
Leokadia Justman
Überleben und Erinnerung interdisziplinär analysiert
Dominik Markl, Paul Csillag (Hg.)
ISBN 978-3-99106-204-2
brosch., 464 Seiten, Farbabb.
2026, innsbruck university press • iup
Preis: 42,90 Euro
Leokadia Justman (1922–2002) überlebte den Holocaust in Polen, Tirol und im Pinzgau. Im Warschauer Ghetto inszenierte sie Theaterstücke zur Thematik des Friedens zwischen den Völkern mit Janusz Korczaks Waisenkindern. Im Innsbrucker Polizeigefängnis schrieb sie deutschsprachige Gedichte der Sehnsucht nach Freiheit und Leben. Unmittelbar nach Kriegsende verfasste sie als erste Sekretärin des Jüdischen Komitees in Innsbruck 489 maschinschriftliche Seiten ihrer Erinnerungen auf Polnisch unter dem Titel Ave Pax. Justmans Texte vermitteln Eindrücke von kaum bekannten polnischen Ghettos, vom Tirol der letzten beiden Kriegsjahre, insbesondere von dem in Vergessenheit geratenen Innsbrucker Polizeigefängnis, und von der ersten Phase des Wiederaufbaus jüdischen Lebens in Innsbruck. Ihre Texte sind sowohl wertvolle Quellen für europäische Shared History als auch literarische Zeugnisse der Friedensarbeit. Justmans in Florida lebender Sohn Jeffrey Wisnicki hat diesen bisher unbekannten Textkorpus dem Justman-Projekt an der Universität Innsbruck zur Verfügung gestellt. Dieser Band bietet erstmals wissenschaftliche Analysen zu Justmans literarischem Vermächtnis. Forschende aus Polen, Österreich und Deutschland präsentieren historische, literatur- und kulturwissenschaftliche, psychologische, bildanalytische und didaktische Studien.