Forschung von Johannes Hoff


Hoffs ältere Forschungsarbeiten fokussierten auf die post-phänomenologische Diskussion des 20. Jahrhunderts und den spätmittelalterlichen Mystiker, Philosophen, Kardinal und Bischof von Brixen Niklaus von Kues (1401-1464). Diese Arbeiten zielten darauf ab, die Bedeutung spiritueller und performativer Praktiken für unser modernes Verständnis von Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Theologie zu erschließen. Zahlreiche seiner diesbezüglichen Publikationen entsprangen der Zusammenarbeit mit führenden Vertretern zeitgenössischer Kunst, wie dem 2011 verstorbenen Performance-Künstler Christoph Schlingensief.

Hoffs jüngste Forschungsarbeiten fokussieren auf die anthropologische Herausforderung der Digitalen Revolution, die nach übereinstimmender Meinung führender Technikphilosophen den größten Zivilisationsbruch seit der Achsenzeit der Weltgeschichte darstellt (um 500 v. Chr.). Eine wichtige Rolle spielt dabei die posthumanistische Diskussion um 'Selbsttechnologien', in denen Hoff den Schlüssel zu einer kritischen Revision unseres modern-humanistischen Menschenbildes entdeckt. Dabei knüpft Hoff zugleich an zeitgenössische, neurowissenschaftliche, post-analytische und post-phänomenologische Denker wie Thomas Fuchs, Charles Taylor, Hilary Putnam und Bernard Stiegler an, als auch an vormoderne Theologen und Philosophen wie Platon und Aristoteles, Augustinus, Dionysius-Areopagita, Thomas von Aquin, Meister Eckhart und Nicholas of Cusa. Die theologische Zielsetzung dieses Forschungsprogramms liegt darin, das holistische Denken des östlichen und westlichen Christentums des ersten Jahrtausends von seinen modernen Übermalungen zu befreien und in spirituellen 'Selbsttechnologien' den Lebensnerv christlicher Dogmatik zu entdecken. Auf diesem Weg soll das theologische Transformationsprogram französisch- und englischsprachiger Ressourcement-Theologen wie Henri de Lubac, Andrew Louth, John Milbank und Rowan Williams mit der auf Max Scheler zurückgehenden anthropologischen Diskussion der deutschen Zwischenkriegszeit und des beginnenden 21. Jahrhunderts vermittelt werden.

In den Kontext dieses Forschungsprogramms gehört auch Hoffs Forschungskooperation mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik & Gesellschaft an der WU Wien und seine Mitarbeit bei der Forschungsgruppe ''Ethics in Action for Sustainable Development''', die von Prof. Jeffrey Sachs (Columbia University) im Auftrag des UN Sustainable Development Solutions Network und der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften einberufen wurde.

Im angloamerikanischen Sprachraum wurde Hoff einer breiteren, interdisziplinären Leserschaft bekannt durch seine Monographie „The Analogical Turn. Rethinking Modernity with Nicholas of Cusa”, die 2013 erschienen ist. Eine deutschsprachige Monographie zu seinem jüngsten Forschungsprojekt soll in Kürze erscheinen unter dem Titel: „Verteidigung des Heiligen. Anthropologie der digitalen Transformation des dritten Jahrtausends“

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