Bilder: © Wien, ÖNB, Cod. Ser. n. 2663.
 

Ambraser Heldenbuch:

Transkription und wissenschaftliches Datenset

Projektleiter: Univ.-Prof. Dr. Mario Klarer

Projektbeschreibung

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Das ÖAW-go!digital-2.0-Projekt „Ambraser Heldenbuch: Transkription und wissenschaftliches Datenset“ setzt sich zum Ziel, bis zum Jahr 2019 – dem 500. Todestag von Kaiser Maximilian I. – das Ambraser Heldenbuch (Wien, Österr. Nationalbibl., Cod. Ser. nova 2663) aus dem frühen 16. Jahrhundert zur Gänze zu transkribieren. Das Ambraser Heldenbuch wurde am Beginn des 16. Jahrhunderts von Kaiser Maximilian I. als Prunkhandschrift in Auftrag gegeben und vom Bozner Zöllner Hans Ried in einer Hand auf ca. 250 großformatigen Pergamentblättern ausgeführt. In diesem Prachtkodex finden sich 25 der wichtigsten mittelhochdeutschen literarischen Texte (z. B. Nibelungenlied, Helmbrecht etc.), wovon 15 als Unikate (z. B. Erec, Mauritius von Craûn etc.) ausschließlich im Ambraser Heldenbuch überliefert sind.

Aufgrund der großen Textmenge in einer Schreiberhand – das Ambraser Heldenbuch und vier weitere bekannte Schriftzeugnisse (Urkunde, Zollregister und Dienstreversen) von Hans Ried umfassen ca. 500.000 Wörter – eignet sich eine Gesamttranskription der Ried’schen Autographe als einmaliges linguistisches und literaturwissenschaftliches Korpus:

  1. Aus editionsphilologischer Sicht ermöglicht das geplante Korpus einzigartige Möglichkeiten für die mittelhochdeutsche Textrekonstruktion der als Unikate im Ambraser Heldenbuch überlieferten Werke, aber auch für die Edition und Erforschung der Parallelüberlieferungen (z. B. Nibelungenlied).
  2. Aus linguistischer bzw. dialektologischer Sicht erschließt die Transkription des Ambraser Heldenbuchs zusammen mit den anderen Schriftstücken von Hans Ried ein geographisch liminales Großkorpus am Übergang von Mittelalter zu Früher Neuzeit aus einer Schreiberhand.

Unter historischen LinguistInnen und EditionsphilologInnen gilt die Gesamttranskription des Ambraser Heldenbuch bzw. der Ried’schen Autographe seit vielen Jahren als vorrangiges Forschungsdesiderat. Ziel des Projekts ist daher eine auf dem Stand der Technik durchgeführte elaborierte Transkription des Gesamttexts des Ambraser Heldenbuch sowie die Aufbereitung dieser Transkription als öffentlich zugängliches und zitierbares Datenset, das als künftiges Referenzdokument für eine breite Palette an wissenschaftlichen Arbeiten dienen soll. 

Bote

Bild: © Wien, ÖNB, Cod. Ser. n. 2663.


Ambraser Heldenbuch Digital

Bilder: © Wien, ÖNB, Cod. Ser. n. 2663.

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