Lehre von Stephan Leher


Übersicht Lehrveranstaltungen

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Profil meiner moraltheologischen Lehre an der Theologischen Fakultät

Die Moraltheologie reflektiert das christliche Handeln. Dies geschieht, indem die Transzendenzverwiesenheit des Menschen, seine Gotteserfahrung und die Beziehung zu Jesus Christus dem Normanspruch moralischen Handelns zugrunde gelegt und im Zusammenhang der ganzen Geschichte eines christlichen Lebens verstanden werden.

Die Ausrichtung der Moraltheologie auf die Heilsgeschichte verdankt sie der Gnadentheologie, d.h. sie schließt an eine Tradition an, in der Dogma und Moral zusammen bedacht wurden. Es ist deshalb für die Moraltheologe sehr zu begrüßen, wenn die inhaltliche Verwiesenheit von Dogmatik und Moral an der theologischen Fakultät der Universität Innsbruck in einem gemeinsamen Institut für Systematische Theologie wiederum zum Ausdruck kommt. Denn: Gnade setzt Natur voraus und vollendet diese. D.h. Gottes Gnaden- und Heilsinitiative setzt unsererseits ein Potential voraus, diese an- und aufzunehmen.

Die Fundamentalmoral hat aufzuweisen, wie eine verantwortete Begründung normativer ethischer Geltungsansprüche in der gegenwärtigen Situation eines ethischen Pluralismus argumentativ eingelöst werden kann. Eine christliche Anthropologie hat in ihrem Menschenbild die Erkenntnisse der positiven Wissenschaften vom Menschen zu berücksichtigen. D.h. für die Praktische Moraltheologie, dass sie auch die sozial-gesellschaftlichen Dimensionen christlichen Handelns reflektiert. "Gaudium et spes" sagt in Artikel 5: "In ihrem Fortschritt geben Biologie, Psychologie und Sozialwissenschaften dem Menschen nicht nur ein besseres Wissen um sich selbst; sie helfen ihm auch, in methodisch gesteuerter Weise das gesellschaftliche Leben unmittelbar zu beeinflussen"

Die Moraltheologie hat sich durch einen verantwortlichen Umgang mit der eigenen Tradition auszuzeichnen. War im 19. Jh. die Entwicklung der Moraltheologie zu einer Gebots-, Gesetzes- und Pflichtenmoral derart fortgeschritten, dass der Schwerpunkt auf der Einprägung negativ gefasster Erfüllungsverbote lag sowie in einer kasuistisch verengten Sünden- oder Beichtstuhlmoral, wobei die Tugendlehre mit der Vorgabe von Zielgeboten viel zu kurz kamen, so ist diese Entwicklung im Zusammenhang der historischen Erfahrungshorizonte der Moraltheologen nachzuzeichnen. Der lange Weg, der die Moraltheologie vom Gesetzesgehorsam zurück zur Reflexion der Nachfolge Jesu als Selbstverständnis christlichen Handelns führte, ist darzustellen. Das II. Vatikanische Konzil war ein Meilenstein in der Wiederentdeckung der Heiligen Schrift als Grundlage des christlichen Lebens. Das Dekret "Optatam totius" sagt in Artikel 16 über das Theologiestudium: "Die Heilige Schrift ist gleichsam die Seele der ganzen Theologie" und von der Moraltheologie wird gefordert: "Besondere Sorge verwende man auf die Vervollkommnung der Moraltheologie, die, reicher genährt aus der Lehre der Schrift, in wissenschaftlicher Darlegung die Erhabenheit der Berufung der Gläubigen in Christus und ihre Verpflichtung, in der Liebe Frucht zu tragen für das Leben der Welt, erhellen soll." Die Bibelmoral hat dieser Forderung des Konzils Rechnung zu tragen.

Das II. Vatikanische Konzil nahm nicht nur die Verbindung von Dogma und Moral sowie von Moral und Bibel wieder in den Blick, sondern auch die Verbindung von spiritueller Theologie bzw. Spiritualität und Moraltheologie. Das II. Vatikanische Konzil erwartet nicht nur das Studium der Bibel sondern auch Bibelmeditation und geistliche Erfahrungen (Dei Verbum Art.8). Die Moraltheologie hat diesem Anspruch in ihren Reflexionen gerecht zu werden.


Skripten

Stephan P. Leher. Fundamentalmoral. Vorlesungsskriptum. Innsbruck 2012.

                             Prüfungsfragen - Fundamentalmoral. Innsbruck 2012.

 

Stephan P. Leher. Ethik in der Medizin. Vorlesungsskriptum. Innsbruck ³2006.

Stephan P. Leher. Freiheit und Gleichheit. Gerechtigkeit und Menschenrechte. Vorlesungsskriptum. Innsbruck ²2004.

Stephan P. Leher. Die Ethik des persönlichen Lebens. Vorlesungsskriptum. Innsbruck 2007.

Stephan P. Leher. Die Ethik des Lebensbeginnes und des Lebensendes. Vorlesungsskriptum. Innsbruck ²2003.

Stephan P. Leher. Bibelmoral. Worte und Taten Jesu in den Evangelien. Skriptum 22006.

 

 


DISSERTATIONEN

DISSERTATIONEN (laufend):

  • Philipp Gögele, Christliche Werte der Europäischen Union. Beginn: Oktober 2007.
  • Mathai Ottappally, "Matriarchat, Gewaltlosigkeit und Soziale Gerechtigkeit bei den Khasi". Beginn: Oktober 2007.
  • Charles Oreke, Conscience Formation in Bernard Häring and in the Igbo Culture. Beginn: November 2006.

DISSERTATIONEN (abgeschlossen):

  • Robert Jonischkeit, Vom "gerechten Krieg" zum Frieden in Gerechtigkeit. Abgeschlossen: Ende Februar 2010.
  • Vasyl Palchynskyy, "Selbstmord" in der "Christlichen Ethik" von Karl-Heinz Peschke. Eine kritische Untersuchung. Abgeschlossen: Oktober 2008
  • Valentine Koledoye, Death Penalty in Nigeria and the Teachings on Death Penalty in the Cathechism of the Catholic Church. Abgeschlossen: November 2007.

DIPLOMARBEITEN

DIPLOMARBEITEN (laufend):

DIPLOMARBEITEN (abgeschlossen):

  • Stefan Georg Thaler, Zeugen der Wahrheit - Skizzen einer Spiritualität der Ehe bei Franz und Franziska Jägerstätter. Abgeschlossen: Februar 2010.
  • Christine Gasser, Die Tatsache des Geborenseins und dessen symbolische Ordnung. Feministische Theorie im Anschluss an Hannah Arendts Konzept der Natalität. Abgeschlossen: Oktober 2005.
  • Isabella Hörmann, Chancen und Grenzen der Ehevorbereitung. Abgeschlossen: April 2005.
  • Elisabeth Gasser, Stimmen gegen eine Verdrängung des Todes. Sterben und Tod in Theologie und deutschsprachiger Lyrik der Gegenwart. Abgeschlossen: April 2005.
  • Semenou Vincent Komlan, Über die Gewaltproblematik und Friedensforschung. Abgeschlossen: September 2004.
  • Igor Lukenda, Ethik der Sterbehilfe. Das niederländische Modell. Abgeschlossen: Juli 2004.
  • Hyun Chul Joseph Bae, Die Theologie der Familie in der Enzyklika "Familiaris consortio". Die Familie in der modernen Gesellschaft und die Vorstellung der Kirche am Beispiel der koreanischen Familie. Abgeschlossen im Juli 2004.
  • Andreas Gröpl, Menschenbild und Moral nach Eugen Biser. Abgeschlossen: Juni 2004.
  • Elisabeth Sacher, Lebenshilfe und Sterbebegleitung. Die moderne Hospizbewegung. Abgeschlossen: November 2003.
  • Christian Brunner, Marienerscheinungen und ihre theologische Bedeutung. Abgeschlossen: November 2003.
  • Stephanie Holzer, Tod als Teil des modernen Lebens. Abgeschlossen: November 2003.
  • Thomas Jutz, Sexualmoral für Jugendliche. Sexualmoralische Ausführung anhand eines Katholischen und Freikirchlichen Jugendbuches. Abgeschlossen: Oktober 2003.
  • Ibrahim Nyangate, Structural Violence and Poverty: A Kenyan Christian Perspective. Abgeschlossen: Jänner 2003.
  • Michael William, Die Problematik des therapeutischen Klonens aus moraltheologischer Sicht, erarbeitet anhand von Dokumenten der UNERCO. Abgeschlossen: Februar 2002.