ORBIS TERRARUM Band 2 Lichte Tage

Roman

Peter Steiner


Orbis Terrarum Lichte Tage

Erscheinungsdatum: September 2020
Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten
Preis: € 26,90
ISBN 978-3-902866-93-6


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Pressestimmen

Gelegentlich fühlt man sich sogar an (die Erzählkunst von) Proust ­erinnert. Oder an (die von) Pasternak.

Peter Jungwirth, Wiener Zeitung

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Auch dieser 2. Band ist weit mehr als eine Addition biografischer Details oder von Reiseeindrücken. Eingewoben sind zeitgeschichtliche und politische Betrachtungen sowie einfühlsame sogar poetische Landschaftsschilderungen und Städtebilder. Wieder faszinieren die bruchlose Darstellung, das erzählerische Niveau und die Sprachkunst Steiners. Sie machen die Lektüre in jeder Hinsicht zu einem Gewinn. Breit empfohlen bzw. zur Fortsetzung.

Peter Vodosek, ekz

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Krieg, Naziherrschaft und zehn Jahre Besatzung durch alliierte Mächte sind vorbei. Der in sich gespaltene Karl vom Bühelstein vulgo Veit Troyer beschließt, das Abitur nachzuholen und einen Weg einzuschlagen, der ihn aus der Enge der Provinzstadt in die Welt hinausführen soll. Als Student nutzt er jede Gelegenheit, Bad Kleinheim zu verlassen. Selbstsicher geworden, drängt er Karl und Veit zur Seite und übernimmt als Ich-Erzähler selbst die Führung. Der Lesende merkt es spätestens an der Ich-Form, in der er fortan durch Europa, Nordafrika und den Vorderen Orient geführt wird, hinter den Eisernen Vorhang, auf den Balkan, in die Kaukasusrepubliken der Sowjetunion. Kaum über Geld verfügend, bringt der von Neugier Getriebene sich als Anhalter weiter, lernt unterschiedlichste Menschen kennen, wird mit politischen Problemen konfrontiert, anfangs noch allein, bald aber mit einer Gefährtin, nicht nur für seine Reisen, sondern fürs Leben. Doch in den scheinbar sorglosen Reiseabenteuern eines jungen Paares versteckt sich in wie nebenbei erzählten Ereignissen die zeitgeschichtliche Komponente des Romans, werden die großen Veränderungen aber auch fatalen Versäumnisse sichtbar, die Europa und seine Nachbarschaft heute mehr denn je in Bedrängnis bringen.

„Wie verschieden doch eine Landschaft wirkt, je nachdem, ob man sie auf der Ladefläche eines Lastwagens erlebt oder in einer gut gefederten, staub- und lärmdichten Limousine! Schon beim Zuschlagen der Tür glaubt man, plötzlich das Gehör verloren zu haben. Man hat auch zu viel an, und die Landschaft vor den Fenstern scheint wie auf einer Kinoleinwand vorbeizuziehen. Und dann sind es doch echte Schafe, die zu Hunderten die Straße queren und den Fahrer zum Anhalten zwingen. Aber so ganz wirklich wird auch die Schafherde nicht, die da lautlos und geruchlos über die Bildfläche in der Größe einer Windschutzscheibe zieht. Teile der Upper Highlands erlebten wir wie aus dem Kinofauteuil, das Heidekrautschimmern in sinkender Sonne, Schattenbuchten baumloser Senken, ein in der Abenddämmerung Gestalt annehmendes Manorhouse-Inn, das Knirschen von Kies unter sich verlangsamt drehenden Rädern des Rolls-Royce Silver Dawn, in den uns ein älterer Herr in Schottenrock und Schottenmütze am Ortsende von Sunrise Hill aufgenommen hatte. Nun wurden wir selbst zu Darstellern, betraten die Bühne, während von irgendwo aus dem Dunkel ein Dudelsack erklang, ein schottischer Dudelsack, der mit einer schottischen Weise die perfekt inszenierte schottische Szene begleitete.“


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