Symbolbild Gender Studies

Gender Studies an der Universität Innsbruck

Geschlecht spielt in unserer Gesellschaft – aller Rhetorik zum Trotz – nach wie vor eine enorme, für das Individuum sogar eine lebensentscheidende Rolle.


Allein schon in der Studien- und Berufswahl zeigen sich in manchen Bereichen markante geschlechtsbasierte Muster, die nicht mit rein persönlichen Neigungen erklärt werden können: Betrachten wir die Informatik, die Technischen Wissenschaften oder die Philologien, so zeigt sich eine ausgeprägte ungleiche Beteiligung von Frauen und Männern.

Aber nicht nur bezüglich der fachlichen Bereiche – also horizontal, auch in den Berufshierarchien – sind große Unterschiede feststellbar: je höher in der Hierarchie, desto größer die männliche Dominanz. So beträgt etwa der Frauenanteil bei den Universitätsprofessuren, der höchsten Stufe in einer wissenschaftlichen Karriere, lediglich um die 20%. Die Geschlechterforschung sieht in diesem immer wiederkehrenden Muster eine gesellschaftlich produzierte Tatsache. Sie geht diesen Phänomenen seit mehr als 40 Jahren wissenschaftlich nach und hat in dieser Zeit die sozial strukturierende Wirkung von Geschlecht inzwischen ganz deutlich herausgearbeitet.

In den Wissensbeständen der einzelnen Fachrichtungen hat die Geschlechterforschung einen durchgängigen, zumeist als selbstverständlich wahrgenommenen Androzentrismus aufgedeckt; das heißt, eine Sichtweise, die Männer, männliche Perspektiven und deren Erfahrungen als alleinigen Ausgangspunkt und Norm für Forschung und Lehre setzt, Frauen und weibliche Sichtweisen hingegen werden – wenn überhaupt zum Thema gemacht – als das Besondere und Abweichende dargestellt. Zahlreich sind die Beispiele, in denen sich die Objektivität und Allgemeingültigkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen als Trugbild erweist, wenn mit dem Ansatz der Geschlechterforschung darauf geschaut wird: So etwa, wenn die Einführung des „allgemeinen“ Wahlrechts in Österreich mit 1907 angegeben wird, Frauen jedoch erst ab 1919 ebenfalls ihre Stimme abgeben durften.

In den meisten der rund 120 Curricula, die an der Universität Innsbruck angeboten werden, sind seit nunmehr fast 10 Jahren auch Module und Lehrveranstaltungen integriert, die sich zentral mit einer geschlechtsspezifischen Perspektive des jeweiligen Faches befassen. Dies auch in Bereichen, die auf den ersten Blick keine Relevanz für die Geschlechterfrage zu haben scheinen wie Technische Wissenschaften oder Informatik. Dieses Lehrangebot gründet sich auf das Universitätsgesetz 2002, mit dem sich die Universität in ihren Zielen dazu verpflichtet, auf eine „humanere und geschlechtergerechtere Gesellschaft“ hinzuwirken (§ 1 UG 2002): Absolventinnen und Absolventen der LFU sollen im Laufe ihres Studiums (auf Bachelor-, Master und PhD-Ebene) auch über die ihr Studium betreffenden Genderaspekte etwas erfahren haben und in ihrer späteren beruflichen Praxis auf diese universitäre Zielsetzung hinwirken können.

Neben dieser Verankerung der Gender Studies in die fachlich ausgerichteten Lehrprogramme gibt es an der Universität Innsbruck auch ein interfakultäres und damit fachübergreifendes Studienangebot, das auf der Masterebene die Thematik Gender (soziales Geschlecht) ins Zentrum stellt und Kenntnisse darüber vermittelt, wie Genderaspekte der verschiedenen Fachbereiche ineinander greifen.

Diese zweifache Verankerung von Gender Studies im Lehrangebot kann als besonderes Merkmal für die LFU angesehen werden.

Links

Übersicht des genderspezifischen Lehrangebotes an der LFU   

Interfakultäres Masterstudium Gender, Kultur und Sozialer Wandel   

Kontakt und Information

Hier geht’s zur koordinierenden Einrichtung im Büro für Gleichstellung und Gender Studies, Bereich Gender Studies  

 

Mag.a Maria Furtner
Büro für Gleichstellung und Gender Studies

 


Zur Übersicht