Das Griechische NT im Internet

Patrick Rogers hat eine Internetseite mit biblischen Texten und verwandten Ressourcen zusammengestellt. Darunter finden sich auch viele alttestamentliche und neutestamentliche Apokryphen. Die meisten dieser Texte verwenden eine englische Übersetzung. Der Text des Neuen Testaments allerdings existiert auf Griechisch und entspricht der Ausgabe von Nestle-Aland in der 27. Auflage ohne den textkritischen Apparat. 

Bibelprogramme

Zwei Bibelprogramme konkurrieren miteinander um den akademischen Markt: Accordance, und Logos Grundsätzlich sind Accordance und Logos auf die exegetische Arbeit mit Bibeltexten zugeschnitten. Daneben gibt es viele Ausgaben von Texten in den Originalsprachen, Lexika, Kommentare und visuelle Materialien. Die Herangehensweise an die Analyse solcher Texte unterscheidet die Programme allerdings wesentlich. Accordance ist bei linguistischen oder morphologischen Suchen schneller, Logos ist visuell ansprechender. Beide Programme bieten intuitive Schnellsuchen. Beide sind auch für extrem komplexe Suchanfragen zu gebrauchen, benötigen dafür aber eine gewisse Einarbeitungszeit. Erklärende Videos in englischer Sprache sind für beide verfügbar und machen die Entscheidung vielleicht etwas leichter.

Beide Bibelprogramme bieten auch eine erhebliche Auswahl an Sekundärliteratur wie Kommentare oder Lexika an. Hier hat Logos die Nase vorn. Zudem konzentriert sich Logos auch auf den deutschen Markt. Hier werden laufend neue Ressourcen in deutscher Sprache produziert, darunter auch sprachliche Hilfsmittel und Kommentare. Accordance hingegen konzentriert sich weitgehend auf den englischsprachigen Markt.

Daher ist unsere Empfehlung:

  Empfehlung: Logos Bibelsoftware

Sowohl Accordance wie Logos bieten kostenlose Programme für iOS und Android an, die die käuflich erworbenen Module auch auf Mobilgeräten nutzen lassen. 

Bei beiden Programmen ist eine erhebliche finanzielle Investition vonnöten. Sowohl Accordance wie auch Logos bieten Rabatte für Studierende und Lehrende an Universitäten an. Zudem sollte man die Kosten zur Anschaffung von Texten, Konkordanzen und Wörterbüchern in gedruckter Form mitbedenken.

Hinweise zum Zitieren in bibelwissenschaftlichen Arbeiten

Hinweise zum Zitieren in bibelwissenschaftlichen Arbeiten finden sich ein einem Skriptum, das von Dr. Huber und Dr. Repschinski zusammengestellt worden ist. Diese Anleitungen sind für Seminar-, Diplom- und Doktorarbeiten zu benützen.

Hilfreich sind auch Literaturverwaltungsprogramme wie Endnote oder Citavi. Beide Programme sind über die Universität verfügbar. Citavi, das eigentlich bessere Programm, funktioniert leider nur unter Windows. Diese Programme können die Literaturangaben in Ihren Aufsätzen und Artikeln automatisch verwalten und formatieren.  Unter MacOs funktionieren Programme wie Bookends.

Loccumer Richtlinien

Die biblischen Bücher werden nach den Loccumer Richtlinien zitiert. Ein umfangreiches Abkürzungsverzeichnis für biblische und außerbiblische Schriften zur Exegese des Neuen Testaments wurde auch von Christfried Böttrich für die Universität Greifswald erstellt. Allerdings entsprechen die Abkürzungen für die biblischen Bücher nicht den Loccumer Richtlinien. Für nichtkanonische Bücher ist es jedoch hilfreich.

Hinweise zu griechischen und hebräischen Schriftsystemen

Noch heute sind veraltete Schriftarten für Griechisch und Hebräisch im Umlauf. Sie haben den Nachteil, dass sie nicht mit dem neueren Standard der Schriftkodierung – Unicode – kompatibel sind. Sie sind auch nicht untereinander kompatibel. Dies macht den Austausch von Dokumenten schwierig. 

Dieser Zustand wurde durch das Unicode-System behoben. Schriftarten sind nun internationalen Konventionen unterworfen, so dass selbst unterschiedliche Schriftarten immer dieselben Zeichen anzeigen.

Für die Bibelwissenschaften ist die Schriftart Libertinus besonders gut geeignet, sieht sehr professionell aus und kommt mit einer weitreichenden Lizenz auch für den Druck. Sie enthält neben lateinischen auch griechische und hebräische Zeichen und sämtliche üblicherweise benötigten Schriftschnitte wie kursiv, fett, oder auch Kapitälchen. Auch Ligaturen werden unterstützt.

Unicode funktioniert auf Windows Rechnern ab Windows 2000, auf dem Mac ab OS X.

  Grundsätzlich ist der Unicode-Standard zu benutzen. 

Griechisch und Hebräisch werden nicht mehr über eigene Schriftarten angesteuert, sondern über Tastaturtreiber. Solche Systemtreiber sind schon in OS X oder Windows integriert und müssen lediglich aktiviert werden. Allerdings sind Treiber von Fremdanbietern oft komfortabler für die Eingabe, insbesondere im Hebräischen. Es existieren Pakete von der Society of Biblical Literature, von der American Philological Association namens GreekKeys, und von Tyndale

 Für Griechisch: Systemtreiber für Griechisch Polyton (Windows oder MacOS)

 Für Hebräisch: Society of Biblical Literature

Textverarbeitung

Grundsätzliches

Bei der Auswahl eines Textverarbeitungsprogramms sollte unbedingt mitbedacht werden, ob das Programm auch ein Literaturverwaltungsprogramm unterstützt. Bei den ersten Seminararbeiten wird man es vielleicht noch nicht bemerken, aber spätestens bei Master-, Diplom- und Doktoratsarbeiten wird schnell klar, dass eine Literaturdatenverwaltung erhbliche Arbeitseinsparungen bedeuten. Je früher man damit anfängt, um so weniger Arbeit macht die spätere Pflege einer solchen Datenbank, die nicht nur Literaturangaben verwaltet, sondern im besten Fall auch eine Forschungsdatenbank sein kann, in der Zitate oder auch PDF-Dateien verwaltet werden.

Von der Universität werden Lizenzen für Citavi und Endnote zur Verfügung gestellt. Citavi ist nur für Windows erhältlich, Endnote auch für MacOS. Unter MacOS ist allerdings Bookends erheblich stabiler und zuverlässiger.

Textverarbeitung unter Windows

Microsoft Word unterstützt Unicode und arbeitet eng mit dem an der Universität erhältlichen Literaturverwaltungsprogrammen Endnote und Citavi zusammen. Endnote und Citavi sind ebenfalls Unicode-kompatibel und können daher auch mit griechischen oder hebräischen Titeln umgehen.

Empfehlenswert sind auch die verschiedenen Inkarnationen von OpenOffice, und viele andere Programme. Bitte achten Sie aber immer auf die Verwendbarkeit mit Unicode. WordPerfect ist nicht unicode-tauglich.

Textverarbeitung unter MacOS

Microsoft Word funktioniert in der Version ab 2016 auch mit Hebräisch und rechts-nach-links-Schreibrichtung. Für die Zusammenarbeit mit der Literaturverwaltung Bookends ist Word ebenfalls gut geeignet und liefert ausgezeichnete Ergebnisse.

Empfehlenswert ist daneben Mellel. Es ist besonders auf das Arbeiten im akademischen Bereich ausgelegt und liefert gute Ergebnisse. Mellel ist extrem flexibel in der Formatierung von Texten und arbeitet nahtlos mit dem Literaturverwaltungsprogramm Bookends. Dafür erfordert Mellel allerdings auch eine größere Einarbeitungszeit, und die von Mellel produzierten Dokumente haben ein eigenes Dateiformat, das zum Austausch mit KollegInnen konvertiert werden kann.

Schließlich ist Pages, das hauseigene Programm von Apple, ebenfalls für Griechisch und Hebräisch geeignet. Es hat den Vorteil der sehr einfachen Bedienung. Allerdings sind fortgeschrittenere Funktionen etwas versteckt.

 

  Prof. Dr. Boris Repschinski

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