Institut für Archäologien

Mag. Florian Martin Müller


 

Ascoli Satriano: Lehrgrabung und Arbeiten an Originalen

(Beginn 1.6.2008 Projektende 31.12.2008)

Abschlussbericht 

 

Projektziel 

Die Forschungen des Instituts für Archäologien der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck richten sich seit Jahren schwerpunktmäßig auf den Raum Süditalien. 1996 konnte in Ascoli Satriano, einer kleinen 36 km südlich von Foggia in Apulien gelegenen Stadt, ein Forschungsprojekt und 1997 mit der Grabungserlaubnis des Ministero per i Beni e le Attività Culturali eine regelmäßige Ausgrabungstätigkeit begonnen werden. Im Zuge der archäologischen Arbeiten vor Ort finden aber gleichzeitig auch zwei Pflichtlehrveranstaltungen im Rahmen des Studiums der Klassischen Archäologie an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck statt. Seit 1999 werden alljährlich jeweils im Sommersemester alternierend die Pflichtlehrveranstaltungen „Lehrgrabung II (Ascoli Satriano)” (LG 6) und „Arbeiten an Originalen (Ascoli Satriano)“ (PR 4) abgehalten.

 

Nachdem die Studierenden bereits in der Lehrgrabung I, die im Inland erfolgte, eine erste Einführung in die Grabungstechnik erhalten haben, ist das Ziel der „Lehrgrabung II (Ascoli Satriano)” eine Vertiefung in das praktische Arbeiten im Felde im Rahmen einer wissenschaftlichen Ausgrabung, d.h. das Freilegen von Befunden und ihre zeichnerische (Plan, Profil, Schnitt, Maueransicht), photogrammetrische und vermessungstechnische Dokumentation sowie anschließende Interpretation. Es hat sich gezeigt, dass der gewählte Grabungsplatz mit den Überresten einer Siedlung, eines ausgedehnten Gräberfeldes und eines möglicherweise in Verbindung mit diesem zu sehenden Zeremonialzentrums aufgrund seiner komplexen Stratigraphie und z.T. rezenter Störungen (Raubgrabungen) hohe Ansprüche an die beteiligten Studierenden stellt.

 

Neben der Ausgrabungstätigkeit wird das zugehörige Fundmaterial in der Lehrveranstaltung „Arbeiten an Originalen (Ascoli Satriano)“ bearbeitet d.h. restauriert, dokumentiert, elektronisch archiviert und ausgewertet. Da die Kleinfunde, vorwiegend Keramik, nicht aus Italien ausgeführt werden dürfen, kommen die Studierenden erstmals vor Ort unmittelbar mit den verschiedenen Fundgattungen und Typen von Keramik in Berührung.

 

Es war daher und wird auch in Zukunft weiterhin notwendig sein, die Studierenden jeweils in Ascoli Satriano intensiv und genau, sowohl am Grabungsplatz, als auch bei der Bearbeitung der Kleinfunde in die vorhandenen Gegebenheiten einzuweisen. Da die Arbeitszeit in Italien allerdings aufgrund der finanziellen Rahmenbedingungen begrenzt ist, wurde nun angedacht, bereits im Vorfeld Informationen bereitzustellen. Im Laufe der Jahre erfolgte v.a. in der Anfangszeit der Forschungen vor einer Umstellung auf digitale Fotografie ein Großteil der Dokumentation auf analogem Wege und es hat sich dadurch eine umfangreiche Bilddokumentation in Form von Diapositiven (ca. 6000 Stück)  gebildet. Das Problem bislang war, dass diese, die zum einen detailreich die Situation vor Ort, die Stratigraphie und Komplexität des Grabungsplatzes, zum anderen die einzelnen Fundgattungen zeigen, kaum zur notwendigen individuellen Vorbereitung der einzelnen Studierenden genutzt werden konnten. Es ist daher geplant, im Zuge dieses E-Learning-Projektes die Digitalisierung der Dias vorzunehmen und sie dann in geeigneter Form in der von der Universität Innsbruck benutzten Bilddatenbank Celium Imagine den einzelnen jedes Jahr an den beiden Lehrveranstaltungen teilnehmenden Studierenden nach einer kurzen Einführung zur selbständigen Vorbereitung auf ihre praktische Geländetätigkeit zur Verfügung zu stellen. Da mittlerweile auch eine Reihe von Studierenden im Rahmen ihrer Dissertationen Themen aus dem Umfeld der archäologischen Ausgrabungen in Ascoli Satriano bearbeiten, wird auch diesen die vorgesehene Bilddatenbank zugute kommen.

Die Nachhaltigkeit des Projektes lässt sich am besten daraus ablesen, dass die beiden betroffenen Lehrveranstaltungen ohne Unterbrechungen bereits seit fast 10 Jahren fixer Bestandteil in der Pflichtlehre des Archäologiestudiums in Innsbruck sind.

 

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