2018-05 Antrittsvorlesung Hutter Gruppenbild

"Willkommen zu Hause"

Mit diesen Worten begrüßte Universitätsrektor Tilmann Märk am Donnerstag Katja Hutter, neuberufene Professorin für Innovation und Entrepreneurship, zu ihrer Antrittsvorlesung. Unter dem Titel "Innovation im Umbruch. Die rasante Weiterentwicklung der Digitalisierung und wie Unternehmen darauf reagieren können." gab sie einen spannenden wie kurzweiligen Einblick in ihre Forschungsarbeit.

Die akademische Feier wurde vom Rektor der Universität Innsbruck Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk eröffnet, der die neuberufene Professorin begrüßte und sie als außergewöhnliche Forscherin bezeichnete. In seiner Begrüßung stellte Märk Univ.-Prof. Dr. Katja Hutter  kurz vor und skizzierte die Bedeutung der Digitalisierung als Treiber vieler Innovationen und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dabei betonte er auch den Anspruch der Universität Innsbruck, bei der Erforschung und weiteren Entwicklung der Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnehmen zu wollen und stellte in diesem Zusammenhang die Digitalisierungsoffensive der Universität vor. Diesen Worten schloss sich der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft Univ.-Prof. Dr. Matthias Bank an, welcher ebenfalls die neuberufene Professorin willkommen hieß und die Digitalisierungsstrategie der Fakultät für Betriebswirtschaft vorstellte.

Von reichhaltigen Forschungsarbeiten und Eierlikör

Im Anschluss daran hielt Univ.-Prof. Dr. Mike Peters eine humorvolle Laudatio auf Univ.-Prof. Dr. Katja Hutter. So hob er ihren beeindruckenden Lebenslauf hervor und rekapitulierte ihren Werdegang zur Professorin. Nach dem sie im Jahr 2008 die Diplomstudiengänge internationale Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspädagogik abgeschlossen hatte, promovierte Hutter in nur zwei Jahren mit Auszeichnung bei Univ.-Prof. Dr. Kurt Matzler am Institut für strategisches Management, Marketing und Tourismus an der Universität Innsbruck. Forschungsaufenthalte führten sie anschließend unter anderem an die Universität Harvard, wo sie seit 2013 Visiting Fellow am aboratory for Innovation Science/Crowd Innovation Lab ist, und an die Universität Salzburg, wo sie vor einem Jahr als Professorin für Marketing und Innovation berufen wurde. Darüber hinaus würdigte Peters ihre herausragende Forschungsarbeit, ihr Engagement in der Lehre und ihre unternehmerische Affinität, welche sie durch ihr persönliches Netzwerk zu verbinden mag und der Welt einen wohlschmeckenden Eierlikör beschert, der eine „ebenso reichhaltige und nachhaltige Wirkung hat, wie ihre Publikationen“.


Knight-Rider und die Forschung

Ihre Antrittsvorlesung begann sie dann mit einem Einspieler aus der Fernsehsendung „Knight-Rider“, die von Michael Knight und seinem sprechenden Auto K.I.T.T. handelt, welches über künstliche Intelligenz verfügt. Ausgehend von der Feststellung, dass diese Fiktion aus Zeiten ihrer Kindheit heute schon fast Realität ist, motivierte Hutter ihr Forschungsfeld, welches sich u.a. mit der Frage beschäftigt, wie große Unternehmen innovativ bleiben können. Um die digitale Transformation greifbarer zu machen, unterteilte Hutter diese in die drei Ebenen digitale Produkte, Prozesse und Entscheidungen, sowie Geschäftsmodelle (siehe Bildergalerie). Diese drei Ebenen veranschaulichte sie anschließend weiter anhand einiger Beispiele, wobei sie auch auf ihre Nähe zur Praxis zurückgreifen konnte.

Im zweiten Teil ihrer Antrittsvorlesung fasste die Professorin für Entrepreneurship & Innovation ihre vergangenen und aktuellen Forschungsprojekte vor, wozu sie ihre Forschungsfragen anhand von zwei Dimensionen systematisierte (siehe Bildergalerie). In der ersten Dimension teilte sie Innovationen danach ein, ob sie das Kerngeschäft des Unternehmens betreffen, dieses erweitert oder sogar ein gänzlich neues Geschäftsfeld darstellen. In der zweiten Dimension systematisierte sie die Art der Innovation, wobei sie zwischen effizienzsteigernden, inkrementellen und radikalen Innovationen unterschieden hat. Aus beiden Dimensionen leitete sie anschließend die Forschungsgebiete des Innovations-Managements, der Open Innovation & Crowdsourcing, sowie der Innovation Ecosystems ab, wozu Hutter jeweils verschiedene Forschungsarbeiten von sich und ihren Ko-Autoren präsentierte.

Noch mehr Eierlikör

Beispielsweise berichtete sie von Projekten mit Siemens und dem Land Südtirol, welche der Frage nachgingen, wie ein großes Unternehmen bspw. externe Experten in seinen Innovationsprozess miteinbeziehen kann bzw. die Innovationsarbeit zwischen Klein- und Kleinstunternehmen gefördert werden kann. Darüber hinaus berichtete sie von einem Wettbewerb für ihr eigenes Unternehmen Füll-das-Glas GmbH  , bei dem sie einen Crowd-Wettbewerb für das beste Eierlikör-Rezept organisierte. In Forschungsarbeiten über solche Wettbewerbe wird beispielsweise der Frage nachgegangen, was Menschen zur Teilnahme motiviert, ob monetäre und nicht-monetäre Anreize zu unterschiedlichen Wettbewerbsergebnissen führen (ja, die Ergebnisse sind signifikant schlechter, wenn Teilnehmer nur mit Geld entlohnt werden) oder wie in solchen Wettbewerben Fairness empfunden wird und Konflikte entstehen und gehandhabt werden. Ein weiteres Forschungsfeld, das sie ebenfalls mit ihrer praktischen Tätigkeit verknüpft, sind sogenanne Innovation Hubs  . In diese entsenden Unternehmen ihre Mitarbeiter, um dort unter Anleitung von professionellen Coaches für mehrere Wochen in einem agilen Umfeld an Innovationen zu arbeiten. Dabei erforscht sie beispielsweise, warum Mitarbeiter an solchen Innovation Hubs teilnehmen, wie sie sich während der Zeit dort fühlen und was passiert, wenn sie in ihr Unternehmen zurückkehren.

Zum Abschluss ihrer Antrittsvorlesung gab Hutter noch einen kurzen Ausblick auf das Feld der künstlichen Intelligenz, welche viele spannende Fragen in Bezug auf Innovationen aufwirft und deshalb Gegenstand ihrer weiteren Forschungsarbeiten sein wird. Beim anschließenden Umtrunk hatten die zahlreichen Gäste nochmals die Gelegenheit, der Professorin zu ihrer Berufung zu gratulieren und sich auszutauschen. Ob dabei auch Eierlikör ausgeschenkt wurde, ist nicht überliefert.

  Zur Person: Katja Hutter   ist seit Oktober 2017 Professorin für Innovation & Entrepreneurship an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und seit März 2016 an der Universität Salzburg Professorin für Marketing & Innovation. Seit 2013 ist sie Visiting Fellow am LISH – Laboratory for Innovation Science/Crowd Innovation Lab an der Harvard Universität. Vor ihrem Ruf an die Universität Salzburg war sie als Universitätsassistentin – Postdoc an der Universität Innsbruck am Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus tätig. Katja Hutter studierte Internationale Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspädagogik und promovierte 2010 an der Universität Innsbruck. In der Lehre und Forschung beschäftigt sich Katja Hutter mit Kernthemen der Innovation und der Frage, wie Unternehmen auf die Veränderung tradierter Marktlogiken durch den digitalen Wandel reagieren. Als Senior Research Associate der HYVE AG (Haus der Innovation) mit Sitz in München und Mitgründerin der Füll-das-Glas GmbH ist Katja Hutter eng mit der Praxis verbunden.

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