Ausbildungsinhalte

Der Universitätskurs "Professionalisierung für Aufsichts- und Kontrollorgane" ist in sechs Blöcken organisiert, die über zwei Semester hinweg stattfinden. Die Blöcke sind zudem auch voneinander unabhängig einzeln buchbar.

 

Rechtliche Grundlagen einer effektiven Aufsichtsratstätigkeit

Ausbildungsziel: Den TeilnehmerInnen wird insbesondere das für eine wirkungsvolle Aufsichtstätigkeit erforderliche gesellschaftsrechtliche Wissen vermittelt:
Rechtliche Grundlagen (Vorstand und Aufsichtsrat im Organisationssystem der AG, Bestellung und Auswahl des Vorstands, Abberufung/Rücktritt/Golden Handshake, Vorstandsvergütung, Anstellungsvertrag (Begründung und Beendigung, Koppelungsklauseln etc.) inklusive Vertragsgestaltung, Begründung und Beendigung der Organstellung des Aufsichtsrats, Qualifikationsanforderungen, Vergütung, Pflichten und Haftung, Kontrolle und Kontrollinstrumente)
Organisation & Arbeitsweise des Aufsichtsrates (Geschäftsordnung, Bildung von Aufsichtsrat-Ausschüssen und deren Arbeitsweise, Sitzungsvorbereitung, Sitzungsführung, die Arbeit im Aufsichtsrat-Plenum, Anträge, Beschlussfassungen, Berichtspflichten des Vorstands, Beiziehung von Experten, Feststellung des Jahresabschlusses, Vorbereitung und Durchführung der Hauptversammlung)
Spezialthemen (Ausschüsse, der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat)

Haftung von Vorstand und Aufsichtsrat

Ausbildungsziel: Die TeilnehmerInnen beherrschen die rechtlichen Grundlagen der Haftung von Vorstand und Aufsichtsrat einschließlich ihrer Durchsetzung:
Haftung des Vorstands/Geschäftsführers (Grundlagen der Organhaftung, Sorgfalt und notwendige Qualifikationen/Einlassungsfahrlässigkeit, Business Judgement, häufige Haftungsgründe, Weisung, Entlastung, Verzicht, Durchsetzung der Innenhaftung, Insolvenzverschleppungshaftung, Haftung im Abgabenrecht, strafrechtliche Tatbestände, sonstige Haftungstatbestände (Kartellrecht, UWG, Kapitalmarktrecht Verwaltungsstrafrecht etc.))
Haftung des Aufsichtsrats (Haftungsgrundlagen, Berater im Aufsichtsrat, Zusammenarbeit mit dem Abschlussprüfer, Prüfungsausschuss, Aufgabendelegation in einen Ausschuss | Konsequenzen aus der neueren Judikatur, Exkurs: Haftung von Stiftungsorganen, Directors-and-Officers-Versicherung)
Directors-and-Officers-Versicherung (Kompetenz zum Abschluss, Deckungsinhalte & -ausschlüsse, Abwehrkosten, Schadenausgleich, Rückwärtsversicherung, Nachhaftung, Verhalten im Schadenfall)

Bilanzlesen und Bilanzanalyse

Ausbildungsziel: Die TeilnehmerInnen verfügen über grundlegende Kenntnisse über den Aufbau von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, beriebswirtschaftliche Kennzahlen und über Bilanzpolitik:
Bilanzlesen (Grundlagen im Unternehmens- und Steuerrecht, Grundlagen der Buchhaltung und Bilanzierung, Jahresabschluss nach UGB, Inhalt der Bilanz (Gliederung und Bewertung), Inhalt der Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Einführung in die IFRS)
Bilanzanalyse (Grundlagen der Bilanzanalyse (Funktionen, interne und externe Bilanzanalyse, Bilanzpolitik, Instrumente), Ablauf der Bilanzanalyse, kritische Parameter, Kennzahlen nach Themen)

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Ausbildungsziel: Die TeilnehmerInnen gewinnen Verständnis der Rechnungslegung und der Abschlussprüfung und der Verwendung des IKS als Kontrollinstrument. Dadurch soll ein Erkennen von wesentlichen Risikopositionen im Jahresabschluss und Schwächen im IKS ermöglicht werden. Ergänzend werden Kenntnisse über die formalen Erfordernisse (in der Abschlussprüfung von der Bestllung, Zusammenarbeit der Organge) dargestellt:  Stand der österreichischen und internationalen Rechnungslegung, Grundsätze und Qualitätskriterien, IKS für den Rechnungslegungsprozess, der „Finanzexperte“, Abschlussprüfung – Grundsätze und Qualitätskriterien, Prüfung des Jahresabschlusses (Prüfungspflicht, Prüfungsumfang und Prüfungsstandards), Fragen der Bestellung des Abschlussprüfers, Zusammenarbeit der Organe (Aufsichtsrat, Geschäftsführung, Prüfer), Effizienz und Effektivität des Prüfungsausschusses, Bilanzdelikte (Strategien zu Risikominimierung), Kontrolle und Kontrollinstrumente

Risiko Management und Controlling

Ausbildungsziel: Die TeilnehmerInnen sind in der Lage, verschiedene Instrumente und Methoden zur Wahrung von Planungs-, Steuerungs- und Kontrollaufgaben im Unternehmen zu implementieren, koordinieren und anzuwenden. Unter Einbezug der Elemente des externen Rechnungswesens sowie der Sichtweisen der Stakeholder werden die Teilnehmer anhand von Beispielen betriebswirtschaftliche Grundsätze wiederholen und zukünftige Unternehmenschancen und -risiken erkennen: Überblick über den Stand des Risk Management und Controlling, Grundsätze und Qualitätskriterien eines ordnungsgemäßen Risiko Management und Controlling, Sicht der finanzierenden Bank, instrumentelle und methodische Mindestausstattung, Verankerung des Risk Management und Controlling im Unternehmen, internes Kontrollsystem, Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Geschäftsführung im Riskmanagement, spezifische Anforderungen aus der Sicht des Aufsichtsrats, der Aufsichtsrat in Unternehmenskrisen, Kontrolle und Kontrollinstrumente

Personalmanagement, Leitung und Kontrolle der Unternehmensstrategien, Kommunikationsstrategien

Ausbildungsziel Teilmodul Personal:  Die TeilnehmerInnen kennen das Leistungsspektrum des Personalbereichs. Sie können typische HR-Kennzahlen bewerten und kennen die Aufgaben des Unternehmens als "Arbeitgeber". Die TeilnehmerInnen haben einen Überblick zu typischen Formen der Auswahl und Entlohnung von Vorständen / Geschäftsführern: Überblick zu Positionierung, Aufbau und Aufgaben des HR-Managements im Unternehmen, Grundsätze und Qualitätskriterien der Personalarbeit, typische HR-Kennzahlen, Personalkosten, Budgetierung von Gehalts(neben)kosten; Sozialleistungen, Auswahlmethodik, Vertragsgestaltung und Kompensation von Vorständen/Geschäftsführern und Mitgliedern von Aufsichtsorganen

Ausbildungsziel Teilmodul Kommunikationsstrategie: Die TeilnehmerInnen kennen die Methoden der Entwicklung von Kommunikationsstrategien und Kommunikationskanälen von Unternehmen. Sie können Kommunikationsziele eindeutig formulieren und erhalten Einblicke in die moderne Stakeholderanalyse sowie Messmethoden der PR Erfolgskontrolle. Die erfolgreiche Gestaltung von Inhalten und Kommunikationswegen in Unternehmen ist in wesentlichen Grundzügen bekannt: Entwicklung einer Kommunikationsstrategie, Analyse der Stakeholder, Formulierung der Kommunikationsziele inkl. Praxisbeispiele, Gestaltung der Kommunikationswege und Inhalte (transparente und nachvollziehbare Informationsweitergabe an die Anleger, Erläuterung von Entscheidungen und Beschlüssen, Darstellung der fachlichen und persönlichen Reputation der Aufsichtsratsmitglieder)