Fête de la Musique/Symposium : „Europäische Mehrstimmigkeiten – Polyphonies européennes"

21. Juni 2014

Im Rahmen der vom Institut français d’Innsbruck veranstalteten „Fête de la musique", organisierte der Frankreich-Schwerpunkt gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Thomas Nußbaumer vom Abteilungsbereich Musikalische Ethnologie des Mozarteums, ein Symposium zur europäischen Mehrstimmigkeit. Dazu wurden Spezialisten der französischen und der italienischen sowie der Schweizer Volksmusik eingeladen.

Das Besondere war, dass jeder Vortrag mit einer live-musikalischen Darbietung illustriert wurde. Aus Frankreich kam Prof. Jean-Jacques Castéret, der die historischen und geographischen Ähnlichkeiten zwischen den polyphonen Traditionen Europas hervorhob. Er brachte aus den „Alpes Maritimes" das „Ensemble Aurea" mit, ein Trio aus zwei Frauen und einem Mann, das den mehrstimmigen Gesang seiner Region pflegt und auch neue Lieder in diesem Stil komponiert. Aus Italien kam Prof. Ignazio Macchiarella; er sprach über mehrstimmiges Singen in Sardinien im Vergleich mit anderen Regionen; seine Ausführungen illustrierten die „Cantori di Verméi" aus dem italienischen Trentino, eine Gruppe von zwölf Männern aus dem Sonnental, die später mit den ganz traditionellen Liebes- und Kriegsliedern, Psalmen und Kirchenliedern aus ihrer Region das Goldene Dachl zum Klingen brachten.

Den Abschluss machte Prof. Raymon Ammann aus der Schweiz, der in der Alphornmusik und in dem darauf basierenden Naturjodel spezielle mehrstimmige Praktiken aufzeigte. Statt Schweizer Alphornmusik gab es im Anschluss daran allerdings Tirolerisches und Salzburgisches: Zwei junge Frauen zeigten, dass man auch als einzelne Sängerin mehrstimmig singen kann, Lissie Rettenwander mit tontechnischen Hilfsmitteln, und Anna-Maria Hefele mit Hilfe der Obertöne. Das Publikum lauschte gespannt.