDissertanten / Themen

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Aktuelles

Programm Wintersemester 2017/18

19.1.2018, 1. Präsentationstermin & Führung Brenner-Archiv

Photos Maria Waldrast

Archiv

21.11.2017, Institut für Musikwissenschaft
Gregor Kokorz
Plurale Musikkulturen in Triest im 19. Jahrhundert
Einladung zum Vortrag


15.11.2017, Archiv für Baukunst

Vortrag Uwe Bresan - Exposé

Einladung zum Vortrag
Bildergalerie

Statuten

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Zielsetzung

Ein Doktoratskolleg für Österreich-Studien (mit der mittelfristigen Perspektive eines gleichnamigen Zentrums) will zunächst eine universitätsinterne interdisziplinäre Plattform der Zusammenarbeit bereitstellen, als Basis gemeinsamer Lehre und Forschung. Als zentrale Kriterien für die Kooperationen entscheidend sind hier vorerst der davon berührte Raum, seine Geschichte und die kulturellen Phänomene. Insofern wird das im Titel genannte ‚Austrian‘ als von unterschiedlichen Gesellschaften produzierter ,Kulturraum’ entlang der Zeitachse von Heiligen Römischen Reich, über die Habsburgermonarchie bis in die unmittelbare Gegenwart der Zweiten Republik verstanden.

Forschungsperspektiven und -inhalte

1998 legte der Salzburger Schriftsteller, Essayist und Kritiker Karl-Markus Gauß ein Buch vor mit dem Titel Ins unentdeckte Österreich. Nachrufe und Attacken. Darin hält er den Verklärern wie den Verächtern Österreichs einen ausgeprägten Hang zur Geschichtslosigkeit bzw. zur Geschichtsverleugnung vor. Die Zeile des Österreich-Gedichts von Gerhard Fritsch, „ein Landstrich von dem die Geschichte Abschied genommen hat“[1] wird nach Gauß zum Land, das von seiner Geschichte Abschied genommen hat. Gauß hatte auf die markanten Wendepunkte der österreichischen Entwicklung, nämlich die Causa Waldheim und den EU-Beitritt mit zwei Pamphleten reagiert. Während das Schweigen über die Zeit des Nationalsozialismus mittlerweile gebrochen sei, dauere das Schweigen über die letzten Jahrzehnte der Habsburger-Monarchie an. Gauß geht es hier um das verspielte Erbe und das verratene Vermächtnis der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sein Befund deckt sich mit den jüngst erschienenen Thesen des amerikanischen Historikers Pieter M. Judson, der an den bislang gängigen Deutungen des Habsburgerreiches rüttelt.

Die Forschung hat sich in den vergangenen dreißig Jahren intensiv mit dem Habsburgerreich und seinem Erbe auseinandergesetzt und dabei eingefahrene Ansichten z.T. gründlich revidiert. In groß angelegten Forschungsprojekten wurden etwa die Wiener Moderne, postkoloniale Strukturen der Habsburger-Monarchie und die Konstruktionen von Identitäten im Mitteleuropa des 20. Jahrhunderts untersucht. Das DK „Austrian Studies“ knüpft hier an und versucht den mit „Österreich“ bezeichneten Kulturraum, der jedoch nicht zwangsläufig mit der heutigen Republik deckungsgleich ist, einerseits räumlich mehrdimensional (europäisch, mitteleuropäisch, national und regional) sowie andererseits aus bewusst unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen heraus zu fassen.

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Das Forschungsfeld „Austrian Studies“ soll im DK interdisziplinär betrachtet werden. Beteiligt ist eine Vielzahl von Fächern aus fünf Fakultäten der Universität Innsbruck: Geschichtswissenschaften, Literaturwissenschaften, Philosophie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Architektur, Geographie und Rechtswissenschaft. Kohärenz wird thematisch und durch die regelmäßige Zusammenarbeit von Lehrenden wie KollegatInnen in unterschiedlichen Formaten hergestellt. 

Das DK ist eng angebunden an den Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“, die Forschungszentren „Digital Humanities“, „Europakonzeptionen“ und „Migration und Globalisierung“. Sein Ziel ist es, DoktorandInnen optimale Rahmenbedingungen während der Arbeit an ihrer Dissertation zu bieten, interdisziplinären Austausch sicherzustellen und die internationale Vernetzung aller Beteiligten, v. a. aber der DoktorandInnen, zu fördern. Außerdem soll das DK die Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen vor Ort verstärken und gezielt spezifische Kompetenzen am Standort Innsbruck nach außen sichtbar machen.  

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[1] Gerhard Fritsch (1989): Österreich. In: Lächelnd über seine Bestatter. Österreich. Lesebuch. Von 1900 bis heute. Hrsg. v. Ulrich Weinzierl, München, S. 359-361. 

Faculty Members

Wissenschaftlicher Beirat

  • Hansen-Kokoruš Renate, Univ.-Prof. Dr. (Universität Graz)
  • Heppner Harald, Ao. Univ.-Prof. Dr. i.R. (Graz)
  • Judson Pieter M., Univ.-Prof. Dr. (Florenz, Italien)
  • Lützeler Paul Michael, Univ.-Prof. Dr. (St. Louis, USA)
  • Mazohl Brigitte em. Ord. Univ.-Prof. Dr. (Universität Innsbruck, ÖAW)

 

Homepage

 

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