Erlass und Rückerstattung des Studienbeitrags

  Erlassgründe
  Was ist bei der Antragstellung zu beachten?
  Fristen


Erlassgründe

Bei Überschreitung der vorgesehenen Studienzeit eines Bachelor- oder Masterstudiums, eines Doktoratsstudiums oder eines Studienabschnitts eines Diplomstudiums um mehr als zwei Semester ist für jedes weitere Semester ein Studienbeitrag in der Höhe von € 363,36 zu entrichten. Der Studienbeitrag erhöht sich bei Entrichtung innerhalb der Nachfrist um 10 Prozent. (vgl. § 91 Abs. 1 UG)

Wurden Sie im Rahmen der Fortsetzung des Studiums von der Universität aufgefordert, den Studienbeitrag zu entrichten, können Sie den Erlass des Studienbeitrages bei der Universität beantragen.

Die Erlassgründe sind:

  Krankheit

Hinderung am Studium von durchgehend mehr als zwei Monaten durch Krankheit im betreffenden Semester

Nachweis:   Fachärztliche Bestätigung
Erlassdauer: längstens für zwei aufeinander folgende Semester (neuerliche Beantragung möglich)

  Schwangerschaft

Hinderung am Studium von durchgehend mehr als zwei Monaten durch Schwangerschaft im betreffenden Semester

Nachweis:    Fachärztliche Bestätigung
Erlassdauer: längstens für zwei aufeinander folgende Semester (neuerliche Beantragung möglich)

  Betreuung von Kindern

Überwiegende Betreuung von im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindern bis deren 7. Geburtstag oder einem allfälligen späteren Schuleintritt

Nachweis Kinderbetreuung: Geburtsurkunde des Kindes, Meldezettel des Kindes und des/der betreuenden Studierenden sowie eidesstattliche Erklärung des/der betreuenden Studierenden (  Eidesstattliche Erklärung)
Erlassdauer: längstens für zwei aufeinander folgende Semester (neuerliche Beantragung möglich)

  Pflege naher Angehöriger

Überwiegende, länger als zwei Monate andauernde Pflege von nahen Angehörigen im betreffenden Semester

Nachweis Pflege: Bestätigung des Arztes/der Ärztin der zu pflegenden Person (  Fachärztliche Bestätigung)
Erlassdauer: längstens für zwei aufeinander folgende Semester (neuerliche Beantragung möglich)

  Erwerbstätigkeit  Neuregelung ab WS 2018/2019

„Erwerbstätigkeit“ als Grund für den Erlass und die Rückerstattung des Studienbeitrags wurde vom Verfassungsgerichtshof mit 30. Juni 2018 aufgehoben. Das Rektorat hat daher in Abstimmung mit dem Senat und ÖH eine Neuregelung für das Studienjahr 2018/2019 beschlossen:

Neuregelung

Wie bisher sind Studienbeiträge für Studierende aus Österreich, aus EWR-Ländern und gleichgestellte Personen erst fällig, wenn die Regelstudienzeit und zwei Toleranzsemester überschritten werden. Der Studienbeitrag kann unter folgenden Bedingungen ausschließlich RÜCKERSTATTET werden: 

  • Jahreseinkommen im Kalenderjahr 2019 zwischen 6.132,70 und € 20.000 brutto (Nachweis durch Einkommenssteuerbescheid, Jahreslohnzettel des Dienstgebers oder Datenübermittlung via finanzonline.bmf.gv.at)
  • die doppelte Regelstudienzeit  (des Studiums / des Studienabschnittes ) darf nicht überschritten sein
  • Nachweis eines Studienerfolges in der Höhe von 16 ECTS-AP im Studienjahr 2018/2019
  • bei der ersten Antragstellung müssen 120 ECTS-AP bei einem Bachelorstudium und
    80 ECTS-AP bei einem Masterstudium absolviert sein. Bei Diplomstudien 2/3 der ECTS-AP des Studienabschnittes.
  • Nachweisregelungen für Doktorats-/PhD-Studierende
     Neben den Einkommensgrenzen und der doppelten Studiendauer gilt:
    • Vorliegen einer Dissertationsvereinbarung als auch der Nachweis von mindestens 15 ECTS-AP im bisherigen Doktoratsstudium
    • Bestätigung des Erstbetreuers/der Erstbetreuerin, dass "der Dissertationsfortschritt im Studienjahr 2018/2019 der Leistung entspricht, um in insgesamt sechs Jahren die Dissertation abzuschließen". Alternativ können für das Studienjahr 2018/2019 auch 16 ECTS-AP nachgewiesen werden.

ANTRÄGE auf Rückerstattung für das WS 2018/2019 können ab 1. MÄRZ 2019 bis zum 30. September 2020 über „LFU.online – Mein Postfach“ gestellt werden. Anträge für das SS 2019 sind ab 1. OKTOBER 2019 möglich. Anträge für das WS 2019/2020 können ab 1. März 2020 und Anträge für im SS 2020 eingezahlte Beträge ab 1. Oktober 2020 bis längstens 30. September 2021 gestellt werden.

Es ist kein Erlass im Vorhinein möglich.

Die Richtlinie des Rektorats finden Sie hier:

https://www.uibk.ac.at/service/c101/mitteilungsblatt/2019-2020/03/mitteil.pdf

https://www.uibk.ac.at/service/c101/mitteilungsblatt/2018-2019/03/mitteil.pdf

  Behinderung

Behinderung nach bundesgesetzlichen Vorschriften mit mindestens 50 %

Nachweis: Behindertenpass, vom Bundessozialamt ausgestellt
Erlassdauer: für die Dauer des Studiums bzw. für die Dauer der Behinderung


  Studienbeihilfe

Der Studienbeitrag wird Studierenden erlassen, wenn sie im vergangenen Semester Studienbeihilfe (vom österreichischen Staat) gemäß dem Studienförderungsgesetz 1992, BGBL. Nr. 305/1992 bezogen haben oder im laufenden Semester beziehen.

Nachweis: Bescheid über die Stipendienzuerkennung der zuständigen österreichischen Studienbeihilfenbehörde.
Erlassdauer: längstens für zwei aufeinander folgende Semester (neuerliche Beantragung möglich)

  Gesamte Rechtsvorschrift für Studienbeitragsverordnung

 

Sonderfall Mehrfachstudien:

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung refundiert ordentlichen Studierenden, die mehrere ordentliche Studien betreiben, auf Antrag den eingezahlten Studienbeitrag, sofern  in allen Studien jeweils ein positiver Prüfungserfolg von mindestens 15 ECTS (Dokoratsstudien mind. 8 Semesterstunden) nachgewiesen wird. Anträge sind direkt an das Bundesministerium zu richten.

(  Richtlinie des BMBWF)

(  Antrag um Refundierung des Studienbeitrags bei Mehrfachstudien)


Was ist bei der Antragstellung zu beachten?

Trifft auf Sie ein Erlassgrund zu, müssen Sie einen Antrag einbringen. Die Antragstellung muss mittels Online-Antrag im LFU:online erfolgen.

Je nach Anlassfall müssen die beim jeweiligen Erlassgrund genannten Nachweise jeweils im Original oder in amtlich beglaubigter Kopie (notariell, gerichtlich) vorgelegt werden können.
Fremdsprachigen Urkunden (ausgenommen sind Urkunden in englischer Sprache) sind amtlich beglaubigte deutsche Übersetzungen beizufügen. Die Übersetzungen sind untrennbar verbunden mit den Urkunden vorzulegen!

Achtung:
Auch wenn der Studienbeitrag erlassen wird, muss der ÖH-Beitrag spätestens bis zum Ende der Nachfrist bezahlt werden. Erst wenn dieser ordnungsgemäß eingelangt ist, werden Sie zur Fortsetzung gemeldet und können im LFU:online Ihre Bestätigungen (Studienbestätigung, Studienblatt...) ausdrucken.

 

Fristen

Antrag auf Erlass:

Ein Antrag auf Erlass bei Vorliegen eines der oben genannten neuen Erlassgründe muss bis spätestens 31. Oktober (für das Wintersemester) bzw. bis 31. März (für das Sommersemester) online im Studierendenportal LFU:online eingebracht werden.

Wichtig:
Können die Nachweise für den Erlass des Studienbeitrages nicht fristgerecht [im WS bis 31.10./im SS bis 31.03.] vorgelegt werden, muss der Studienbeitrag  in jedem Fall bis zum Ende der allgemeinen Zulassungsfrist bzw. bis zum Ende der Nachfrist der um 10% erhöhte Studienbeitrag bezahlt werden. Erst dadurch ist eine Fortsetzungsmeldung für das Semester möglich.


ACHTUNG: Kein Erlass mehr wegen Erwerbstätigkeit möglich. Die angeführten Fristen beziehen sich auf andere Erlassgründe.


Antrag auf Rückerstattung:

Es ist im Nachhinein möglich, einen Antrag auf Rückerstattung zu stellen. Sie können ihn mit den entsprechenden Nachweisen am besten online im Studierendenportal LFU:online  einbringen oder schriftlich ein Ansuchen um Rückerstattung stellen. Dies ist für das Wintersemester bis zum nächstfolgenden 31. März, für das Sommersemester bis zum nächstfolgenden 31. Oktober möglich.


ACHTUNG: Die Rückerstattung aufgrund von „Erwerbstätigkeit“ ist ab dem Wintersemester 2018/2019 völlig neu geregelt:

Richtlinie des Rektorats betreffend Rückerstattung des Studienbeitrages bei Erwerbstätigkeit für das Studienjahr 2018/2019.

Richtlinie des Rektorats betreffend Rückerstattung des Studienbeitrages bei Erwerbstätigkeit für das Studienjahr 2019/2020.

 

Die angeführten Fristen beziehen sich daher auf die weiteren Erlassgründe nach § 92 Abs. 1 Universitätsgesetz.

Beachten Sie bitte, dass es sich bei den angeführten Fristen um gesetzlich vorgegebenen Fallfristen handelt. Anträge, die nach diesem Zeitpunkt einlangen, müssen daher zurückgewiesen werden.

Sollten Sie kurz vor Fristablauf noch nicht über alle notwendigen Unterlagen verfügen, stellen Sie dennoch den Antrag zeitgerecht. Sie erhalten dann von der Studienabteilung einen Verbesserungsauftrag.


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Wie bisher, können folgende Studierende unabhängig von der Staatsbürgerschaft einen Antrag auf Erlass des Studienbeitrages stellen:

  Studierende, die im Rahmen eines transnationalen EU-, staatlichen oder universitären Mobilitätsprogrammes (z.B. Erasmus) Studien- oder Praxiszeiten im Ausland absolvieren.

  Studierende mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft, die an einem solchen Programm in Österreich teilnehmen.

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