Projekte

Laufzeit: bis Februar 2022

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Peter Trebsche
                            Marie-Claire Ries, MA BA

Förderung: Amt für Kultur Kanton Schwyz (CH)

Paläoökologische Auswertung von Sedimentprofilen aus der Rettungsgrabung Immensee-Dorfplatz

Die zentralschweizerische Seenlandschaft beherbergt zahlreiche gut erforschte prähistorische Ufersiedlungen. Im südwestlichen Teilabschnitt des im Kanton Schwyz gelegenen Zugersees konnten allerdings noch keine entsprechenden archäologischen Zeugnisse lokalisiert werden. Dieses Bild änderte sich im Herbst 2020 grundlegend. Die Entdeckung fundführender Siedlungsschichten im Vorfeld eines Bauprojekts führten zu einer Rettungsgrabung im Areal Immensee-Dorfplatz. Eine dreimonatige archäologische Maßnahme dokumentierte 350m² einer mehrphasigen neolithischen Fundstelle. Erste Forschungsergebnisse geben Einblicke in eine Pfahlbaustation, welche ökonomisch gut vernetzt war und als verkehrsgeographisch bedeutender Knotenpunkt in inneralpine Regionen sowie weit über die heutige Zentralschweiz hinaus von Bedeutung war. Neben Details zu prähistorischer Distributionsnetzwerken gibt die Analyse von Objekten aus dem lithischen und keramischem Artefaktspektrum Einblicke in handwerkliche Schwerpunkte vor Ort.

 

 

An der Universität Innsbruck wird aktuell im Rahmen eines interdisziplinären Kooperationsprojektes zwischen dem Amt für Kultur Kanton Schwyz (CH) sowie dem Amt für Städtebau Zürich Abt. Unterwasserarchäologie und Dendroarchäologie (CH) die umweltarchäologisch-paläoökologischen Projektauswertung durchgeführt. Pollenanalysen an Sedimentkurzprofilen aus dem Siedlungsareal sollen Fragen zur prähistorischen Mensch-Umwelt Beziehung beantworten und Aspekte zur anthropogenen Nutzung des naturräumlichen Umfeldes der Fundstelle näher beleuchten. Weitere Details zur Sedimentgenese und taphonomischen Prozessen des Fundplatzes werden erforscht.

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