Publikationsreihe „Interdisziplinäre Geschlechterforschung“
In der Publikationsreihe „Interdisziplinäre Geschlechterforschung“ werden unterschiedliche Werke des Centers Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) veröffentlicht. Die Reihe erscheint in kleiner Print-Auflage bei innsbruck university press und ist zudem Open Access verfügbar.
Reihenherausgeber*innen: Levke Harders und Gundula Ludwig
Erschienene Bände
Band 1
Die strukturelle Implementierung von Diversity
in der Hochschullehre in Österreich und Deutschland
Melanie Bittner
ISBN 978-3-99106-130-4
brosch., 88 Seiten
2025, innsbruck university press • iup
Preis: 21,90 Euro
Diversity ist seit einigen Jahren ein zentrales Thema der Hochschulentwicklung. Mit einem kritischen Diversity-Ansatz erkundet diese Studie das Handlungsfeld der Hochschullehre. Dabei wird der Fokus auf die strukturelle Implementierung von Diversity gelegt, das heißt, auf Maßnahmen, die seitens der Institutionen beschlossen und umgesetzt werden.
Band 2
Körper(un)ordnungen.
Trans- und interdisziplinäre Perspektiven auf Körperpolitiken,
Körpergeschichten und Körperpraktiken
Maria Heidegger, Gundula Ludwig, Caroline Voithofer (Hg.)
ISBN 978-3-99106-155-7
brosch., 210 Seiten
2025, innsbruck university press • iup
Preis: 29,90 Euro
Entgegen des die westliche androzentrische weiße Moderne auszeichnenden hegemonialen Narrativs, dass Körper naturgegebene Entitäten seien, die es in ihrer Ontologie freizulegen gilt, ist die Prämisse dieses Buches, dass Körper durch und in Machtformationen (mit-)konstituiert werden. Zugleich sind es auch Körper, die Macht-, Herrschafts- und Gewaltverhältnisse politisieren, zurückweisen und überschreiten. Der Band beleuchtet vielfältige Körper(un)ordnungen in Geschichte und Gegenwart durch Dialoge sozial-, kultur- und geisteswissenschaftlicher Perspektiven auf Körper, denn die Komplexität von Körperpolitiken, Körperverhältnissen und Körperpraktiken im Spannungsfeld von Unterwerfung und Ermächtigung lässt sich nur aus einer interdisziplinären Zusammenschau begreifen.

Band 3
Soziodigitale Transformationen
Perspektiven der interdisziplinären Geschlechterforschung
Gundula Ludwig, Silvia Rief, Verena Spark, Julia Tschuggnall (Hg.)
ISBN 978-3-99106-188-5
brosch., 250 Seiten, Abb.
2026, innsbruck university press • iup
Preis: 32,90 Euro
Digitalisierung findet eingebettet in gesellschaftliche Verhältnisse statt und trägt maßgeblich zu deren Veränderung bei. Soziodigitale Transformationsprozesse beruhen dabei zum einen auf bereits tradierten intersektionalen Ungleichheitsverhältnissen und stabilisieren diese fortlaufend innerhalb digitaler Umgebungen. Zum anderen spitzen soziodigitale Veränderungsprozesse durch die in ihnen eingelassenen techno-politischen und techno-ökonomischen Logiken Ungleichheit weiter zu und wirken auf das Soziale zurück. Zugleich können soziodigitale Transformationen neue Möglichkeitsräume für intersektionale Aktivismen und widerspenstige Subjektivierungsweisen eröffnen. Der Band zeigt auf, wie feministische Forschungsperspektiven das Politische und Soziale der Digitalisierung und die Restrukturierungen des Politischen und Sozialen durch die Digitalisierung sichtbar machen. Die hierfür versammelten Beiträge verdeutlichen, dass Digitalisierung ein zutiefst soziales Phänomen und ein widersprüchliches und umkämpftes Feld darstellt.

Band 4
Wozu braucht Elternschaft ein Geschlecht?
Interdisziplinäre feministische Perspektiven auf das Private als öffentliche Angelegenheit
Maria A. Wolf, Flavia Guerrini, Monika Schamschula, Paul Scheibelhofer (Hg.)
ISBN 978-3-99106-189-2
brosch., 274 Seiten, Abb.
2026, innsbruck university press • iup
Preis: 34,90 Euro
Kinder sind existenziell auf die Versorgung durch andere angewiesen. Zur Sicherung des Überlebens und der sozialen Integration dieser Neunankommenden wurden in nahezu allen Gesellschaften Elternschaftsordnungen geschaffen. Geschlecht fungiert dabei bis in die Gegenwart als ein entscheidendes soziokulturelles Strukturierungsprinzip. Der daraus hervorgehende vergeschlechtlichte soziale Status von Eltern sowie die ihnen darüber je nach sozio-historischen Kontexten jeweils auferlegten Zuständigkeiten und Aufgaben werden durch soziale Normen, Anerkennungs- und Sanktionsmechanismen sowie rechtliche Ansprüche und Verpflichtungen institutionalisiert. Während damit einerseits die Stabilität von Elternschaft gewährleistet werden soll, erfordert der soziale Wandel andererseits ihre stete Veränderung: Soziale Prozesse und Praxen der Elternschaft, Diskurse und rechtliche Regelungen müssen permanent re-organisiert werden, um die Zugehörigkeit und Zuständigkeit von Eltern an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Denn Kinder sind in mehrfacher Hinsicht eine grundlegende praktische Ressource von Gesellschaft. Eltern sind deshalb maßgeblich relevant für den Erhalt der Generationenfolge und der sozialen Ordnung.
Diese widersprüchlichen Dynamiken werden im vorliegenden Sammelband beleuchtet. Aus interdisziplinärer feministischer Perspektive zeigen die Beiträge Verwerfungen, Kontinuitäten und Veränderungen von Elternschaft auf. Sie fokussieren auf unterschiedliche Facetten und nähern sich dem Spannungsfeld aus theoretischer sowie empirischer Richtung. Elternschaft zeigt sich dabei als eine gesellschaftlich organisierte, vergeschlechtlichte Institution und Praxis sozialer Reproduktion, die durch ein Geflecht sozialer Akteure stabilisiert und reproduziert wird.

