Fakultät für Biologie

A. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Pöder

Erweiterungen und Verbesserungen zum E-Learningprojekt 'Interaktives Computerprogramm zur Identifizierung/Monitoring von Ektomykorrhizen' (2008.085)

(Beginn 1.1.2009 Projektende 30.6.2009)

Abschlussbericht 

 

Projektziel

Als „Ektomykorrhiza“ (ECM) wird eine spezielle Symbiose zwischen Pilzen (ca. 6 000 Arten) und Pflanzen (viele Angio- und Gymnospermen) bezeichnet, die in allen terrestrischen Ökosystemen eine fundamentale Rolle spielt: Die Be-schaffung/Produktion von Nährstoffen und deren optimaler Austausch zwischen den Symbiosepartnern ist eine wesentliche Voraussetzung für die gesunde Ent-wicklung von Wäldern.

Das Resultat des e-Learning-Projekts „Interaktives Computerprogramm zur Identifizierung/Monitoring von Ektomykorrhizen“ (Projektnummer 2008.085), eine Web-Applikation, bietet eine didaktisch hochwertige, dem „State of the Art“ entsprechende und neuartige Ergänzung und Erweiterung zu den Lehrinhalten der LVAs „Ektomykorrhiza-Monitoring“ und „Systematik der Mikro-organismen II (Pilze & Pseudopilze)“ und zeigt eine zielführende Lösungs-möglichkeit für Identifikations- und Monitoringprobleme auf (1. hoher Zeit- und Geräteaufwand; 2. unvollständige Bestimmungsliteratur; 3. uneinheitliche Be-schreibungsprotokolle), mit denen selbst erfahrene Wissenschaftler/-innen Schwierigkeiten haben.

Die Web-Applikation bietet durch ihren bebilderten und mit umfangreichen Erklärungstexten ergänzten Bestimmungsschlüssel Studierenden die Möglich-keit, die Lehrinhalte selbständig zu wiederholen und ihre Praktikumsergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren.

In diesem Folgeprojekt soll die SQL-Datenbank der Web-Applikation mit bisher bekannten Morphotypen anhand von Auswertungen von einschlägigen Daten-banken und Fachliteratur ergänzt werden.

In einer der größten und wichtigsten Onlinedatenbank für Ektomykorrhizen (ECM) (www.deemy.de) sind 498 Beschreibungen von ECMs verfügbar. Be-gonnen wird mit Pflanzengattungen/-taxa, die für die Schwerpunktforschung an unserer Universität (vgl. „Ökologie des Alpinen Raumes“) bzw. für Tirol und damit auch für die ECM-Monitoring-LVA besonders relevant sind (ECMs an Fichten, Kiefern, Tannen, Lärchen, Buchen, Birken und Eichen; in der u. a. Auflistung im Fettdruck).

Auflistung der auf www.deemy.de erhältlichen ECM-Beschreibungen, sortiert nach Pflanzenpartnern (in Klammer jeweils die Anzahl der vorhandenen Beschreibungen ECM-formender Pilze): Abies (10)Alnus (28), Betula (31)Carpinus (3), Castanopsis (1), Cistus (1), Corylus (6), Cyclobalanopsis (1), Dryas (6), Elaeocarpus (1), Eucalyptus (5), Fagus (48)Fumana (2), Gnetum (1), Helianthemum (1), Larix (11)Nothofagus (17), Nyctaginaceae (1), Pasania (1), Picea (117)Pinus (89)Populus (10), Pseudotsuga (13), Quercus (70)Rosa (1), Salix (6), Shorea (5), Tetraberlinia (3), Tilia (2), Tsuga (3), Uapaca (4).

Aus einer ECM-Beschreibung können sich eine oder mehrere ECM-Morphotypen, je nach Variabilität der ECM, ergeben.

Auf programmtechnischer Ebene werden zusätzliche Features in die Web-Appli-kation eingebaut, die die Benutzerfreundlichkeit verbessern, die optische Dar-stellung und Auswertung des Morphospaces mittels generischer Schnittstelle erweiterbar machen und die didaktischen Möglichkeiten der Web-Applikation steigern. Weiter werden umfangreiche Import/Export Möglichkeiten zur Ver-fügung gestellt werden sowie der Quellcode auf Geschwindigkeit optimiert, um Wartezeiten bei den komplexen Datenbankabfragen zu minimieren.

 

Mehrwert

Durch die „Befüllung“ der SQL-Datenbank der Web-Applikation entsteht aus einem Typisierungs- und Dokumentationsprogramm ein vollwertiger Bestimm-ungsschlüssel. Die/der Studierende kann bei Übereinstimmung mit Merkmals-kombinationen aus vorhandenen Datenbanken, den ECM-Pilzpartner auf Art‑/Gattungsniveau identifizieren. Bei einem noch nicht in der Datenbank vor-handenem ECM-Morphotyp, wird die/der Studierende darauf aufmerksam ge-macht und kann ihre/seine Daten, wie auch jetzt schon, in der Datenbank hinterlegen (= „Lernfähigkeit der Web-Applikation“). Dies soll langwierige Recher-chen im Internet oder Büchern, die oft keine oder nur unbefriedigende Ergebnisse liefern, ersparen.

Die Veränderungen auf programmtechnischer Ebene steigern die Benutzer-freundlichkeit (Geschwindigkeit) und den intuitiven Gebrauch der Web-Applikation.

 

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