POLICORO, DAS ANTIKE HERAKLEIA
(Prov. Matera, Italien)




Das Projekt
Herakleia, Topographie und Geschichte
Das Demeterheiligtum, Forschungsgeschichte
Zum Kult im Demeterheiligtum
Zum Kult im archaischen Vorgängerheiligtum
Publikationen, Diplomarbeiten und Dissertationen
Kontakt

Projekt: Terrakottaprotomen und -büsten aus Policoro/Herakleia




Das Projekt

Seit 1989 besteht zwischen dem Institut für Klassische Archäologie der Universität Innsbruck (Dr. Brinna Otto), der Soprintendenza Archeologica della Basilicata in Potenza (Dr. Angelo Bottini und Dr. Maria Luisa Nava) und dem Museo Nazionale della Siritide in Policoro (Dr. Salvatore Bianco) das Projekt: "Forschungen zum Demeterheiligtum von Herakleia" dem heutigen Policoro (Abb. 1), welches aus Mitteln des österreichischen Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung finanziert wird.


Abb. 1

Jährliche Restaurierungs- und Dokumentationskampagnen dienten dazu, eine Altgrabung des Innsbrucker Institutes im Demeterheiligtum in den Jahren 1970-1971 zu reaktivieren und die unpublizierten Funde, welche im Museo Nazionale della Siritide in Policoro deponiert sind (Abb. 2), für eine Veröffentlichung aufzubereiten.


Abb. 2

Ab 1995 kamen mit der Lizenz des "Ministero per i Beni e le Attività Culturali" in Rom jährliche Ausgrabungen in Policoro im Demeterheiligtum hinzu.


Abb. 3


Herakleia, Topographie und Geschichte

Herakleia (Abb. 3) gehört zum Kranz der griechischen Kolonien, die an der Küste Süditaliens vom 8. -5. Jh. v. Chr. gegründet wurden. Sie prägten dem Land der Italiker ihre griechische Kultur auf, sodaß es künftig bei den Griechen Megale Hellas, bei den Römern Magna Graecia hieß. Beide Namen bedeuten Großgriechenland.


Abb. 4

Die fruchtbaren Flußtäler des Agri und Sinni (Abb. 4), die in der Antike schiffbaren Flüsse Akiris und Siris, die Meeresnähe und das waldige Hinterland hatten schon früh den Ort als vorzüglichen Siedlungsplatz erscheinen lassen. So wurde nach Strabon (VI 1, 14) am Fluß Siris die gleichnamige Stadt Siris von kleinasiatischen Trojanern gegründet. In der ersten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. flohen kleinasiatische Griechen aus Kolophon vor dem Angriff des lydischen Königs Gyges. Sie kamen übers Meer nach Süditalien, eroberten Siris und nannten die Stadt Polieion (Strabon VI 1, 14; Athenaeus XII, 523c = Tim. FGr Hist 566 F51). Im 6. Jh. v. Chr. wurde Siris/Polieion von den griechischen Nachbarstädten Sybaris, Kroton und Metapont zerstört (Justinus nach Pompeius Trogus XX 2) und um 433/32 v. Chr. vom dorischen Tarent im Norden und vom ionischen Thourioi im Süden unter dem Namen Herakleia neugegründet (Strabon VI 1, 14). Im 4. Jh. v. Chr. erhielt Herakleia unter den Griechenstädten Süditaliens eine besondere Stellung. Es wurde 375/74 v. Chr Sitz des "Italiotischen Bundes". Nach dem Einfall der samnitischen Lukaner im 5. Jh. v. Chr. hatten sich die griechischen Städte Süditaliens zu einem Beistandsbündnis zusammengeschlossen, das, bevor es nach Herakleia verlegt wurde, in Kroton tagte.

Herakleia war die antike Vorgängerstadt des heutigen Policoro. Der griechische Name Policoros, Palaiochorion = alter Siedlungsplatz, geht auf die Zeit des frühen Mittelalters zurück, als Unteritalien bis 1060 n. Chr. formal dem Kaiser von Byzanz unterstand. Regional gehört Policoro zur Basilicata, deren Name auch ein Relikt der byzantinischen Zeit ist und an die Kirchen- und Ordensgründungen der Basilikanermönche erinnert.


Abb. 5

Die Reste des antiken Herakleia (Abb. 5) breiten sich auf einer Strandterrasse aus, die sich im jüngsten Abschnitt der Erdgeschichte, im Quartär, aufgebaut hat. Sie liegt ca. 30-40 m über dem Meeresspiegel und gliedert sich in einen Nordteil, die Nordterrasse (Abb. 6), und in einen Südteil, die Südterrasse. Die Küstenlinie verläuft heute 4 km entfernt im Osten, in der Antike lag sie um 1, 50 km näher.


Abb. 6

Das langgestreckte, von Ost nach West verlaufende Plateau der Nordterrasse, der sog. Kastellhügel (Abb. 5, 1a. b), war einst in archaischer Zeit von den Siedlern der Stadt Siris bebaut und von einer Mauer eingefaßt. Eine zweite Mauer schützte noch zusätzlich die Akropolis (Abb. 5, F1). Funde des ausgehenden 8. Jh. v. Chr. und Baustrukturen des 7. und 6. Jh. v. Chr. belegen eine vorherakleiazeitliche Besiedlung der Collina durch die Vorgängerstädte Siris und Polieion.
Als Herkleia in klassischer Zeit die Nachfolgerin von Siris geworden war, trug die Nordterrasse Wohnviertel, Töpferwerkstätten und im Osten die Akropolis von Herakleia mit einem Athenaheiligtum. Das Kastell geht in die staufische Zeit zurück, als Friedrich II. hier um 1232 eine Versammlung abhielt, um gegen die aufständischen Städte Siziliens zu rüsten. Nach Umbauten im 17. und 18. Jh. war das Kastell, bevor es am Anfang des 20. Jh. verstaatlicht wurde, in der Hand des Barons Berlingieri, weshalb die Nordterrasse heute auch "Collina del Barone" genannt wird. An seiner Nordgrenze fällt das Kastellplateau (Abb. 5) zum Flußtal des Agri (Akiris) hin ab. Im Süden senkt es sich in ein kleines, von einem Bach durchflossenes Tal, dessen Südseite zum Plateau der Südterrasse (Abb. 5, 3) ansteigt. Auf dem Plateau der Südterrasse dehnte sich das rechtwinklige Straßennetz Herakleias mit seinen rechteckigen Gebäudeinseln aus (Abb. 5, 2), das von der Stadtmauer umfriedet war (Abb. 5, F2). Am Nordhang der Südterrasse lag mit freiem Blick auf die Akropolis die "heilige Zone" Herakleias (Abb. 5, B-D). Heute findet man hier das Museo Nazionale della Siritide (Abb. 5, M) und östlich von ihm die Reste eines dorischen Peripteraltempels, die Agora mit einem Dionysosaltar und die Strukturen des Hang- und Quellheiligtums der Demeter (Abb. 5, D). Die Stadtmauer Herakleias umlief über Nord- und Südterrasse ziehend die Stadt. Im Westen, Süden und Südosten wurden außerhalb der Stadt die Nekropolen lokalisiert.


Abb. 7


Das Demeterheiligtum, Forschungsgeschichte

Das Demeterheiligtum in Policoro wurde 1964 von Felice G. Loporto von der Soprintendenza Archeologica in Taranto lokalisiert.
In den Jahren 1965-1969 legte Bernhard Neutsch den zentralen Teil des herakleiazeitlichen Demeterheiligtums mit drei Sakralbauten, Kulthöfen, Altären und Opferstellen frei (Abb. 7). Er entdeckte eine heilige Quelle und erwies anhand von wertvollen Inschriftfunden, die zum Beispiel bezeugen, daß in der Amtszeit des Ephoros Agylos eine Frau namens Petallis sich selbst der Demeter weihte (Abb. 8), daß die Korngöttin und Mysteriengöttin Demeter die Herrin des Heiligtums war. Das Bildnis der Demeter und das ihrer Tochter Persephone geben Terrakottareliefs, die als Weihgaben ins Heiligtum geweiht wurden, wieder (Abb. 9). Sie zeigen die Göttinnen mit der Götterkrone, dem Polos, mit Kreuzfackel, Opferkorb und Opferschwein.

Abb. 8 (oben) und 
Abb. 9 (rechts)

1970-1971 erweiterten B. Neutsch und Fritz Krinzinger (Universität Innsbruck) die Ausdehnung des Heiligtums nach Osten, indem sie den sog. Osthof freilegten (Abb. 10, 12). Insbesondere an dieser Stelle erbrachten die Ausgrabungen von B. Neutsch den Nachweis, daß das Quellheiligtum der Demeter von Herakleia, an der Stelle eines archaischen Heiligtums angelegt worden war, das extraurban gelegen zum ionischen Siris gehörte.


Abb. 10

1971 wurden die antiken Reste des Demeterheiligtums von der Soprintendenza Archeologica von Potenza unter dem Soprintendenten Dinu Adamesteanu restauriert.
In dem folgende Jahrzehnt änderte sich die Situation. In der Region des Demeterheiligtums wechselte man in Policoro vom Kornanbau, der wenig Wasser benötigte, zum Obstanbau mit Wasser-Sprenganlagen. Hinzu kam der Ausbau der städtischen Entwässerungskanalisation. Das Areal des Demeterheiligtums versumpfte.

1985 nahm Giampiero Pianu einzelne Nachgrabungen im trockenen Südteil des Demeterheiligtums vor. Er erkannte, daß das Demeterheiligtum in der zweiten Hälfte des 4. Jh. v. Chr. terrassiert worden und als oberen skenographischen Abschluß eine große Stützmauer mit dekorativer Nischenfassade gegen den Hangschub erhalten hatte.

Die Forschungen zum Demeterheiligtum, die Dr Brinna Otto 1989 mit Dr. Michael Tschurtschenthaler und einem Team von Mitarbeitern der Universität Innsbruck aufnahm, erbrachten folgende Ergebnisse:
Karl Krainer vom Geologischen Institut stellte fest, daß die Quelle des Heiligtums eine Schichtquelle war (Abb. 10, 16 die Zone der Schichtquelle ist nach Westen fortgesetzt zu denken) und daß die Versumpfung des Heiligtums die bereits genannten Ursachen hatte. Daraufhin wurde ein von der Soprintendenza Archeologica in Potenza unter Dr. Angelo Bottini und Dr. Maria Luisa Nava eingeleitetes Entwässerungs-Projekt (progettato prosciugamento) im Frühjahr 2000 erfolgreich durchgeführt (Abb. 11).


Abb. 11

Anhand der Ausgrabungen der Jahre 1995-2001 konnte aufgezeigt werden, daß im frühen Hellenismus, gegen Ende des 4. Jh. v. Chr., der zentrale Teil des Heiligtums als Terrassenanlage gestaltet wurde. Darüber hinaus dehnte sich das Demeterheiligtums in Form einer Hangbebauung nach Westen und Osten entlang der Schichtquelle aus und ist heute im ganzen Umfang seiner Ausdehnung noch nicht erfaßt (Abb. 12).


Abb. 12

Im Osten wurde am Rande der Quellzone ein 50 cm hoher, 90 cm weiter Terrakottazylinder mit Deckelabschluß, ein sog. Pozzo sacro, in die Erde getrieben (Abb. 10, 8). Das in ihm hochsteigende Grundwasser diente kultischen Handlungen (Abb. 13).


Abb. 13

Neben dem heiligen Brunnen konnten Funddeponien des 4./3. Jh. v. Chr. in lockerer Niederlegung und in dichten Packungen, sogenannten Votiv-Stipen, festgestellt werden (Abb. 14).


Abb. 14

Im Westen wurden weitere Mauern der hellenistischen Phase (Abb. 10, F), die zu einer Hofeinfassung und vielleicht zu einem Tempelchen gehörten, freigelegt (Abb. 15) und im Nordwesten kam ein Wasserbecken (Abb. 16), das kultischen Reinigungen diente, zu Tage (Abb. 10, 13).

Abb. 15
Abb. 16

In zwei kleinräumigen Schnitten drangen die Tiefgrabungen bis in Schichten des siris-zeitlichen, archaischen Heiligtums vor. Es zeigte sich, daß das Heiligtum über den Zeitpunkt der Eroberung und Zerstörung von Siris um 560 v. Chr. oder 530 v. Chr. durch die achäischen Nachbarstädte Sybaris, Kroton und Metapont hinaus bis gegen die Mitte des 5. Jh. v. Chr. weiterlebte. Während aber in der ersten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. bei den Votivgaben der ostionische und korinthische Stil vorherrschte, prägte die Weihgaben der zweiten Hälfte des 6. Jh. v. Chr. und vor allem der Zeit nach 530 v. Chr. der achäische Stil der Städte Metapont und Sybaris. An Götterbildern wurden zumeist kleine Figuren einer thronenden, mütterlichen Göttin (Abb. 17) und einer stehenden, mädchenhaften Göttin ins archaische Heiligtum geweiht. Der Gedanke lag nahe, in beiden Göttinnen wieder Demeter und Persephone zu sehen. Allerdings fehlen bisher Inschriften, die Götternamen nennen, unter den Funden aus dem archaischen Heiligtum bis auf den Graffito einer Schalenscherbe, der in wiederholtem Ausruf: GHE, GHE, die Erdmutter, zu nennen scheint.


Abb. 17

So galt das Forschungsinteresse der jüngsten Ausgrabungen nach 1995 insbesondere der Klärung von Fragen nach Tradition und Wandel in Kunstform und Kultbrauch im Demeterheiligtum und in dessen archaischem Vorgängerheiligtum. Die Forschungen sind noch nicht abgeschlossen. Das Areal des spätklassisch-hellenistischen Demeterheiligtums erweitert sich, und die fortschreitenden Tiefgrabungen erlauben mehr und mehr Einblicke in das archaische Vorgängerheiligtum.
 

Abb. 18
Abb. 19
Abb. 20

Zum Kult im Demeterheiligtum

Die inschriftlichen Weihungen des 4. und 3. Jh. v. Chr. , die auf Bronzetäfelchen geritzt oder auf Votivgefäße (Abb. 18) gemalt wurden, stammten von Männern und von Frauen. Sie nennen in dorischem Dialekt Demeter als Göttin des Heiligtums und Empfängerin der Weihgabe. Einmal werden auch Kore (das "Mädchen", eine gängige Bezeichnung für Persephone, die Tochter der Demeter) und Agathe Tyche, die Stadtgöttin des guten Schicksals, genannt. Die Inschriften, wie auch Terrakottastatuetten, bezeugen, daß im städtischen Demeterheiligtum beide Geschlechter an rituellen Handlungen teilnahmen (Abb. 19-20).


Abb. 21

Andere Terrakottavotive zeigen die Herrin des Heiligtums, Demeter, als Büste oder als Büstenrelief (Abb. 21). Sie geben die Göttin mit dem Polos, der Götterkrone, mit der Kreuzfackel, mit Opferkorb oder Opferferkel wieder. Die Kreuzfackel bestand aus ein harzigem Holz. Am oberen Ende des Fackelstieles waren zwei kurze Hölzer, die sich im Zentrum diagonal überschneiden, so angenagelt, daß man die Kreuzfackel an fünf Enden anzünden konnte. Die Fackel, ein an seinem oberen Ende brennender Stab, ist im griechischen Mutterland, speziell in Eleusis, das Attribut der Mysteriengöttin Demeter. In den griechischen Kolonialstädten der Magna Graecia, im Raume Apuliens und Lukaniens, ist es die Kreuzfackel. Als Mysteriengöttin sicherte Demeter den Eingeweihten ein glückliches Leben auf Erden und im Jenseits. Körpervotive, zum Beispiel mit Geschwüren bedeckte und gesunde Finger (Abb. 22), bezeugen darüber hinaus die Verehrung der Demeter von Herakleia als Heilgöttin. In die Macht der Demeter von Herakleia war es auch gegeben, Menschen vom Sklavenlos zu befreien, wofür unter anderem die Weihung von eisernen Sklavenringen spricht (Abb. 23).

Abb. 22 (oben) und
Abb. 23 (rechts)

Schließlich sicherte Demeter die Fruchtbarkeit der Frauen und der Fluren, weshalb man ihr Webegewichte vom häuslichen Webstuhl, Kindervotive, Wasserspenden, Samen- und Früchteopfer darbrachte sowie anläßlich von Kultmahlzeiten Schweine opferte und Schweinefleisch aß. Zum Götterkreis um Demeter gehörten wie in Eleusis, auch Artemis (in Herakleia als Artemis Bendis), die Dioskuren, Aphrodite (Abb. 24) und Dionysos.


Abb. 24


Zum Kult im archaischen Vorgängerheiligtum

Die Mehrzahl der figürlichen Votive aus dem archaischen Heiligtum unterscheidet eine matronale, thronende Göttin (Abb. 17) und eine jugendliche, stehende Göttin (Abb. 25). Die Götterkrone, der Polos, wird zwar nicht immer getragen, erscheint aber so häufig, daß man in beiden Figurentypen Bildnisse von Göttinnen sehen darf. Die Hauptgöttin des Heiligtums ist wohl die thronende Gaia, die auch ein Graffito auf einer Schalenscherbe anspricht. Sie, die Göttin der Erde, ist mancherorts Vorgängerin der Demeter. Zur jugendlichen Göttin mit Polos (Abb. 25) gesellt sich eine kriegerische Göttin mit Helm (Abb. 26), vielleicht Athena, und eine mit Spitzhelm (Abb. 27), vielleicht Artemis oder wieder Athena.


Abb. 25

Abb. 26

Abb. 27

Neben den Terrakotten weiblicher Göttinnen treten vereinzelt auch figürliche Votive auf, die einen bärtigen, gelagerten Gott oder Heros (Abb. 28) und einen jugendlichen, stehenden Gott oder Heros (Abb. 29), dessen Haupt ebenfalls ein Spitzhelm bedecken kann, darstellen. Die bisher noch fehlenden Inschriften erschweren die Benennung der männlichen Figuren, die auch durch keine Attribute gekennzeichnet sind.
 

Abb. 28
Abb. 29

In den Kulthandlungen gibt es Übereinstimmungen mit denjenigen im späteren Demeterheiligtum. So wurden ebenfalls Kultmähler vorgenommen und Libationsspenden durch Trichtergefäße in die Erde weitergeleitet. Auch könnten geweihte Kettenglieder auf ein Befreiungsritual hinweisen. Waffenweihungen mögen Athena oder dem Gott bzw. dem Heros gegolten haben.

Im Jahr 1996, dem Jahr der großen italienischen Ausstellungen zum Thema :"I Greci in Occidente", wurde auch an der Universität Innsbruck vom Institut für Klassische Archäologie zum gleichen Thema die Ausstellung: "Herakleia in Lukanien und das Quellheiligtum der Demeter" eröffnet und Funde aus den Grabungen im Demeterheiligtum zusammen mit den neuesten Ergebnissen der Feldforschung gezeigt (Abb. 30).


Abb. 30


Publikationen, Diplomarbeiten und Dissertationen, die im Rahmen der Forschungen zum Demeterheiligtum entstanden oder in Arbeit sind:

Publikationen Policoro

1. Brinna Otto, Das Quellheiligtum der Demeter, Schriften des Vorarlberger Landesmuseums, Reihe A, 5 (Bregenz 1992) 217-221
2. Brinna Otto, Policoro (Matera). Il santuario di Demetra, scavi e scoperte, Bollettino di Archeologia 19-21, 1993, 131-148
3. Brinna Otto (Hrsg.), Herakleia in Lukanien und das Quellheiligtum der Demeter ( I Greci in Occidente), Veröffentlichungen der Universität Innsbruck, Band 220, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck 1996, gewidmet Bernhard Neutsch, mit Beiträgen von:

4. Brinna Otto, Die Göttin mit der Kreuzfackel. Fremde Zeiten, Festschrift für Jürgen Borchhardt (Wien 1996) 177-186
5. Brinna Otto, Ein archaischer Graffito aus dem Quellheiligtum von Policoro am Golf von Tarent. Steine und Wege, Festschrift Dieter Knibbe (Wien 1999) 239-240
6. Brinna Otto, Das archaische Quellheiligtum im heutigen Policoro am Golf von Tarent, in: F. Krinzinger (Hrsg.), Die Ägäis und das westliche Mittelmeer. Beziehungen und Wechselwirkungen 8.-5. Jh. v. Chr. Akten des Symposions Wien 24.-27. März 1999. Archäologische Forschungen Band 4 (Wien 2000) 193-196
7. Brinna Otto, Die hohen Rundaltäre im Demeter-Heiligtum von Herakleia in Lukanien, in: St. Böhm - K.-V. von Eickstedt (Hrsg.), Ithaki. Festschrift Jörg Schäfer (Würzburg 2001) 191-198
8. Brinna Otto, Forschungen zum Demeterheiligtum von Herakleia und zum Quellheiligtum von Siris, in: 25 Jahre Forschungen ausländischer Aktivitäten durch das Ministero per i Beni e le Attività Culturali in Rom (im Druck)
9. Brinna Otto, Opferbräuche im Demeterheiligtum von Herakleia in Lukanien, in: B. Asamer – W. Wohlmayr (Hrsg.), Akten des 9. Österreichischen Archäologentages Salzburg (Wien 2003) 147-150
10. Brinna Otto – Barbara Tasser, Il santuario di Demetra a Herakleia (Policoro): Analisi archeobotaniche, Poster del 42. Convegno di Studi sulla Magna Grecia, Taranto 2002 (Taranto 2003)
11. Brinna Otto, Wasser und Fruchtbarkeit. Ein Quellheiligtum in Süditalien, in: Wasser ist Leben. Forschung und Lehre rund ums Wasser (Universität Innsbruck 2003)
12. Brinna Otto, Il santuario sorgivo di Siris-Herakleia nell’odierno Comune di Policoro, in: M. L. Nava – M. Osanna (Hrsg.), Lo spazio e il rito. Santuari e culti in Italia meridionale tra indigeni e Greci, Atti delle giornate di studio, Matera 28.-29. 6. 2002, Siris, Supplement I (Bari 2005) 5-18
13. Brinna Otto, Olympische und chthonische Gottheiten, in: B. Brandt – V. Gassner – S. Ladstätter (Hrsg.) Synergia, Festschrift für Friedrich Krinzinger II (Wien 2005) 329-338
14. Brinna Otto, Il santuario di Demetra ad Herakleia in Lucania. Elementi comuni con il mondo indigeno, in: E. Christof – G. Koiner – M. Lehner – E. Pochmarski (Hrsg.), Potnia Theron, Festschrift für Gerda Schwarz (Wien 2007) 305-308
15. Marta Golin (Hrsg. und Übers.) – Brinna Otto, Il Santuario di Demetra a Policoro. Gli spazi del culto, le divinità e i rituali (Taranto 2007)
16. Brinna Otto, Il santuario di Demetra a Policoro, in: M. Osanna – L. Prandi – A. Siciliano (Hrsg.), Culti Greci in Occidente II: Eraclea (Taranto 2008) 69-94
17. Veronika Gertl, Zwei Opferdeponierungen im Demeterheiligtum von Herakleia in Lukanien, in: Bollettino di Archeologia 57-58 (im Druck)
18. Marta Golin, Policoro (Matera), Le terrecotte votive dal santuario di Demetra, in: Bollettino di Archeologia 57-58 (im Druck)
19. Veronika Gertl, Zeugnisse weiblicher Übergangsriten im Demeterheiligtum von Herakleia in Lukanien, in: G. Grabherr – B. Kainrath (Hrsg.), Akten des 11. Österreichischen Archäologentages (Innsbruck 2008) 73-82
20. Marta Golin, Typen der archaischen Votivterrakotten aus dem „Demeterheiligtum“ von Siris-Herakleia, in: G. Grabherr – B. Kainrath (Hrsg.), Akten des 11. Österreichischen Archäologentages (Innsbruck 2008) 83-92
21. Veronika Gertl, Deponierungssitten im Demeterheiligtum von Herakleia in Lukanien, Akten des 12. Österreichischen Archäologentages, Wien 2008 (im Druck)

Diplomarbeiten

22. Ulrike Anzenberger, Artemis Bendis. Kult und Votive in Griechenland und der Magna Graecia ((Diplomarbeit, Innsbruck 2001)
23. Veronika Gertl, Opferdeponierungen im Demeterheiligtum von Herakleia in Lukanien. Die Funde der Votivdepots 66 A und 66 B und ihre Aussagen zur Kultpraxis (Diplomarbeit, Innsbruck 2002)
24. Marta Golin, La coroplastica arcaica dal „Santuario di Demetra“ a Policoro (Diplomarbeit, Innsbruck 2003)
25. Werner Petrowicz, Die Streifenware im Demeterheiligtum von Policoro. Typenspektrum, Dekor und Chronologie (Diplomarbeit, Innsbruck 2003)
26. Christina Nienhaus, Zu den archaischen templaren Dächern des siriszeitlichen Quellheiligtums von Policoro (Diplomarbeit, Innsbruck 2004)
27. Dana Macarie-Halmagean, Die Webegewichte aus dem Heiligtum von Siris-Herakleia und seinem städtischen Umfeld (Diplomarbeit, in Arbeit)

Dissertationen

28. Ruth Schachenmann, Die Entwicklungsgeschichte der griechischen Reibschüssel und ihre Verwendung im Demeterheiligtum in Policoro (Dissertation, in Arbeit)
29. Veronika Gertl, Kulttradition und Wandel des Quellheiligtums von Siris-Herakleia im Spiegel der Opferdeponierungen des 6.-2. Jh. v. Chr. (Dissertation, in Arbeit)
30. Sabine Weiskopf, Votive als Zeugnisse des Sklavenstandes im Demeterheiligtum von Herakleia sowie in Heiligtümern der Magna Graecia und Griechenlands (Dissertation, in Arbeit)

Forschungsprojekte (FWF):

31. Brinna Otto – Ute Kurz, Terrakottaprotomen und –büsten aus Policoro/Herakleia. Typologie und Hermeneutik (2002-2005)
32. Brinna Otto – Ute Kurz, Votivterrakotten aus den Demeterheiligtümern von Policoro und S. Maria d’Anglona (2006-2010)

Aus den Forschungsprojekten hervorgegangene Arbeiten:

33. Ute Kurz, Zur Entwicklung der großgriechischen Terrakottaprotome anhand von Beispielen aus dem Quellheiligtum des antiken Siris/Herakleia, in: Römische Historische Mitteilungen 47 (Wien 2005) 17-54
34. Ute Kurz, Früchte und Opferkuchen in der Koroplastik des Demeter- und Kore/Persephonekultes von Herakleia/Policoro, in: Chr. Franek – S. Lamm – T. Neuhauser –
B. Porod – K. Zöhrer (Hrsg.), Thiasos, Festschrift für Erwin Pochmarski zum 65. Geburtstag (Wien 2008), 513-536
35. Ute Kurz, Körperweihungen aus Herakleia/Policoro und seiner Chora, die Funde, ihre Bedeutung, die Stifter und die (Heil-)kulte, in: Römische Historische Mitteilungen 50 (Wien 2008) 17-67

 

Kontakt: Brinna OTTO


Text: Brinna Otto; Photos: Institut für Archäologien / Klassische und Provinzialrömische Archäologie, Universität Innsbruck
© Institut für Archäologien / Klassische und Provinzialrömische Archäologie, Universität Innsbruck, 2003
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