#002: Innrain 52a: Dachterrasse, Fernkälte und neue Gastro (Transkript)

Julia Papst-Gohm: Herzlich Willkommen und Hallo zum Betriebsrats-Podcast, dem Podcast, in dem aktuelle Themen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kurz und prägnant erklärt werden. Seit einem Jahr wird direkt neben der Hauptuniversität gebaut, und ich werde immer wieder gefragt, was denn hier entsteht. Am Bau selbst ist zu lesen: „Hier entstehen 13.000 Quadratmeter Raum für Wissenschaft“, aber was bedeutet das genau. Gerne gebe ich diese Frage heute weiter an einen der es wissen muss, und zwar an Hofrat Dr. Klaus Miller, der seit 20 Jahren die zuständige Abteilung Gebäude und Infrastruktur leitet. Hallo Klaus, lüfte das Geheimnis für uns, was wird denn da gebaut am Innrain 52A? 

Klaus Miller: Ja, wir bauen dort ein klassisches Lehr und Forschungsgebäude, wobei in dem Sinn die Ausrichtung mehr auf einem Bürogebäude liegt, also wir haben sehr eingeschränkt nur Labors, beziehungsweise wir bauen für die Archäologie Werkstätten und Werkstättenbereiche. Ansonsten ist es ein klassisches Bürogebäude. Vom Grundkonzept wurde damals überlegt, die außenstehenden Anmietungen zusammenzuführen und an den Campus Innrain zu bringen. Und von hier geht man aus, dass man die großen Anmietungen wie z.B. Langer Weg 11 auflösen wird und in diesem Gebäude zusammenführen wird.

Julia Papst-Gohm: Also in erster Linie ein Bürogebäude. Und wie können sich die Kolleginnen und Kollegen die Büros in diesem neuen Gebäude vorstellen. Und was ich auch immer wieder gefragt werde, wird es zusätzliche Parkplätze geben.

Klaus Miller: Ich fange mit den Büros an. Büros wird es geben. Wir haben ja sehr viel gelernt mit den Kolleginnen und Kollegen, dass wir Großraum- und Gruppenbüros nicht bauen sollten, das heißt, es werden hier Zellenbüros gemacht, wobei Zelle nicht so eingeschränkt zu sehen ist, wie bei den Padres damals, sondern Zellen mit 18 Quadratmetern, die vernünftige Bürobereiche darstellen werden. Und diese 18-Quadratmeterbüros sind durchgehend, es gibt keine Differenzierung zwischen besser- und schlechtgestellten und in den Eckbüros gibt es noch größere Einheit mit 36 Quadratmetern, die aber zwingend mit 4 bis 6 Personen zu belegen sind.

Julia Papst-Gohm: Okay, und die Parkplätze?

Klaus Miller: Parkplätze hat man zusätzlich keine mehr, so ähnlich wie beim Chemie-Gebäude damals werden keine Parkplätze im Gebäude untergebracht.

Julia Papst-Gohm: Okay, Klaus, also klare Frage, klare Antwort, es wird keine zusätzlichen Parkplätze geben. Man könnte das ja auch als einen sehr umweltfreundlichen Ansatz deuten. In diesem Sinne vielleicht auch, inwieweit wird das Thema Nachhaltigkeit und Energieeffizienz beim Bau des neuen Gebäudes berücksichtigt.

Klaus Miller: Wir waren sehr pragmatisch bei diesem Thema, wir wollten Nachhaltigkeit und Energieeffizienz nicht technisiert überfrachten. Sondern wir haben gesagt, wir wollen einen Low-Tech-Ansatz nehmen, das heißt, wir haben eigentlich prinzipiell keine haustechnischen Anlagen, die in Extremsituationen reagieren, sondern wir haben ganz einfache Wege genommen. Beispielsweise haben wir Betonkernaktivierung installiert oder wollen es installieren. Dann haben wir auf Fernkälte und Fernwärme gesetzt. Wir erzeugen das nicht selbst, und zum ersten Mal haben wir Fernkälte in diesem Zusammenhang. Und wir haben gute nachhaltige Materialien, das war uns sehr wichtig. Und letztlich haben wir gute Dämmwerte. Aber wir sind nicht extrem geworden und haben beispielsweise öffenbare Fenster für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das war uns ganz wichtig, dass wir gesagt haben, in unserem Umfeld wollen wir haben, dass die Menschen in ihrem Büro ein Fenster selber öffnen können. Und das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich, aber das war uns extrem wichtig. Und dann beim Grundstück selber haben wir mit der Wahl dieses Gebäude ein Gebäude gewählt, das sehr wenig an Fläche in Anspruch nimmt. Das war auch für uns ein nachhaltiger Ansatz, die Flächen möglichst komprimiert auszunutzen und für die Campus-Wiese dann später auch Platz zur Verfügung zu haben, oder für eine spätere Entwicklung der Universität.

Julia Papst-Gohm: Das heißt, es wird auch Außenbereiche geben. Gibt es Infrastruktur, die auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen, eben Außenflächen vielleicht?

Klaus Miller: Ja, wir haben wie schon gesagt die Campus-Wiese. Die soll eigentlich mit der schönen Außenanlagen-Situationen am Innrain gute Möglichkeit bieten, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich in dem Areal sehr wohlfühlen können, aber auch Studierende, selbstverständlich Studierende auch und wir haben weiters die Gastronomie neu untergebracht. Das heißt, es wird von der Josef-Hirn-Straße dieser Gastronomiebereich dorthin transferiert werden, es wird die Hauptgastronomie der Universität Innsbruck werden, von dem auch andere Standorte auch teilweise beliefert werden können. Und die ist auch so gestaltet, dass von den Aufenthaltsbereichen die sich sehr schönen in den Außenraum hineinspielen werden. 

Julia Papst-Gohm: Wird es eine Dachterrasse geben? Das werde ich auch gefragt.

Klaus Miller: Es gibt eine kleine Dachterrasse. Die ist auch so situiert, dass sie öffentlich zugänglich sein wird. Das heißt, es ist kein Exklusivrecht für einzelne, sondern das gibt einen offenen Zugang zu dieser Dachterrasse. Dann gibt es einen Bibliotheksbereich, der natürlich auch öffentlich zugänglich sein wird. Und wir haben einen großen Museumsbereich, hier wird das Museum vom Langen Weg hin transferiert werden, und einen Ausstellungsraum für die Kunstgeschichte, das heißt, es wird nach vielen Jahren wieder einen Ausstellungsraum geben, der ursprünglich am Innrain 52 D gewesen ist, und den kann man dann auch den Mitarbeitern zur Verfügung stellen bzw. die können den dann auch nutzen dementsprechend. 

Julia Papst-Gohm: Super, und wann rechnest du mit der Fertigstellung bzw. auch dem Bezug des Gebäudes?

Klaus Miller: Das ist immer ein schwieriges Thema, das im Vorfeld festzulegen. Wir haben das sehr viel Erfahrung, dass man mit diesen Daten eigentlich sehr spät nach außen gehen sollte, aber es ist geplant mit der BIG, dass das Gebäude im Herbst 2022 fertiggestellt ist. Dann müssen wir aber schauen, was heißt Fertigstellung, wie mängelfrei ist das Ganze bzw. wie schaut es aus mit dem Probebetrieb und sonstigen Dingen. Also, wenn alles optimal läuft, könnten man ab dem Herbst übersiedeln, oder in den Herbst hinein übersiedeln. Wenn es etwas schlechter laufen sollte, wird es sich etwas hinauszögern. Aber spätestens Frühjahr 2023 sind wir drüben.

Julia Papst-Gohm: Okay, Klaus, eine letzte Frage noch: Wer bezahlt denn das alles? Und gehört das Gebäude dann der Universität Innsbruck?

Klaus Miller: Das Gebäude gehört nicht der Universität Innsbruck, das Gebäude ist Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Und bezahlt wird es letztlich aus Steuergeldern. Und die Universität wird das Gebäude bei der BIG anmieten.  

Julia Papst-Gohm: Also, die Universität ist Mieterin.

Klaus Miller: Mieterin, ja!

Julia Papst-Gohm: Vielen Dank, Klaus, für deine Zeit und, dass du dein Wissen mit uns geteilt hast. Ich wünsche dir bzw. der Universität für die Fertigestellung des Gebäudes alles Gute und freue mich schon auf eine tolle Einweihungsparty-

Klaus Miller: Die wird es sicher geben! Vielen Dank!


 

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