Rechtswissenschaftliche Fakultät

Ao.Univ.-Prof. Dr. Raimund Pittl

e-Didaktik Einführung in die Rechtswissenschaften

(Beginn 1.7.2010 Projektende 31.12.2010)

Abschlussbericht

Projektziel

Im Wintersemester 2009/10 wurde vom Antragsteller erstmals die dreistündige Grundlagenvorlesung „Einführung in die Rechtswissenschaften“ angeboten, die als eine der Hauptvorlesungen des ersten Studienabschnitts von circa 200 Studierenden besucht wird. In eingeschränktem Umfang wurden bereits im Rahmen dieser Lehrveranstaltung gewisse E-Campus-Tools genutzt. Dabei wurde festgestellt, dass eine umfangreichere und weitergehende Nutzung von E-Campus-Elementen nicht nur von Seiten der Studierenden gewünscht, sondern auch aus didaktischen Gründen erstrebenswert wäre. Dadurch würde sowohl das Verständnis gefördert als auch das anwendbare Wissen vertieft. Dies ist freilich mit zusätzlichem Personal- und Ressourceneinsatz verbunden.

Ziel dieses Projektes ist es, zusätzlich zum vom Lehrveranstaltungsleiter eingebrachten Input das Erarbeiten des Stoffgebietes durch die Studierenden zu optimieren und den Lerneffekt durch die angebotene Wiederholungs-, Vertiefungs-, Übungs- und Diskussionsmöglichkeit weiter zu verstärken.

Die dafür adäquaten Mittel werden den Studierenden von der LV-Leitung zur Verfügung gestellt, die auch für die kontinuierliche Betreuung der Studierenden im Rahmen dieses Projektes sorgt. Aus diesem Grund soll einerseits ein Fragenpool für die angeführten Lehrveranstaltungen geschaffen werden, den die Studierenden in Form eines „e-learning-Tests“ selbständig bearbeiten können. Gedacht ist dabei an circa 200-300 Fragen mit mehreren Antwortmöglichkeiten, mit denen es den Studierenden erleichtert wird, das erworbene Wissen zu überprüfen und darüber hinaus zu einem tieferen Verständnis und Problembewusstsein zu gelangen. Um dies zu gewährleisten, ist beabsichtigt, diesen Fragenpool nicht nur als klassisches Frage–Antwort–Spiel auszugestalten, sondern den Studierenden zusätzlich für jede richtig oder falsch angeklickte Antwort eine Erklärung in Form eines kurzen Kommentars zur gewählten Antwort bereitzustellen, sodass für diese nachvollziehbar wird, warum die angeklickte Auswahl richtig oder falsch ist. Diese Art der Fragenzusammenstellung ist naturgemäß mit deutlich größerem Zeitaufwand verbunden. Ohne dies im Rahmen dieses Projekts näher überprüfen zu können, könnten sich in diesem Zusammenhang auch interessante genderspezifische Rückschlüsse auf diesbezügliche unterschiedliche Frage- und/oder Antwortmöglichkeiten ergeben.

Ein weiterer wichtiger Baustein in diesem Konzept stellt die didaktisch ansprechende Aufbereitung der Lehrmaterialien dar. Diese beinhaltet vor allem die entsprechende graphische und visuelle Gestaltung der in der Vorlesung verwendeten PowerPoint Folien. Vorlesungsfolien mit zusätzlichen Erklärungen oder Anmerkungen zu bestimmten Kapiteln im speziell für die Einführung in die Rechtswissenschaften verfassten Lehrbuch Markl/Pittl „Einführung in das Privat- und Wirtschaftsrecht“ sollten nicht fehlen, damit die Studierenden die Thematik dort nachlesen können bzw. sich auf die Vorlesung „einstimmen“ können. Besonders die Vorbereitung auf die schriftliche Endklausur wird so erleichtert. Außerdem sollen die Vorlesungsfolien durch weitere, im E-Campus abgelegte, Dokumente ergänzt werden (Zeitungsartikel, Urteile, Ausschnitte aus Büchern und Artikeln), um tagesaktuelles Geschehen, Auffassungen berühmter Persönlichkeiten udgl in den Unterricht einfließen lassen zu können.

Weiters erscheint uns von Bedeutung, dass die Studierenden untereinander gewisse Fragestellungen diskutieren können: Zu diesem Zweck soll ein Diskussionsforum eingerichtet werden. Die gemeinsame Reflexion und der gemeinsame Erfahrungsaustausch von LV-TeilnehmerInnen mit zwangsläufig unterschiedlichen Wissensniveaus in den einzelnen Teilgebieten könnte einen nicht zu unterschätzenden zusätzlichen Lerneffekt zur Folge haben. Außerdem kann auch der Lehrveranstaltungsleiter auf diese Weise gezielt ausgewählte Fragen intensiver zur Diskussion stellen als dies im Hörsaal möglich ist.

 

Mehrwert

Mit dem geplanten e-Campus Projekt soll in erster Linie eine weitere Grundlage (neben dem Lehrbuch) für die Vorbereitung auf die jeweilige Lehrveranstaltungsprüfung sowie die Basis für ein weiteres, erfolgreiches Studium geschaffen werden. Nicht die isolierte Betrachtung einzelner rechtlicher Fragen soll im Vordergrund stehen, sondern eine „Annäherung“ auf mehreren Ebenen bzw aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Diese Vorgehensweise führt zu einer verbesserten Aufbereitung des Kursstoffes sowie zu einer outcome-orientierten Betrachtung des Lehr- und Lernprozesses. Geplant ist eine Nutzung dieser Lernplattform über das jeweilige Semester hinaus sowie für andere vergleichbare Lehrveranstaltungen an der ReWi- und SoWi-Fakultät. Die damit einhergehende permanente Adaptierung des Lehrmaterials sollen in weiterer Folge auch dazu dienen, Anhaltspunkte zu finden, welche Themenbereiche dem einzelnen Studierenden eher unzugänglich oder schwer verständlich erscheinen, damit auch bei der Neubearbeitung von Lehrbüchern darauf Rücksicht genommen werden kann.

Speziell berufstätigen Studierenden, welche die Vorlesung aus zeitlichen Gründen nicht oder nicht regelmäßig besuchen können, soll die effektive „virtuelle“ Teilnahme an der Lehrveranstaltung ermöglicht werden.

Wegen der auf das Kalenderjahr beschränkten Verfügbarkeit von Fördermitteln wird die Förderung zunächst nur von 1.7. bis 31.12.2010 beantragt. Zu einem späteren Zeitpunkt wird ein Folgeantrag gestellt werden, um eine ordnungsgemäße und kontinuierliche Projektabwicklung zu gewährleisten.

 

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