Dreifarbig_schmal © Pexels / Anni Roenkae

Das Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) lädt ein zur Reihe

Feministische Stadtgespräche:
Gefühle. Wut, Verletzbarkeit und Geschlechterverhältnisse.

In den Feministischen Stadtgesprächen werden aktuelle Debatten aus Alltag, Gesellschaft und Geschlechterforschung zusammengebracht. Im Winter 2022/23 diskutieren wir über Gefühle, Verletzbarkeit und deren Politisierung. Die Angst vor Veränderungen rückt in der medialen Debatte eher die (scheinbar) verletzten Gefühle der Mehrheitsgesellschaft in den Vordergrund, anstatt die Verletzbarkeit von trans* Personen anzuerkennen, so Shon Faye. Mit Ciani-Sophia Hoeder sprechen wir darüber, warum wütende Frauen immer noch als unzurechnungsfähig gelten, obwohl weibliche Wut auch historisch in unserer Gesellschaft schon sehr viel bewegt hat. Schließlich diskutieren wir ausgehend vom Film „120 BPM“ über den politischen Stellenwert von Wut und Trauer im AIDS-Aktivismus der frühen 1990er-Jahre.

Programm

 

  24. Oktober 2022

  19:00 Uhr

  Stadtbibliothek Innsbruck, Amraser Str. 2

Shon Faye: Die Transgender-Frage.
Ein Aufruf zu mehr Gerechtigkeit
(Buchvorstellung und Gespräch, Englisch – Deutsch)

Moderation: Zoe* Steinsberger
Übersetzung: Nayra Hammann

"Die Forderungen nach wahrer Befreiung von trans Personen überschneiden sich mit denen von Arbeiter:innen, Linken, Feminist:innen, Antirassist:innen und queeren Menschen im Allgemeinen. Es sind radikale Forderungen, da sie die Fundamente unserer Gesellschaft infrage stellen – wie diese Gesellschaft gerade ist, aber auch wie sie sein könnte. Daher versetzt die Existenz von trans Menschen diejenigen in Panik, die entweder den Status quo aufrechterhalten wollen oder Angst davor haben, was anstelle dieses Status quo treten könnte", so Shon Faye in ihrem hochaktuellen und wegweisenden Debattenbuch Die Transgender-Frage. Ein Aufruf zu mehr Gerechtigkeit. Ihr bahnbrechendes Werk markiert den Beginn eines neuen, vor allem sozialeren Diskurses. Die Transgender-Frage (hanserblau, 2022) ist ein Manifest für den Wandel und ein Aufruf zu Gerechtigkeit und Solidarität, denn für Faye ist die Befreiung von trans Menschen mit dem verbunden, was unsere Gesellschaft ausmacht und was sie sein könnte – sie bietet die Möglichkeit einer gerechteren, freieren, besseren Welt für uns alle.

  Link zum Buch

Shon Faye, geboren 1988 in Bristol, studierte Rechtswissenschaften und Anglistik. Sie engagierte sich für Amnesty International und Stonewall und war leitende Redakteurin bei Dazed. Ihre Texte sind unter anderem in The Guardian, The Independent und Vice erschienen. 2021 startete Faye die viel beachtete Podcast-Serie Call Me Mother, in der sie LGBTIQ-Vorreiter:innen interviewt. Faye lebt in London.

Zoe* Steinsberger (sie*/ihr*) forscht, arbeitet, lehrt und lernt am Centrum Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck und in trans_feministischen Räumen und Kollektiven. Sie* promoviert zur Prekarisierung transfemininen Lebens in Deutschland und Österreich.

Nayra Hammann ist Kollegiatin des Doktoratskolleg „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume – Relationen – Repräsentationen“ der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck an der Universität Innsbruck.  


  15. November 2022

  19:00 Uhr

  Stadtbibliothek Innsbruck, Amraser Str. 2

Ciani-Sophia Hoeder: Wut und Böse
Buchvorstellung und Gespräch

Moderation: Verena Sperk
 

Zicken, Diven, Schreckschrauben: Frauen, die ihrer Wut freien Lauf lassen, gelten immer noch als hysterisch, unzurechnungsfähig oder instabil. Mädchen werden eher zu stiller Eleganz erzogen als zu Durchsetzungsfähigkeit. Doch weibliche Wut ist wichtig, in ihr steckt eine enorme transformative Kraft und Frauen müssen lernen, diese anzunehmen und einzusetzen. Denn letztlich verdanken wir der weiblichen Wut das Frauenwahlrecht, internationale Bewegungen wie den Women’s March, MeToo- oder die #Aufschrei-Debatte. Entfesselt und frei von Stigmata, kann Wut Frauen einen Weg aus unterdrückenden Verhältnissen bereiten und uns allen helfen, gleichberechtigt zu leben. Wut zur Veränderung – Die Journalistin Ciani-Sophia Hoeder präsentiert mit Wut und Böse (hanserblau, 2021) ein Buch über ein unterdrücktes (weibliches) Gefühl. Ein Gespräch mit Verena Sperk vom Institut für Erziehungswissenschaften der Uni Innsbruck. Eine Zusammenarbeit der Stadtbibliothek Innsbruck mit Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI).

  Link zum Buch

Ciani-Sophia Hoeder ist freie Journalistin, SZ-Magazin-Kolumnistin sowie Gründerin und Geschäftsführerin von RosaMag, dem ersten OnlineLifestylemagazins für Schwarze Frauen in Deutschland. Sie studierte Politik und Journalismus in Berlin und London und berichtet über alltäglichen und institutionellen Rassismus, das Dasein als Millennial, intersektionalen Feminismus und Popkultur. Mit dem RosaMag war sie 2020 für den Grimme Online Award nominiert.  

Verena Sperk ist Universitätsassistentin im Bereich Kritische Geschlechterforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck und promoviert im Doktoratskolleg „Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in Transformation: Räume – Relationen – Repräsentationen“ der Forschungsplattform Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung.


  23. Januar 2023

  18:30 Uhr

  Kursraum des Instituts für Erziehungswissenschaft, Liebeneggstraße 8

120 BPM (2017, frz. OmU)
Filmvorführung und Diskussion

Die Aktivistengruppe Act Up setzt sich in den 1990er-Jahren in Frankreich für HIV/AIDS-Kranke ein und nimmt es durch kühne Proteste mit den großen Pharmakonzernen und der Regierung auf. Inmitten von Kundgebungen, Protesten, heftigen Debatten und ekstatischen Tanzpartys entwickelt sich eine Liebesbezeihung zwischen Nathan und dem HIV-positiven Sean.

Originaltitel: 120 battements par minute
Robin Campillo

  Link zum Film in der IMDb



Bitte beachten: Die Veranstaltungen finden mit den jeweils gültigen Covid-Regelungen vor Ort statt.

 

Organisationsteam
Levke Harders, Verena Sperk, Zoe* Steinsberger, Tanja Vogler, Gundula Ludwig, Julia Tschuggnall


Kontakt
Julia Tschuggnall, julia.tschuggnall@uibk.ac.at
+43 512 507-39862


 

Veranstaltet von
CGI - Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck, Universität Innsbruck

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In Kooperation mit
Stadtbibliothek Innsbruck

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Gefördert von
Stadt Innsbruck, Amt für Kinder, Jugend und Generationen
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