Geschlechtergerechte Sprache

§ 11 Frauenförderungsplan der LFU:


(1) Alle Organe und Einrichtungen der Universität Innsbruck bedienen sich in Aussendungen, Formularen, Protokollen, Reden und anderen an die Öffentlichkeit oder an die Universitäts­angehörigen gerichteten Mitteilungen einer geschlechtergerechten Spra­che. Es sind daher entweder explizit die weibliche und männliche Form oder geschlechts­neutrale Bezeichnun­gen zu verwenden.
(2) Die Formulierung von Generalklauseln, in denen zB zu Beginn, am Ende oder in Fußnoten eines Textes festgehalten wird, dass die gewählten personenbezogenen Bezeichnungen für beide Geschlechter gelten, ist unzulässig.
(3) Formulierungen sowie Organ- und Funktionsbezeichnungen sind so zu wählen, dass sie Frauen und Männer gleichermaßen betreffen.

 

Frauen wollen gesehen werden – auch in der Sprache. Es genügt daher nicht, nur das männliche Geschlecht zu nennen, und die Frauen „mitzumeinen“ (sog. generisches Maskulinum). Zugegeben, es ist nicht immer leicht, geschlechtergerecht zu formulieren. Auch wird immer wieder argumentiert, dass ein konsequent geschlechtergerechtes Formulieren die Lesbarkeit von Texten beeinträchtige. Dennoch sollten Sie daran denken, dass beim Formulieren von Texten Frauen und Männer sprachlich zu berücksichtigen sind.

Der Gebrauch von maskulinen Personenbezeichnungen für Frauen ist diskriminierend, weil:

  • er Frauen unsichtbar macht
  • er dem Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter widerspricht
  • oft nicht entscheidbar ist, ob eine maskuline Personenbezeichnung sich auf Männer und Frauen bezieht oder nur auf Männer („Alle Schweizer sind vor dem Gesetz gleich“, Art 4 Abs 1 BV – „Jeder Schweizer ist wehrpflichtig“, Art 18 Abs 1 BV)
  • das sog. generische Maskulinum eingesetzt werden kann, um Frauen von ihren Rechten auszuschließen (so wurde zZ des Nationalsozialismus Frauen die Ausübung juristischer Berufe durch das Reichsministerium für Justiz untersagt unter Berufung auf die männlich formulierten Berufsbezeichnungen wie „der Rechtsanwalt", „der Staatsanwalt", „der Richter" – eine  „generische Interpretation“ der an sich unveränderten Rechtsnorm)
  • dadurch Stereotypen über die Rollen von Frauen und Männern reproduziert und verstärkt werden

    (vgl. Bundesministerin für Frauen (Hg.) Anleitungen zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch, 1997)

 

Informationen und Links zu geschlechtergerechtem Sprachgebrauch:

Links:

Parlez-vous Gender? – Ein Test (aus Leopoldine Francisca WiSe 2006/2007)

Geschickt gendern – das Genderwörterbuch: http://geschicktgendern.de/

 

Auswahl Sprachleitfäden:

Wirtschaftsuniversität Wien (Hg.) (2015): Fair und inklusiv in Sprache und Bild. Ein Leitfaden für die WU.
(Konzeption und Redaktion: Sonja Lydtin, Stabstelle Gender Policy, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG) und Christoph Hofbauer)
  Sprachleitfaden Stabstelle Gender Policy

Bundesministerium für Bildung und Frauen, Abteilung VI/3 (Hg.) (2015): Geschlechtergerechter Sprachgebrauch. Empfehlungen und Tipps. 
  Geschlechtergerechter Sprachgebrauch BM f. Bildung und Frauen

Stabsstelle für Gleichstellung und Gender Studies der Donau-Universität Krems (2015): Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren. 3., überarbeitete Auflage.
  Leitfaden Donau-Universität Krems

 

Weitere Sprachleitfäden  

FH Campus Wien, Gender & Diversity Management (2015): Eine Sprache für alle! Leitfaden für geschlechter- und diversityfairen Sprachgebrauch an der FH Campus Wien. Mit Tipps für Vorträge, die englische Sprache und Bildgestaltung.
(Autorin: Bärbel Traunsteiner; Herausgegeben von: Ulrike Alker, Ursula Weilenmann, Corina Exenberger)
  Leitfaden FH Campus Wien

AG Feministisch Sprachhandeln der Humboldt-Universität zu Berlin (2014/15): Was tun? Sprachhandeln aber wie? W_ortungen statt Tatenlosigkeit! 2. Auflage.
  Sprachhandeln d. Humboldt-Universität zu Berlin

Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, IFF, ÖH Klagenfurt/Celovec, Zentrum für Frauen und Geschlechterstudien (2014): Geschlechtergerechter Sprachgebrauch – Ein Leitfaden von Studierenden (A3-Plakat). 1. Auflage. 
  Leitfaden Alpen-Adria-Universität

Land Tirol, Abteilung Juff – Fachbereich Frauen und Gleichstellung (2014): Leitfaden Geschlechtergerechtes Formulieren.
4. Auflage.
  Sprachleitfaden JUFF

Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln (2014): ÜberzeuGENDERe Sprache. Leitfaden für eine geschlechtersensible und inklusive Sprache. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. (Redaktion: Monika Schoop und Maike Hellmig)
 Leitfaden Universität Köln

Netzwerk Leichte Sprache (2013): Die Regeln für Leichte Sprache.
  Netzwerk Leichte Sprache

gendup – Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung, Büro des Rektors der Universität Salzburg (2012): Leitfaden für einen gerechten Sprachgebrauch.
(Redaktion und Zusammenstellung: Bernadette Gotthardt) 
 Leitfaden Universität Salzburg

Stadt Wien (2011): Leitfaden für geschlechtergerechtes Formulieren und eine diskriminierungsfreie Bildsprache.
(Text: Daniela Cochlar, Ursula Bauer, Sandra Kodym, Karin Zauner)
  Leitfaden Stadt Wien

Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (2010): Leitfaden für diskriminierungsfreie Sprache, Handlungen, Bilddarstellungen. In Bezug auf junge und alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Frauen/Männer, Schwule/Lesben/Transgender, Migrant/innen und Menschen mit einer anderen Religionszugehörigkeit/Weltanschauung.
(Autorin: Irmtraud Voglmayr)
 Leitfaden Bundesministerium f. Arbeit, Soziales u. Konsumentenschutz

Stabsabteilung für Gleichstellungspolitik, Margit Waid, an der Johannes Kepler Universität Linz (2009): Geschlechtergerecht in Sprache und Bild.
(Für den Inhalt verantwortlich: Maria Buchmayr, Marion Falzeder, Beatrice Holl)
  Leitfaden Johannes Kepler Universität Linz

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (2008): Leitfaden für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch. In Bezug auf junge und alte Menschen, Menschen mit Behinderung, Frauen/Männer, Schwule/Lesben/Transgender, Migrant/innen und Menschen mit einer anderen religiösen Zugehörigkeit.
(Autorin: Irmtraud Voglmayr)  
 Leitfaden BM für Wirtschaft und Arbeit

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (k.A., evtl. 2001): Geschlechtergerechtes Formulieren.
(Autorin: Karin Wetschanow, Redaktion: Doris Guggenberger)
  Leitfaden BM f. Bildung, Wiss. u. Kultur

Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der Universität Klagenfurt (Hg.) (2000): "kurz & bündig". Vorschläge zum geschlechtergerechten Formulieren.
 Leitfaden AKG Uni Klagenfurt

UNESCO (1999): Guidelines on Gender-Neutral Language.
  Guidelines