Willkommen
Willkommen am Institut für Philosophie der Universität Innsbruck
Wir betreiben Philosophie in ihrer ganzen thematischen und methodischen Breite. Alle bedeutenden Traditionslinien der gegenwärtigen Philosophie – von der Analytischen Philosophie über die Phänomenologie und Hermeneutik bis hin zum Pragmatismus, der Kritischen Theorie und dem Poststrukturalismus – sind an unserem Institut vertreten. Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, diese Zugangsweisen in einem offenen und freien Austausch in Forschung und Lehre produktiv zu verbinden und miteinander ins Gespräch zu bringen. Das dokumentieren auch unsere Projekte und die zahlreichen aktuellen Publikationen unserer Institutsmitglieder.
Dieses Klima der Vielfalt und Offenheit bieten wir ebenso unseren Studierenden. Das Studienprogramm umfasst Curricula auf Bachelor-, Master- und Doktoratsebene. Darüber hinaus wird auch das Lehramtstudium Ethik im Bachelor und Master von unserem Institut organisiert und koordiniert. Wir bieten ein spannendes, international ausgerichtetes Studienumfeld, das unsere Studierenden mit Forschung, Lehre und Praxis vernetzt.
Unser Institut ist Teil der Philosophisch-Historischen Fakultät.
Über Aktuelles informieren wir regelmäßig in unserem Newsletter.
Willkommen am Institut für Philosophie der Universität Innsbruck
Philosophie und Ethik studieren in Innsbruck.
In der Zeit der Thun-Hohensteinschen Universitätsreform nach der Märzrevolution von 1848 wurde das Fach Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck durch Georg Schenach vertreten. Als dieser 1857 an die Universität Wien berufen wurde, ging der Lehrstuhl an Tobias Wildauer, dessen Interesse aber spätestens nach seiner 1873 erfolgten Wahl in den Reichsrat offenbar mehr der Politik als der Philosophie galt.
1871 wurde eine zweite Lehrkanzel für Philosophie eingerichtet und mit dem Neukantianer Karl Sigmund Barach-Rappaport besetzt. Dessen Nachfolger wurde 1885 Karl Überhorst, der Philosophie und Psychologie lehrte. Unter dem Einfluss von Überhorst wurde 1896 der Brentano-Schüler und Experimentalpsychologe Franz Hillebrand zum Nachfolger von Wildauer bestellt.
Die Innsbrucker Brentano-Schule wurde durch die Nachbesetzung der zweiten Lehrkanzel durch Emil Arleth im Jahr 1905 gefestigt, der allerdings bereits 1909 verstarb, worauf der Brentano-Schüler und -Herausgeber Alfred Kastil nach Innsbruck berufen wurde. Kastil wurde außerhalb der akademischen Philosophie unter anderem dadurch bekannt, dass er sich 1920 in der Innsbrucker "Karl-Kraus-Affäre" auf die Seite des Schriftstellers stellte. Mit Ende des Wintersemesters 1933/34 zog er sich aus politischen Gründen vorzeitig aus seinem Amt zurück.
Nachfolger von Hillebrand wurde 1926 Theodor Erismann, der vor allem Experimentalpsychologie betrieb (− die bekannten "Innsbrucker Brillenversuche"). Nach dessen Emeritierung im Jahr 1956 kam es zur Teilung der Lehrkanzel. Seine Nachfolger wurden Ivo Kohler für Psychologie und Hans Windischer für Geschichte der Philosophie und systematische Philosophie. Windischer war 1938 als Dozent entlassen worden und vertrat eine katholische Existenzphilosophie. Bereits in einer 1936 vom Innsbrucker Institut für scholastische Philosophie herausgegebenen Studie hatte er Brentanos Philosophie als unchristlich kritisiert.
1930 hatte Richard Strohal auf Kastils Initiative ein Extraordinariat für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Pädagogik erhalten. Da er 1938 ebenfalls seines Amtes enthoben wurde, musste er die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft als Mittelschullehrer in Vorarlberg verbringen. Der Nationalsozialist Walther Schulze-Soelde trat an seine Stelle. Philosophie lehrten in dieser Zeit auch die beiden in Innsbruck habilitierten Dozenten Ernst Foradori und Walter Del-Negro. Nach 1945 wurde Strohal reaktiviert und 1948 zum ordentlichen Universitätsprofessor ernannt. Neben Erismann war Strohal der letzte Vertreter des Faches Philosophie im umfassenden Sinn, das auch experimentelle Psychologie und Pädagogik abdeckte.
1968 wurde Gerhard Frey aus Stuttgart auf die neu errichtete Lehrkanzel für Philosophie und Wissenschaftstheorie berufen. Dieser trug wesentlich dazu bei, dass in Österreich wieder eine wissenschaftlich orientierte Philosophie Fuß fassen konnte, die durch das Ende des "Wiener Kreises", die nationalsozialistische Herrschaft und die nach dem Krieg erfolgte katholische Restauration beinahe von den Universitäten verschwunden war.
Als Nachfolger von Windischer kam 1977 Wolfgang Röd aus München nach Innsbruck − einer der wichtigsten Philosophiehistoriker im deutschsprachigen Raum, dessen philosophischer Standpunkt die Transzendentalphilosophie war. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1996 blieb die Professur unbesetzt, bis 2009 Paola-Ludovika Coriando von der Universität Freiburg eine Professur für Metaphysik übernahm.
Hans Köchler (1982 bis 2014) hatte eine außerordentliche Professur für Philosophie inne (mit besonderer Berücksichtigung der Politischen Philosophie und Philosophischen Anthropologie), ebenso der Sozialphilosoph Josef Zelger (1983 bis 2005), der unter anderem die Zeitschrift "Conceptus" mitbegründet hatte. Freys Nachfolger wurde 1989 der Logiker Reinhard Kleinknecht (zuvor TU München), der 2002 einem Ruf nach Salzburg folgte. Auch diese Professur blieb lange vakant. Die verstärkte Ausrichtung des Instituts auf die Praktische Philosophie fand schließlich ihren Niederschlag in der 2013 erfolgten Besetzung einer Ethik-Professur mit Anne Siegetsleitner.
Die Philosophin und Psychologin Franziska Mayer-Hillebrand war die zweite Frau, die an der Universität Innsbruck promoviert wurde − im Jahr 1919. 1932 erfolgte ihre Habilitation. 1935 habilitierte sich Simon Moser, der nach dem Krieg das Europäische Forum Alpbach mitbegründete und Professor in Karlsruhe wurde.
Zu den nach dem Krieg in Innsbruck habilitierten Philosophen gehörten Amadeo von Silva-Tarouca (später Professor in Graz), Wolfgang Stegmüller (der bei der Erismann-Nachfolge zwar erstgereiht war, aber aus weltanschaulichen Gründen übergangen wurde; kurz darauf wurde er Professor in München und begründete eine bedeutende Schule der Analytischen Philosophie), Bernulf Kanitscheider (Gießen), Reinhard Kamitz (Berlin und später Graz) und Rudolf Wohlgenannt (Linz).
(Peter Kügler)
Literatur:
Peter Goller: Die Lehrkanzeln für Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck 1848 bis 1945 (= Forschungen zur Innsbrucker Universitätsgeschichte 15), Innsbruck 1989.
Peter Goller & Pierre Sachse: Wolfgang Stegmüller im intellektuellen Umfeld der Universität Innsbruck (1941-1958), in: Journal Psychologie des Alltagshandelns, Jg. 16, Nr. 2, 1-15. (Dokument hochladen)
Gerhard Benetka: Der "Fall" Stegmüller, in: Elemente moderner Wissenschaftstheorie, hg. v. Friedrich Stadler, Wien/New York 2000, 123-176.
Kontakt
Institut für Philosophie
Universität Innsbruck
Innrain 52d
A-6020 Innsbruck
Telefon: +43 512 507-40201
E-Mail: philosophie@uibk.ac.at
Institutsleitung: Univ.-Prof Dr. Marie-Luisa Frick
Öffnungszeiten Sekretariat:
Montag bis Mittwoch: 10:00 bis 12:00 Uhr, zusätzlich am Mittwoch 13:00 bis 15:00 Uhr
Donnerstag: 09:00 bis 11:00 Uhr & 13:00 bis 15:00 Uhr
Hinweis: Das Sekretariat des Instituts für Philosophie bleibt am 2. November 2026 geschlossen.
Seminararbeiten etc. können auch im Briefkasten neben dem Sekretariatseingang hinterlegt werden.
Das Institut für Philosophie befindet sich im 8. Stock des Gebäudes Innrain 52d („Geiwi-Turm“).
Aktuelle Termine
Philosophy Film Night mit Anne Siegetsleitner

12. November 2026, 18:30 Uhr, M.01.392, CCB, Innrain 80
KI entzaubern (4): Die normative Rationalität generativer KI
Öffentlicher Vortrag und Workshop mit Prof. Dr. Katia Schwerzmann (Ruhr-Universität Bochum)
Abendvortrag am Donnerstag, 19. November 2026, 17:15 Uhr: Die normative Rationalität generativer KI: epistemische und politische Implikationen für die Universität
Hörsaal 2, GeiWi-Hörsaaltrakt, Innrain 52, Universität Innsbruck
Workshop am Freitag, 20. November 2026, 10:15–11:45 Uhr, Seminarraum EG004, Hotel Grauer Bär
Gemeinsam mit Prof. Schwerzmann diskutieren wir den Aufsatz From Enclosure to Foreclosure and Beyond: Opening AI’s Totalizing Logic, aus AI & Society: https://doi.org/10.1007/s00146-026-03024-7
Für die Teilnahme am Workshop ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte senden Sie dazu eine E-Mail an:ki-entzaubern@uibk.ac.at
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.uibk.ac.at/de/events/2026/11/generative-ais-normative-rationality/
Aktuelle Publikationen
Beinsteiner, Andreas (2026): Singularität oder generativer Partikularismus? Eine medienphilosophische Auseinandersetzung mit Andreas Reckwitz’ Konzeptualisierung der digital-hyperkulturellen Spätmoderne, in Beate Ochsner und Markus Rautzenberg (Hg.): Customizing. Konfigurationen medialer Anpassung (Internationales Jahrbuch für Medienphilosophie und Medienästhetik 2026), S. 25-44.
Beinsteiner, Andreas (2026): Wissensdiversität und die Grammatisierung der (akademischen) Bildung, in Klaus Rummler, Günther Pallaver, Petra Missomelius, Valentin Dander und Oliver Leistert (Hg.): Medien – Wissen – Bildung: Streifzüge an den Nahtstellen von Medien, Bildung und Philosophie (2., erweiterte Auflage). Innsbruck 2026: Innsbruck University Press, S. 227-241.
Frick, Marie-Luisa (2026): Constitutional Law in the Pandemic – Contested Self-Images and Popular/Populist Appropriations. In: Christoph Bezemek; Michael Potacs und Alexander Somek (Hrsg.): Vienna Lectures on Legal Philosophy, Volume 4. Constitutional Disagreements. Hart Publishing, S. 207-223.
Siegetsleitner, Anne (2026): Zugrunde gehen. Annäherungen und Abgrenzungen von Philosophie und Literatur bei Ingeborg Bachmann und Ludwig Wittgenstein, in: Anne Siegetsleitner und Ulrike Tanzer (Hg.): Ingeborg Bachmann – Ludwig Wittgenstein. Dossier zu den Mitteilungen aus dem Brenner-Archiv Nr. 44, 211–227.
Hier gelangen Sie zur Liste der Publikationen des Instituts

Es treten neue Curricula für das Bachelorstudiumund das Masterstudium Philosophie in Kraft, die für alle Studierenden gelten.
Aktuelle Medienbeiträge
Marie-Luisa Frick im ORF2-Gespräch zu Mündigkeit, 4.10.2026
https://on.orf.at/video/14341803/was-ich-glaube
Marie-Luisa Frick in der Ö1 Science Arena über Mündigkeit, 28.9.2026
https://oe1.orf.at/sciencearena
Bericht über das Philosphicum Lech 2026 und den Vortrag von Marie-Luisa Frick:
https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/sie-muessen-nichts-mehr-verstehen-precht-warnt-vor-dem-betreuten-denken-94512718.html
Jana Kammerer über Hannah Arendt und das Versprechen in der Politik, veröffentlicht am 7.7.2026 auf praefaktisch - Ein Philosophieblog: https://praefaktisch.de/50-jahre-arendt/hannah-arendt-ueber-das-versprechen-in-der-politik/
Bemerkenswertes
Die Four Lectures on Relativism von David Bloor sind in der Übersetzung von Mag. Michael Schorner auf Deutsch erschienen. Bloor - Vier Vorlesungen zum Relativismus
Zum Nachhören: Andreas Oberprantacher im Gespräch mit Sigrid Moser über Albert Camus’ Mythos des Sisyphos und die Frage nach dem Sinn des Lebens. In der aktuellen Ausgabe von FREIfenster: https://www.freirad.at/freifenster_der_mythos_des_sisyphos/
Zum Nachschauen: Vortrag von Marie-Luisa Frick in der Reihe "Truth, Trust, and Democracy" (Inst. f. Christliche Philosophie) am 24. Juni 2026: https://www.youtube.com/watch?v=2O2uPL90eOo
Fachpreisverleihung für schulische Abschlussarbeiten in Ethik und Philosophie 2026
Auch heuer wieder wurden von einer Jury unseres Instituts die von der Bildungsdirektion Tirol gestifteten Fachpreise für schulische Abschlussarbeiten in Ethik und Philosophie vergeben.
Platz 1 ging an Maja Samer vom BRG Wörgl für ihre Arbeit Patriarchale Strukturen und Prostitution: Eine feministische Perspektive auf die Ausbeutung von Frauen. Weitere Auszeichnungen erhielten
Valentina Bürgler vom BG/BRG Lienz für Zwischen Recht und Gewalt: Die Aktualität des "gerechten Krieges“ in einer multipolaren Welt sowie
Mimi Opriessnig und Theresa Unterberger von der HBLA Ferrarischule Innsbruck für ihr Medienprojekt Jugendliche zwischen Realität und Social Media Trends: Die Auswirkungen Romantisierter Depressionen und Essstörungen.











