Fakultät Mathematik, Informatik und Physik

Dr. Barbara Weber

ALASKA - Simulator für agiles Projektmanagement

(Beginn 1.2.2008 Projektende 31.8.2008)

PDF IconAbschlussbericht Projekt ALASKA 
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage http://alaskasimulator.org 

Projektziel

Eine gute Planung ist für den Erfolg eines Softwareprojektes essentiell. Daher spielt auch die Vermittlung von Planungsansätzen im Rahmen der Lehrveranstaltung „Softwareentwicklung und Projektmanagement“ eine entscheidende Rolle und stellt einen der Schwerpunkte der Lehrveranstaltung dar. Die Lehrveranstaltung ist Pflichtveranstaltung für alle Studierenden im Bakkalaureatsstudiengang Informatik und wird in der Regel von Studierenden im 4. Semester besucht. Ansätze zur Planung von Softwareprojekten  spielen auch in der Lehrveranstaltung „Ausgewählte Kapitel des Software-Engineering“ eine wichtige Rolle. Diese Veranstaltung ist Vertiefungsfach im Masterstudiengang Informatik.

Agile Ansätze setzen sich international in der Praxis immer mehr durch und lösen traditionelle plangetriebene Ansätze zunehmend ab. Das Vermitteln von agilen Planungsansätzen stellt aber den Lehrenden vor große Herausforderungen. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass das Vermitteln dieser Ansätze in theoretischer Form nur bedingt erfolgreich ist. Sehr häufig werden agile Planungsansätze missverstanden und mit keiner Planung (=Chaos) gleichgesetzt.

Die Vermittlung agiler Planungstechniken soll anhand einer Reiseplanung für Alaska erfolgen. Die Reise dient als Metapher für ein Softwareprojekt, da die Planung einer Alaskareise und die Planung eines Softwareprojekts sehr große Parallelen aufweisen. In beiden Fällen ist der Planende mit Unsicherheit (z.B.: nicht vorhersehbare Ereignisse und Situationen) konfrontiert. Im Falle der Alaskareise können dies unsichere Wetter- oder Straßenbedingungen sein. Im Falle eines Softwareprojektes liegt der Unsicherheitsfaktor in den oft unscharfen und oft erst spät klarer erkennbaren Anforderungen an das Projekt. In beiden Fällen ist Information nur unvollständig vorhanden

Derzeit entwickeln zwei Studenten des Masterstudiengangs Informatik einen Simulator in Java, welcher die exemplarische Planung von Reisen mittels einer graphischen Benutzeroberfläche erlaubt. Ziel ist es, anhand dieses Simulators, Studierende an die agile Planung heranzuführen. Um einen direkten Einsatz in der Lehre möglich zu machen, muss der Simulator jedoch um einige zusätzliche Funktionalitäten erweitert werden, welche über den Umfang der angeführten Masterarbeiten hinausgehen. Insbesondere sollte eine Erweiterung um ein Konfigurations- und Datenauswertungsmodul erfolgen. Lehrende sollen in die Lage versetzt werden, die Reise abgestimmt auf die jeweiligen Studentengruppen zu konfigurieren. Dies ist insbesondere entscheidend, weil der Simulator in verschiedenen Lehrveranstaltungen zum Einsatz kommen soll. Neben Schwierigkeitsgrad und Dauer der Reise sollten auch Reiseorte, Aktivitäten und Unterkünfte durch den Lehrveranstaltungsleiter über eine graphische Oberfläche angepasst werden können. Werden zu den Reiseorten GPS Koordinaten erfasst, soll daraus automatisch eine Karte mit den möglichen Reisezielen generiert werden, um den Studierenden während der Simulation eine leichtere Orientierung zu gewähren. Die Karte soll dabei auf eine vorgegebene Größe skaliert werden, damit der vorhandene Bildschirmplatz optimal durch relevante Informationen genutzt wird. Für umfangreichere Reisen muss die Karte eine Zoomfunktion besitzen. Außerdem ist zu beachten, dass sich aufgrund der Skalierung Ortsnamen auf der automatisch generierten Karte überschneiden können. Hier muss der Benutzer in der Lage sein, die entsprechenden Beschriftungen so anzupassen, dass die Karte gut lesbar wird. Weiters muss das System die Erstellung von Gruppen unterstützen und es Studierenden erlauben, sich mit einer bestimmten Gruppe am System anzumelden. Für die spätere Auswertung der Planungsergebnisse ist es entscheidend, dass für jede Reiseinstanz erkennbar ist, zu welcher Gruppe und Konfiguration diese gehört. Des Weiteren sollten Studierende und Lehrende nach der Reise in der Lage sein, die Historie einzelner Reiseinstanzen anzuschauen und zu analysieren um Einsicht in die Stärken und Schwächen der jeweiligen Planungsansätze zu gewinnen. Lehrende sollen außerdem bei der Durchführung von Retrospektiven nach der Verwendung des Simulators unterstützt werden. Insbesondere wäre hier Werkzeugunterstützung für den Vergleich von mehreren Reiseinstanzen wünschenswert. Zur laufenden Weiterentwicklung des didaktischen Konzepts zum Einsatz des Simulators sollte außerdem die Auswertung  über Gruppen und Semester hinweg unterstützt werden.

 

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