Das Griechische NT im Internet

Patrick Rogers hat eine Internetseite mit biblischen Texten und verwandten Ressourcen zusammengestellt. Darunter finden sich auch viele alttestamentliche und neutestamentliche Apokryphen. Die meisten dieser Texte verwenden eine englische Übersetzung. Der Text des Neuen Testaments allerdings existiert auf Griechisch und entspricht der Ausgabe von Nestle-Aland in der 27. Auflage ohne den textkritischen Apparat. Für eine schnelle und unkomplizierte Referenz kann dies hilfreich sein.

Bibelprogramme: Logos oder Accordance?

Zwei Bibelprogramme konkurrieren miteinander um den akademischen Markt: Accordance, und LogosIm Leseraum findet sich eine etwas ältere Rezension verschiedener Bibelprogramme für Windows mit wissenschaftlichem Akzent, eine Rezension von Accordance ist ebenfalls verfügbar. Eine Rezension der neueren Logos software findet sich hier. Das in den Rezensionen erwähnte Bibleworks wird ab dem 15. Juni 2018 nicht mehr verkauft. Logos und Accordance existieren für Windows und MacOS.

Grundsätzlich sind Accordance und Logos auf die exegetische Arbeit mit Bibeltexten zugeschnitten. Daneben gibt es viele Ausgaben von Texten in den Originalsprachen, Lexika, Kommentare und visuelle Materialien. Die Herangehensweise an die Analyse solcher Texte unterscheidet die Programme allerdings wesentlich. Accordance ist bei linguistischen oder morphologischen Suchen erheblich schneller und flexibler. Zudem sind einige Textmodule in Logos weniger sorgfältig kodiert, so dass die Suchen gelegentlich unzuverlässig sein können. Allerdings wird dies nach und nach behoben.

Beide Bibelprogramme bieten auch eine erhebliche Auswahl an Sekundärliteratur wie Kommentare oder Lexika an. Hier hat Logos die Nase vorn. Zudem konzentriert sich Logos auch auf den deutschen Markt. Hier werden laufend neue Ressourcen in deutscher Sprache produziert, darunter sprachliche Hilfsmittel und Kommentare. Accordance hingegen konzentriert sich weitgehend auf den englischsprachigen Markt.

Accordance ist in der Flexibilität der Zusammenstellung von Paketen stärker und läuft etwas schneller mit geringeren Systemanforderungen. Logos hingegen bietet erheblich mehr Ressourcen auf Deutsch an. Besonders interessant ist eine Ausgabe der Lutherbibel von 1984 mit einem Interlineardatensatz, der morphologische Suchen in der Originalspache anhand der deutschen Übersetzung möglich macht. Die Neue Deutsche Einheitsübersetzung hat die Funktionalität zumindest für das Neue Testament.

Daher ist unsere Empfehlung:

  Empfehlung: Logos Bibelsoftware

Sowohl Accordance wie Logos bieten kostenlose Programme für iOS und Android an, die die käuflich erworbenen Module auch auf Mobilgeräten nutzen lassen. 

Bei allen Programmen ist anzumerken, dass eine erhebliche finanzielle Investition vonnöten ist. Sowohl Accordance wie auch Logos bieten erhebliche Rabatte für Studierende und Lehrende an Universitäten an. Zudem sollte man die Kosten zur Anschaffung von Texten, Konkordanzen und Wörterbüchern in gedruckter Form mitbedenken.

Hinweise zum Zitieren in bibelwissenschaftlichen Arbeiten

Hinweise zum Zitieren in bibelwissenschaftlichen Arbeiten finden sich ein einem Skriptum, das von Dr. Huber und Dr. Repschinski zusammengestellt worden ist. Diese Anleitungen sind für Seminar-, Diplom- und Doktorarbeiten zu benützen.

Hilfreich sind auch Literaturverwaltungsprogramme wie Endnote oder Citavi. Beide Programme sind über die Universität verfügbar. Citavi, das eigentlich bessere Programm, funktioniert leider nur unter Windows. Diese Programme können die Literaturangaben in Ihren Aufsätzen und Artikeln automatisch verwalten und formatieren.  Unter MacOs funktionieren Programme wie Bookends.

Loccumer Richtlinien

Die biblischen Bücher werden nach den Loccumer Richtlinien zitiert. Ein umfangreiches Abkürzungsverzeichnis für biblische und außerbiblische Schriften zur Exegese des Neuen Testaments wurde auch von Christfried Böttrich für die Universität Greifswald erstellt. Allerdings entsprechen die Abkürzungen für die biblischen Bücher nicht den Loccumer Richtlinien. Für nichtkanonische Bücher ist es jedoch hilfreich.

Hinweise zu griechischen und hebräischen Schriftsystemen

Noch heute sind veraltete Schriftarten für Griechisch und Hebräisch im Umlauf. Sie haben den Nachteil, dass sie nicht mit dem neueren Standard der Schriftkodierung – Unicode – kompatibel sind. Sie sind auch nicht untereinander kompatibel. Dies macht den Austausch von Dokumenten schwierig. 

Dieser Zustand wurde durch das Unicode-System behoben. Schriftarten sind nun internationalen Konventionen unterworfen, so dass selbst unterschiedliche Schriftarten immer dieselben Zeichen anzeigen.

Für die Bibelwissenschaften ist die Schriftart Libertinus besonders gut geeignet, sieht sehr professionell aus und kommt mit einer weitreichenden Lizenz auch für den Druck. Diese Schriftart ist die Weiterentwicklung der nicht mehr erhältlichen Schrift LinuxLibertine.  Sie enthält neben lateinischen auch griechische und hebräische Zeichen und sämtliche üblicherweise benötigten Schriftschnitte wie kursiv, fett, oder auch Kapitälchen. Auch Ligaturen werden unterstützt.

Unicode funktioniert auf Windows Rechnern ab Windows 2000, auf dem Mac ab OS X.

  Grundsätzlich ist daher der Unicode-Standard zu benutzen. 

Griechisch und Hebräisch werden nicht mehr über eigene Schriftarten angesteuert, sondern über Tastaturtreiber. Solche Systemtreiber sind schon in OS X oder Windows integriert und müssen lediglich aktiviert werden. Allerdings sind Treiber von Fremdanbietern oft komfortabler für die Eingabe. So existieren Pakete von der Society of Biblical Literature, von der American Philological Association namens GreekKeys, und von Tyndale

 Für Griechisch: Greekkeys; für Griechisch und Hebräisch: Society of Biblical Literature

Textverarbeitung

Textverarbeitung unter Windows

Microsoft Word unterstützt Unicode und arbeitet eng mit dem an der Universität erhältlichen Literaturverwaltungsprogrammen Endnote und Citavi zusammen. Endnote und Citavi sind ebenfalls Unicode-kompatibel und können daher auch mit griechischen oder hebräischen Titeln umgehen.

Empfehlenswert sind auch die verschiedenen Inkarnationen von OpenOffice, und viele andere Programme. Bitte achten Sie aber immer auf die Verwendbarkeit mit Unicode. WordPerfect ist nicht unicode-tauglich.

Textverarbeitung auf dem Mac

Microsoft Word funktioniert in der Version ab 2016 auch mit Hebräisch und rechts-nach-links-Schreibrichtung. Für die Zusammenarbeit mit der Literaturverwaltung Bookends ist Word ebenfalls gut geeignet und liefert ausgezeichnete Ergebnisse.

Zu empfehlen sind daneben besonders Nisus Writer Pro und Mellel. Die Programme sind besonders auf das Arbeiten im akademischen Bereich ausgelegt, sie sind deutsch lokalisiert und liefern gute Ergebnisse. Zudem sind Nisus und Mellel auch preislich attraktiv. Mellel ist vom Funktionsumfang noch größer als Nisus und arbeitet nahtlos mit dem guten Literaturverwaltungsprogramm Bookends. Dafür erfordert Mellel allerdings auch eine größere Einarbeitungszeit, und die von Mellel produzierten Dokumente haben ein eigenes Dateiformat, das zum Austausch mit KollegInnen erst konvertiert werden muss. Nisus speichert im RTF-Format, einem der am weitesten verbreiteten Formate, dass von jedem Textverarbeitungsprogramm gelesen werden kann.

Schließlich ist Pages, das hauseigene Programm von Apple, ebenfalls gut für Griechisch und Hebräisch geeignet.

Versenden von Dokumenten

Beim Versenden von Dokumenten zeigt sich einer der Vorteile von Unicode: Die Kodierung griechischer und hebräischer Zeichen ist schriftartunabhängig. Daher brauchen keine Schriftsätze eingebettet werden, und die Dateien bleiben unabhängig von der jeweiligen Computerkonfiguration oder Systemplattform. Außerdem bleibt die Größe der Dateien überschaubar.

  Prof. Dr. Boris Repschinski

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