Projekte und Forschung

Universitätskurs „Restaurierung historischer Kachelöfen“

„Dass der Kachelofen bzw. die Ofenkacheln nicht nur als dekorative Artefakte zu verstehen sind, sondern vielmehr als dingliche Manifestation sich wandelnder Befindlichkeiten und Bedürfnisse zu interpretieren sind, öffnet den Blick auf den Prozess der Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Objekt, zwischen Produzent und Konsument“. Diese Formulierung von Matthias Henkel (1996, 6) beschreibt sehr eindrücklich die Bedeutung dieser Heizanlage. Im Laufe der Zeit seit seiner Entstehung wandeln sich natürlich viele Faktoren und die Anforderungen an den Kachelofen. Geistige, handwerkliche, kulturelle und technische Möglichkeiten erfahren Veränderungen. Die Untersuchung dieser Einflüsse ermöglicht eine Rekonstruktion eines Bereichs des Alltags der mittelalterlichen bzw. neuzeitlichen Menschen und der geistigen Lebens- und Vorstellungswelt.

Diesem Kulturgegenstand soll im Arbeitskreis historischer Kachelofen Rechnung getragen werden. Ein Fokus liegt auf der wissenschaftlichen Dokumentation und Bearbeitung der Nord-, Ost- und Südtiroler sowie Vorarlberger Ofenkeramik aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Die systematische Aufnahme des Kachelbestandes umfasst Einzelstücke, Fragmente, aber auch stehende Öfen. Über die wissenschaftlichen Untersuchungen hinaus entstand eine fruchtbare Kooperation zwischen der Universität Innsbruck, Institut für Archäologien, Fachbereich Ur- und Frühgeschichte sowie Mittelalter- und Neuzeitarchäologie und der Wirtschaftskammer Tirol, Landesinnung der Hafner-, Platten- und Fliesenleger und Keramiker. Die Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den historischen Kachelofen vor allem aus handwerklicher und technischer Sicht genauer zu beleuchten. Ein Schwerpunkt liegt im Schutz und der Erhaltung des historischen Ofenkachelbestandes, die in Nord/Ost- respektive in Südtirol an Vielfalt und Formenreichtum weltweit seinesgleichen sucht. Der Arbeitskreis entwickelt Richtlinien für eine methodische Dokumentation, für den fachgerechten Abbau und die Aufnahme historischer Öfen sowie einzelner Kacheln. Es werden aktuelle Ergebnisse in wissenschaftlichen und handwerksspezifischen Medien vorgelegt sowie Vorträge und Exkursionen organisiert. Die Arbeitsgruppe historischer Kachelofen soll als Ansprechpartner für Datierungs-, Restaurierungs- und Kulturhistorische Fragen fungieren.


Organisatorisches:

Qualifikationsprofil


Ablauf des Universitätskurses


Referentinnen und Referenten


 Informationen:

Aktivitäten


Ausgewählte Fachliteratur zur Ofenkeramik


Pressemeldungen


Kontakt:   

  
Sarah.Leib@uibk.ac.at

  Nicole.Moelk@student.uibk.ac.at

 

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