Nachhaltigkeitsbericht 2025
Handlungsfelder der Universität Innsbruck im Bereich Nachhaltigkeit
Handlungsfeld Betrieb
Die Universität Innsbruck hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden und arbeitet bereits an der Umsetzung. In den nächsten Jahren wird eine umfassende Klimaneutralitätsroadmap inklusive Umsetzungskonzept erarbeitet, die die wichtigsten Handlungsfelder, Zuständigkeiten und realistische Zeitpläne festlegt. Die CO2-Bilanzierung erfolgt seit 2019 jährlich, und sowohl Emissionsbilanzen als auch Nachhaltigkeitsberichte werden regelmäßig veröffentlicht – entsprechend den Meilensteinen des LV-Vorhabens „Nachhaltigkeit an der Universität Innsbruck“. Ein Schwerpunkt liegt auf der Mobilität, denn die Treibhausgasbilanz zeigt, dass die Reduktion der Emissionen aus Pendelverkehr und Dienstreisen ein Schlüssel zur
Erreichung des Klimaneutralitätsziels ist. Daher wird 2026 eine erneuerte Mobilitätserhebung durchgeführt, die die Pendelbewegungen und Dienstreisen aller Universitätsangehörigen – mit besonderem Fokus auf die Studierenden – erfasst. Auf dieser Grundlage werden wissenschaftlich fundierte Maßnahmen voraussichtlich im Ende 2026 abgeleitet. Zudem werden die klimafreundlichen Reiserichtlinien aus dem Oktober 2021 aktualisiert, um sie an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Im Sinne der europäischen Klimaziele haben die Universität Innsbruck und die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) in einem 2025 unterzeichneten Memorandum bekräftigt, dass Neubauten klimafreundlich errichtet und bestehende Gebäude schrittweise klimaneutral umgestaltet werden.
Gebäude Ágnes Heller Haus (Fertigstellung 2023)
Das Ágnes Heller Haus, das 2023 fertiggestellt wurde, ist als besonders robustes Gebäude in Stahlbetonbauweise und mit strapazierfähigen Oberflächenmaterialien, etwa bei den Bodenbelägen, errichtet worden. Dadurch ist es langlebig und im Betrieb nachhaltig.
Die kompakte Bauweise trägt dazu bei, großflächige Bodenversiegelung zu vermeiden und die Gebäudenutzung möglichst energieeffizient zu gestalten. Der Grundriss wurde so geplant, dass bestehende Räume bei Veränderungen im Universitätsbetrieb mit geringen baulichen Eingriffen umfunktioniert werden können, beispielsweise durch installationsfreie Zwischenwände.
Die Heizung und Kühlung erfolgen über eine Betonkernaktivierung, die Lüftungsanlagen sind mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auf dem Dach erzeugt eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von etwa 42 kWp Strom, der vollständig von der Universität verwendet wird. Ein weiterer Bereich, der die gemeinsamen Anstrengungen von Universität Innsbruck und BIG zur Forcierung von erneuerbaren Energien zeigt, ist der Ausbau der Photovoltaik (PV) auf den Dachflächen der Universitätsgebäude. So wurde am Campus Sport bereits eine PV-Anlage mit einer Leistung von 381kWp errichtet, die seit Juli 2023 in Betrieb ist. Ende des Jahres 2024 wurde am Campus Universitätsstraße eine weitere Anlage mit 224kWp auf dem Dach des SoWi-Gebäudes installiert.
Weitere Projekte befinden sich in Planung, wobei bei allen zukünftigen Bauprojekten die Installation von PV-Anlagen mitbedacht und geprüft wird.
Haus der Physik (in Bau)
Ein prominentes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Universität Innsbruck mit der Bundesimmobiliengesellschaft im Sinne der Nachhaltigkeit ist das Haus der Physik, dessen Planung durch das Büro mohr niklas architekten mit dem österreichischen Qualitätszeichen klimaaktiv Gold ausgezeichnet wurde, erfüllt damit den höchsten Gebäudestandard für nachhaltiges Bauen5. Bewertet wurden dabei unter anderem die Energieeffizienz, die Standortund Ausführungsqualität, die Qualität der Baustoffe und der Konstruktion sowie zentrale Aspekte zu Komfort und Gesundheit. Beim Haus der Physik wird durch die kompakte Bauweise der Flächenverbrauch minimiert. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie die Nutzung der
Laborabwärme zur Raumheizung sorgen für einen geringen Energieverbrauch. Das Gebäude wird über Grundwasser beheizt und gekühlt; zusätzlich versorgt ein unter dem Gebäude verlegter Flächenkollektor das Haus mit der notwendigen Energie.
Nach der Inbetriebnahme des Hauses der Physik ist eine umfassende Generalsanierung und Modernisierung des Victor-Franz-Hess-Hauses geplant.
Erweiterungsbau TVFA (Planungsphase; Baustart Herbst 2026)
Der Erweiterungsbau der TVFA, dessen Baustart für Herbst 2026 vorgesehen ist, legt in Verbindung mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit den Fokus auf höchste Energieeffizienz. Wie beim Haus der Physik wird auch hier die klimaaktiv Gold Zertifizierung angestrebt. Die Wärmebereitstellung erfolgt über eine Wasser-Wasser-Wärmepumpenanlage, die mit dem Rückkühler des Hydraulikaggregates der TVFA als Quellmedium kombiniert wird. Zusätzlich ist geplant, die Abwärme des Hydraulikaggregates mittels Pufferspeicher zu nutzen. Je nach Betriebszustand wird Energie entweder aus den Pufferspeichern entnommen oder dort eingelagert, um die Versorgung effizient und bedarfsgerecht sicherzustellen. Auf den Sheddächern wird zudem eine Photovoltaikanlage installiert.
Weitere Nachhaltigkeitsprojekte
In allen angemieteten BIG-Gebäuden wurden an den Hauptzuleitungen für Gas, Wasser und Strom Messzähler eingebaut, was eine gebäudespezifische Ablesung des Verbrauchs ermöglicht und das Monitoring deutlich verbessert. Beim Strom wurden darüber hinaus zahlreiche zusätzliche Elektrozähler installiert. Umbauprojekte werden standardmäßig auf LED-Beleuchtung umgestellt, alle Lampen sind dimmbar, um den Energieverbrauch zu senken; dies betrifft unter anderem
mehrere Etagen im Viktor-Franz-Hess-Haus. Beim Bauprojekt der Chemieingenieurwissenschaften wird eine Nachtabsenkung der Digestorenlüftung umgesetzt, die zu erheblichen Energieeinsparungen führt. Im Gebäude der theologischen Fakultät wurden alle Büro-Heizkörper mit fernsteuerbaren Thermostatköpfen ausgestattet, sodass die Raumtemperatur direkt im Raum und nicht im Heizungsverbau gemessen wird. Die Heizungsstränge wurden hydraulisch abgeglichen und mit neuen Pumpen versehen. Die Entlüftung der Heizkörper erfolgt über eine zentrale Entgasungsstation im Keller, wodurch die Heizkörper dauerhaft optimal entlüftet sind. In den Gängen wurden Thermostatköpfe installiert, die nur mit einem Schlüssel eingestellt werden können, um unkontrollierte Verstellungen zu vermeiden; zusätzlich überwachen Temperaturfühler die Bereiche. Ein weiteres laufendes Nachhaltigkeitsprojekt ist der Ausbau von Osmoseanlagen. Dadurch reduzieren sich die Wartungen der Dampfbefeuchter auf ein Drittel der bisherigen Häufigkeit, unter anderem in der Zoologie.
In Kooperation mit der BIG wurden zusätzlich zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Die Umstellung von Öl- auf Pelletsheizung im Universitätszentrum Obergurgel wurde 2025 abgeschlossen. Am Botanischen Garten in der Sternwartestraße, inklusive Wohnhaus, Glashäusern, tropischen Glashäusern und Haupthaus, erfolgt die Umstellung auf Pelletsheizung in den Jahren 2024 und 2025; Restarbeiten sind für 2026 vorgesehen. Zwischen 2022 und 2025 wurden mehrere Standorte – darunter Innrain 80/82, 50, 52, 52a, 52c, 52d, 52e, 52f sowie die Josef-Hirn-Straße 5–7/Herzog-Siegmund-Ufer 15 – auf Fernwärme umgestellt. Bei Sanierungen denkmalgeschützter Fassaden werden die Fenster saniert und soweit möglich auf nachhaltige Produkte zurückgegriffen. Für den Hörsaaltrakt am Campus Innrain ist 2026 eine Dachsanierung vorgesehen. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit der Aufbringung einer neuen Dachdämmung, die wiederrum zu einem geringeren Wärmebedarf führt. Am Campus Universitätsstraße, in der SOWI, wurde 2025 eine große Photovoltaikanlage am Dach inklusive Wechselrichter installiert. Für das kommende Jahr ist der Anschluss an Fernwärme vorgesehen, sodass mit umweltfreundlicherer Wärme geheizt werden kann. Am Standort Campus Innrain, dessen Gebäudekomplexe aus den 1980er-Jahren besteht, liegt der Fokus auf der energetischen Sanierung der Gebäudehülle. Darüber hinaus werden neben allen baulichen Maßnahmen laufende Verbesserungen, Einregulierungen und Adaptierungen von Lüftungs- und Heizungsanlagen durch die technische Betriebsführung von GI und BIG umgesetzt.
Nachhaltigkeit am Beispiel des Universitäts-Sportinstituts Innsbrucks (USI)
Im Rahmen der Community des Forums für Nachhaltigkeits- und Zukunftsfragen wurden die Nachhaltigkeitsaktivitäten und -erfolge des USI-Campus vorgestellt. Der Standort ist dank engagierter Mitarbeitenden ein Vorzeigestandort, nicht nur in betrieblicher und baulicher Nachhaltigkeitsmaßnahmen.
Neben inklusiven Sportangeboten (s. INNklusion), Barrierefreiheit und einer starken, nachhaltigkeitsorientierten Community am Campus konnten folgende Projekte erfolgreich umgesetzt werden:
- PV Anlage (BIG)
- Wärmepumpe (BIG)
- Wärmerückgewinnung durch Erneuerung der Lüftung im Schwimmbad und Fenster-Tausch (mit BIG)
- Vorplatzerneuerung (Kooperation mit Architekturstudierenden in Form einer LV – der beste Entwurf wurde von den Sport-Hallenwarten/Handwerkern persönlich umgesetzt)
- Blumenwiesen (hier Upcycling der Materialen der „Finnenbahn alt“)
- Erneuerung der Finnenbahn (ökologischer Rinden-Mulch und Holz heimischer Lärchen)
- Umrüstung auf LED-Lampen in allen Hallen und Büros
- Nutzung von ökologischem Dünger zur Instandhaltung der Rasenplätze
- Umstellung auf automatische Bewässerung der Außenplätze
- Entfernung aller Mülleimer aus Büros (Sammelstellen an dezentralen Orten am Campus)
- Umstellung auf automatisierte Lüftungssteuerung
Essen am Campus
Die Mensen der Universität Innsbruck am Standort Innrain und SoWi stärken ihre Nachhaltigkeitsleistung durch den Fokus auf regionale und saisonale Beschaffung sowie ein erweitertes Angebot an vegetarischen und veganen Speisen. Maßnahmen zur Abfallvermeidung umfassen den Einsatz von Mehrweg- und Pfandsystemen, die Optimierung der Portionierung und die Verbesserung der Trennsammlung. Zusätzlich werden Energie- und Ressourceneffizienz durch moderne Küchengeräte, wassersparende Prozesse und Sensibilisierung der Mitarbeitenden gefördert. Den Mitarbeitenden steht außerdem kostenlose Leitungswasserspender zur Verfügung. Aus Studierendeninitiative heraus, bspw. im Rahmen der Vegan Week Jänner 2026 durch das ÖHReferat für Umwelt und Nachhaltigkeit, der österreichweiten „Plant-Based Universities Initiative“ und dem Green Office entsteht ein Kulturwandel, der sich auch auf das Essensangebot auswirkt. Da eine tierproduktfreie Ernährung eines der größten Hebel gegen den Klimawandel ist, sind die studentischen Initiativen immens wichtig.
Green-Event-Zertifizierung
Derzeit läuft der Green-Event-Zertifizierungsprozess mehrerer Universitätsstandorte, dessen Abschluss voraussichtlich im Frühjahr 2026 erfolgen wird. Ziel ist es, Kongresse und Veranstaltungen ressourcenschonend, klimafreundlich und sozial verträglich zu organisieren. Dazu zählen eine erhöhte Energieeffizienz, die Vermeidung von Abfall, eine umweltschonende An- und Abreise der Gäste sowie die Stärkung regionaler Wertschöpfung und sozialer Verantwortung.
Auf diese Weise werden Emissionen und Ressourcenverbrauch reduziert, und Veranstaltungen gewinnen zugleich ein positives Image bei Bevölkerung, Gästen und Sponsoren.
Public Transformers
Das Projekt Public Transformers, ein kooperatives, interdisziplinäres Lehr-, Forschungs- und Gestaltungsprojekt des Instituts für Gestaltung | studio2 der Universität Innsbruck, verbindet gestalterische, theoretische und soziale Perspektiven mit politischer Auseinandersetzung, künstlerischer Praxis und aktivistischen Impulsen. Ziel ist es, urbane Räume und deren (Re)Produktion neu zu denken – als soziale Infrastrukturen, als Orte der Aushandlung und als Bühne für Sichtbarkeit, Vielfalt und Teilhabe. Die mikroklimatisch wirksamen Installation auf dem Geiwi- Platz während der Woche der Vielfalt sind ein ausdrucksstarkes Beispiel für sozial-ökologisch wirksame Interventionen. Weitere Informationen im Magazin Wissenswert.
Fahrradmobilität
Mitarbeitende der Universität Innsbruck profitieren dank eines Vertrages mit den Innsbrucker Verkehrsbetrieben von einem Vorteilstarif beim Fahrradverleihsystem Stadtrad Innsbruck. Die Jahresgebühr von derzeit € 39 entfällt, und die ersten 30 Minuten jeder Fahrt sind kostenlos; anschließend fallen nutzungsabhängige Gebühren an. Die Ausleihe erfolgt komfortabel über die nextbike-App: Der QR-Code am Rad wird gescannt, die Fahrradnummer bestätigt und das Schloss öffnet sich automatisch. Die Rückgabe ist ausschließlich an den Stationen möglich und erfolgt durch einfaches Abschließen.
Am Campus Innrain wurden einige neue Fahrrad-Einstellboxen errichtet, wo Mitarbeiter:innen die Möglichkeit haben einen versperrten Abstellplatz für ihr Fahrrad anzumieten. Somit steigert die Universität Innsbruck die Attraktivität mit dem Rad in die Arbeit zu fahren.
E-Carsharing
Die Universität Innsbruck hat ihr E-Carsharing-Angebot von zwei auf vier Fahrzeuge aufgestockt und setzt damit ein klares Zeichen für klimafreundliche, effiziente und bedarfsorientierte Mobilität in Forschung, Lehre und Verwaltung. Die Flotte steht allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für dienstliche Fahrten zur Verfügung. Damit stärkt die Universität die Ressourcennutzung durch geteilte Fahrzeuge, reduziert Emissionen und verbessert zugleich die Erreichbarkeit wichtiger Forschungsstandorte. Ergänzt wird die bestehende Flotte um einen Peugeot E-Traveller mit acht Sitzplätzen, der sich besonders für Exkursionen, Teamreisen und gruppenbasierte Projekte eignet, und einem geländegängigen Allrad-SUV des Typs Ford Explorer.
Er ermöglicht die sichere und zuverlässige Erschließung schwer zugänglicher alpiner Gebiete für Forschungszwecke und bleibt zugleich durch das universitätsinterne Carsharing nachhaltig ausgelastet. Mit dieser Fuhrparkerweiterung stellt die Universität Innsbruck seit 1. Jänner 2026 eine zukunftsfähige, flexible und wissenschaftsnahe Mobilitätsinfrastruktur bereit, die die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert, Feldforschung erleichtert und den Campusbetrieb nachhaltig unterstützt.

Ausweitung des E-Carsharing-Angebots Januar 2026
Handlungsfeld Bildung
„Bildung für nachhaltige Entwicklung ist fest in unseren Studien verankert, um einen verantwortungsvollen Wandel aktiv mitgestalten zu können. Wir setzen auf kritisches Denken, Wissenschaftskommunikation, Partizipation und Vielfalt und fördern ressourcenschonende, inklusive und innovative Formate (z. B. digitale und offene Bildungsressourcen oder Einbindung von Betroffenen und Stakeholdern). Ein Schwerpunkt liegt auf interdisziplinärer Zusammenarbeit sowohl bei den Lehrenden als auch den Studierenden. Auf institutioneller Ebene bedarf es verlässlicher, qualitätsgesicherter Angebote sowie Austauschformate mit anderen Hochschulen und der Gesellschaft. Nur so entfaltet Bildung über den Campus hinaus eine nachhaltige Wirkung.“
(Janette Walde, Vizerektorin für Lehre und Studierende)
Die UIBK hat die Verantwortung, dass Absolvent:innen Nachhaltigkeitskompetenzen unabhängig von der Studienrichtung erwerben. Dafür braucht es Lehrende, die in den Lehrveranstaltungen entsprechende Elemente einbauen. In Abstimmung mit dem Vizerektorat für Lehre und Studierende ist im Frühling 2024 die Peer-Learning-Activity „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (PLA BNE) als interne Weiterbildungsmöglichkeit entstanden, um entsprechende Nachhaltigkeitskompetenzen bei den Lehrenden aufzubauen. Die Ergebnisse sind sieben Lehrveranstaltungen, die im Rahmen des Workshop-Formats neu konzipiert wurden. Die PLA BNE wurde im Herbst 2024 mit dem Sustainability Award in Silber seitens Wissenschafts- und
Klimaministerium ausgezeichnet. Beim diesjährigen Staatspreis für exzellente Lehre (Ars Docendi) wurden drei der sieben Lehrveranstaltungen ausgezeichnet, so haben im September 2025 zwei PLA-Lehrveranstaltungen einen Hauptpreis und eine einen Anerkennungspreis erhalten.
Perspektivisch sollten möglichst alle Fakultäten teilnehmen, damit mehr Vielfalt und Rücktransfer ins Fakultätsgeschehen möglich wird, was wiederum zur notwendigen strukturellen Verankerung beiträgt. UniNEtZ und AURORA sind wichtige Partnerinnen für die Umsetzung der PLA BNE. Im entsprechenden News-Beitrag dazu heißt es: „Die im Jahr 2024 initiierte erste Peer Learning Activity brachte Lehrende aus verschiedenen Disziplinen zusammen, die gemeinsam innovative, interdisziplinäre und nachhaltigkeitsorientierte Lehrveranstaltungen entwickelten. Von der Qualität und der Innovationskraft der entwickelten Lehr- und Lernformate sind nicht nur Studierende und Kolleg:innen überzeugt, die Lehrveranstaltungen wurden auch national ausgezeichnet (Ars Docendi Staatspreis für exzellente Lehre). Auch der österreichische Nachhaltigkeitspreis würdigte die Initiative: Die PLA „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ erhielt 2024 den Sustainability Award in Silber für innovative Hochschullehre und institutionelle Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung. An diese Zielsetzung möchte die PLA II anknüpfen. Sie richtet sich an Lehrende aller Fakultäten, die gemeinsam neue Lehr- und Lernformate für nachhaltigkeitsorientierte Hochschullehre entwickeln möchten. Im Zentrum stehen interdisziplinäres Team-Teaching, der Einsatz innovativer Lehr- und Lernformate sowie die Orientierung an Lernergebnissen mittels LOUIS, eingebettet in einem strukturierten Peer- Learning-Prozess.” Die Vizerektorin für Lehre und Studierende, Janette Walde, betont: „Mit der PLA II möchten wir Lehrenden den Raum geben, Nachhaltigkeit fächerübergreifend in die Lehre zu integrieren und neue Impulse für die Weiterentwicklung der Hochschullehre zu setzen.“ Die wissenschaftlichen Leiterinnen der PLA II, Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Anke Bockreis und Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Barbara Schneider-Muntau ergänzen: „Wir freuen uns besonders auf die gemeinsame Arbeit in interdisziplinären Teams. Die PLA bietet einen Rahmen, in dem Ideen nicht nur geteilt, sondern weiterentwickelt und unmittelbar in innovative Lehrkonzepte überführt werden können“
Ausgezeichnete Lehrveranstaltungen:
„Heavy Metal Sustainability. On the rocky road to a circular economy: Tracing the life cycle of metals from past to future”. Hinter diesem Titel verbirgt sich die mit dem Hauptpreis prämierte Lehrveranstaltung für Studierende aller Fachrichtungen der Aurora Universitäten, deren Mitglied die Universität Innsbruck ist. Im Rahmen von Kenyotes, Gruppenarbeiten und Exkursionen erwarben die Studierenden umfangreiches Wissen zu Metallgewinnung, Recycling, CO2-Emissionen und planetaren Belastungsgrenzen und konnten ihre Fähigkeiten in Wissenschaftskommunikation verbessern. Durch den interdisziplinären Ansatz, das fächerübergreifende Lehrendenteam und die interdisziplinäre Gruppe selbst lernten die Studierenden, dass Interdisziplinarität zur Lösung von vielschichtigen Problemen nachhaltiger Entwicklung unumgänglich ist. Die Idee zur Lehrveranstaltung entstand im Peer Learning Activity Workshop „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Universität Innsbruck. Diese Lehrveranstaltung hat den Ars Docendi 2025 Hauptpreis in der Kategorie „Gesellschafts- und nachhaltigkeitsorientierte Lehre“ erhalten.
“Inter-/Transkulturelle Analysen: Vielfalt ausstellen?! Diversitätsdiskurse in Kulturvermittlung und musealer Praxis“ von Teresa Millesi hatte die Sonderausstellung „Schauen erlaubt? Vielfalt Mensch vom 16. Bis 18. Jahrhundert“ im Mittelpunkt. Studierende erarbeiteten Objektbeschreibungen zu Aspekten der Diversitätsforschung wie beispielsweise Intersektionalität, Orientalismus und die Konstruktion des Fremden. Die Beschreibungen ergaben zusammen eine wissenschaftliche Führung durch die Ausstellung. Neben einem Audioguide konnten die Studierenden auch Ihr durch die Sonderausstellung erworbenes Wissen unter Beweis stellen und weiter verbessern. Diese Lehrveranstaltung hat den Ars Docendi 2025 Anerkennungspreis in der Kategorie „Gesellschafts- und nachhaltigkeitsorientierte Lehre“ erhalten.
Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Geiste der Humboldt Brüder. Eine (selbst-) reflektierende Expedition in den Alpenraum: Im Rahmen der Initiative „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ konzipierten Sabrina Bacher (Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung) und David Segat (Institut für Geographie) an der Universität Innsbruck eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung im Exkursionsformat. Unter dem Titel „Bildung für Nachhaltige Entwicklung im Geiste der Humboldt-Brüder. Eine (selbst-)reflektierende Expedition in den Alpenraum“ verband die Veranstaltung geographische und bildungswissenschaftliche Perspektiven, um nachhaltige Entwicklung erlebbar zu machen.
Das Ziel der Lehrveranstaltung war die Förderung eines ganzheitlichen, interdisziplinären Naturverständnisses im Sinne Alexander von Humboldts. Dadurch sollten die Studierenden für Fragen der Nachhaltigkeit sensibilisiert sowie in ihrem kritischen Denken und ihrer Reflexionsfähigkeit im Hinblick auf Mensch-Umwelt-Verhältnisse gestärkt werden. Die Exkursion ermöglichte es, theoretische Konzepte in realen Kontexten zu erfahren und interdisziplinäre Perspektiven zu verknüpfen. Dafür wurde eigens für die Lehrveranstaltung ein didaktischer Drei-Säulen-Ansatz konzipiert: (1) Wilhelm von Humboldts Bildungsideal und Ideen zur tertiären Bildung und dessen didaktische Weiterentwicklung durch Wolfgang
Klafki (2) Erkenntnisse aus der Natur-, Erfahrungs- und Erlebnispädagogik und (3) der hochschuldidaktische Kompetenzrahmen LOUIS (Learning Outcomes in University for Impact on Society). Ein phänomenologisch geprägter Lernbegriff bildete dabei die Grundlage, wonach Lernen als ganzheitlicher Erfahrungs- und Sinnbildungsprozess verstanden wird, bei dem Wahrnehmung, Leiblichkeit und subjektives Erleben im Zentrum stehen.
Durch interaktives, erfahrungsbasiertes Lernen wurden Studierende angeregt, ihre Verantwortung für nachhaltige Entwicklung zu reflektieren und sich als Multiplikator:innen nachhaltiger Praktiken zu verstehen. Das Lehrkonzept verbindet Wissenschaft, Praxis und persönliche Entwicklung und leistet einen wertvollen Beitrag zur universitären Bildung für Nachhaltigkeit. Ausgezeichnet mit dem Staatspreis für exzellente Lehre Ars Docendi (Hauptpreis 2025) und dem VDHG-Preis für innovative Hochschullehre 2025.
Gelebte INNklusion an der Universität Innsbruck – ein fachübergreifendes Projekt, das Brücken baut, Barrieren abbaut, gesellschaftliche Partizipation und Inklusion nachhaltig stärkt
Das gesellschaftliche Bewusstsein für die Bedeutung von Inklusion und Barrierefreiheit wächst kontinuierlich. Dennoch fehlen vielen Menschen mit Behinderungen weiterhin passgenaue Lösungen für ihre individuellen Bedürfnisse. Genau hier setzt das Projekt INNklusion der Universität Innsbruck an: Am Institut für Mechatronik wurde eine Lehrveranstaltung initiiert, in der Masterstudierende unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen innovative Assistenzlösungen entwickeln. Begleitet von einem Team aus wissenschaftlichen Mitarbeitenden sowie Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis wenden die Studierenden ihr Wissen an und vertiefen zugleich fachliche wie soziale
Kompetenzen. Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe fördert ein tiefes Verständnis für die realen Herausforderungen von Inklusion und Barrierefreiheit.
Ein besonderer Fokus liegt auf der nachhaltigen Umsetzung der Vorhaben. Die entwickelten Lösungen werden auf der Projekt-Website veröffentlicht und als Open-Access-Downloads bereitgestellt. So wird nicht nur die langfristige Zugänglichkeit der Innovationen gestärkt, sondern auch die Vernetzung und der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft gefördert. Um die Reichweite weiter zu erhöhen und den Wissenstransfer zu intensivieren, plant INNklusion, sein Netzwerk auszubauen und neue Partnerschaften einzugehen. Gemeinsam mit regionalen und überregionalen Institutionen sollen weitere Projekte realisiert werden, um noch mehr Menschen zusammenzubringen und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen dauerhaft zu verbessern. Die Vorlesung und Übung „INNklusion – Entwicklung von Assistenzlösungen für Menschen mit Behinderungen in interdisziplinären Teams“ wird von dem engagierten Team am Institut für Mechatronik angeboten. Dabei erarbeiten interdisziplinäre Studierendenteams nach entsprechendem Input Assistenzlösungen zum Abbau von Barrieren. Durch Einbindung von betroffenen Expert:innen und außeruniversitären Unterstützer:innen und dem regelmäßigen Austausch in einer offenen Gruppe wird ein Transfer des Wissens aus Forschung und Lehre in die Gesellschaft erzielt. 2025 wurde vom IGK-Gremium ein überarbeitetes Konzept der Lehrveranstaltung mit Erweiterung des Lehre-Know Hows auf eine zusätzliche Fakultät befürwortet.
Die Reichweite von INNklusion wächst stetig. Pro Semester entwickeln 15–20 Masterstudierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen in 3–4 Teams Lösungen für konkrete Alltagsprobleme – das entspricht rund 30–40 Teilnehmenden pro Jahr. Im Co-Creation-Ansatz entstehen die Prototypen gemeinsam mit betroffenen Menschen und Praxispartnern, sodass bedarfsgerechte, erprobungsfähige Ergebnisse vorliegen. Alle Materialien und Resultate werden als Open Access auf der Projekt-Website veröffentlicht, damit andere Einrichtungen sie unkompliziert weiterverwenden können.
Aus den Lehrprojekten sind bereits Pilotierungen und Folgeförderungen hervorgegangen. So werden auf dem Campus Ruheräume für neurodivergente Studierende umgesetzt, die kurze Rückzugs- und Regenerationsphasen ermöglichen und damit eine reguläre, nachteilsausgleichende Teilnahme an Lehrveranstaltungen unterstützen. Das Konzept wurde im WiSe 24/25 und SoSe 25 weiterentwickelt, die Pilotumsetzung startet an ersten Standorten und ist auf weitere Orte übertragbar. Das Projekt „Access Innsbruck“ erfasst systematisch Barrieren im öffentlichen Nahverkehr – etwa Stufen, fehlende Kontraste oder unklare Beschilderung – und schafft so die Grundlage für barrierebewusste Navigation. Aus einem Lehrprojekt (SoSe 24) ging eine Prototypenförderung (Förderkreis 1669) hervor. Die Datenerhebung dazu läuft u. a. über die Stadtrallye im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit 2025 und die technische Umsetzung wird vorbereitet. Ziel ist mehr Selbstständigkeit und Planbarkeit für Menschen mit Mobilitäts- oder Sehbeeinträchtigungen und eine stadtweit übertragbare Lösungsperspektive.
Konkrete Projektarbeiten zeigen die Bandbreite der entwickelten Ansätze. Zu den abgeschlossenen Konzepten zählen ein Tastmodell des Ágnes-Heller-Hauses, das blinden und sehbeeinträchtigten Menschen die selbstständige Orientierung im Gebäude erleichtert (WiSe 24/25), sowie ein Leitfaden für barrierefreie Sportkurse am USI mit klaren Kursinformationen, angepassten Übungen und Buddy-Mentoring (WiSe 24/25–SoSe 25). Laufende Vorhaben im WiSe 25/26 sind unter anderem „Barrierefreies Einkaufen“ mit taktilen und akustischen Hinweisen, klarer Wegeführung und digitaler Unterstützung (Start SoSe 25), „Geschichte Begreifen“ mit einem haptischen Prototyp einer Marmortafel des Kenotaphs Kaiser Maximilian I. in Kooperation mit dem Tiroler Volkskunstmuseum zur Erweiterung kultureller Teilhabe sowie „Informationsstellen Tirol Kliniken“ als barrierearme Info- und Navigationspunkte für bessere Orientierung von Patient:innen, Besuchenden und Mitarbeitenden – als Vorläufer für ein mögliches Folgeprojekt. Die Sensibilisierung, Third Mission und Mitwirkungsmöglichkeiten sind fest verankert.
Vierteljährliche Ideencafés bringen Interessierte, Betroffene und Partner zusammen, um Bedarfe zu identifizieren und neue Projektideen anzustoßen. Pro Semester präsentieren die Studierendenteams drei Mal ihre Zwischenergebnisse, holen Feedback ein und schärfen die Passgenauigkeit ihrer Lösungen. Außerdem sorgt die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit – mit wöchentlichen Social-Media-Beiträgen, Straßeninterviews zum Disability Pride Month und Vorträgen, etwa bei „Uni Goes Reutte“ oder im Jubiläumsvideo des Förderkreises – für Sichtbarkeit und Austausch. Ein Leuchtturm-Event war die „Stadtrallye Access Innsbruck“ im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit: Nach Einführungen durch Selbstvertreter:innen und den ÖZIV sammelten Teilnehmende Messdaten zu Barrieren im ÖPNV. Unterstützt wurde das Format von der Universität Innsbruck (Warnwesten), den IVB (freie Nutzung), Sola (Messequipment) und dem Land Tirol (Tiroler Mobilitätsprogramm 2025) – mit Nutzen für Bürgerbeteiligung, Datengrundlage und öffentliche Aufmerksamkeit. Die Qualität des Ansatzes spiegelt sich in Auszeichnungen und kontinuierlicher Weiterentwicklung wider: 2024 erhielt INNklusion den Ars Docendi Anerkennungspreis (Staatspreis für exzellente Lehre) und den Inklusionspreis der Lebenshilfe, 2025 folgte der Profformance+ Preis (3. Platz, europäischer Hochschullehrepreis). Zudem fließen Erkenntnisse aus nationalen (2024) und europäischen (2025) Workshops zur Verbesserung der Hochschullehre – im Rahmen von Ars Docendi und Profformance – direkt in die Projektarbeit ein.
Der Mehrwert liegt auf der Hand: Statt Theorie stehen konkrete Prototypen und Konzepte im Mittelpunkt, die reale Hürden in Mobilität, Orientierung, Kultur und Sport abbauen. Teilhabe entsteht durch Mitgestaltung, da Betroffene mitbestimmen, was gebraucht wird und wie es umgesetzt wird. Offene Materialien und modulare Konzepte erleichtern die Übertragbarkeit auf andere Einrichtungen. Erste Pilotumsetzungen und Folgeförderungen zeigen, wie der Übergang von der Lehre in die Praxis nachhaltig gelingt.
Weitere Informationen sind auf der INNklusions-Website zu finden.
Aufruf: Gibt es Herausforderungen, die im Rahmen des Projektes angegangen werden sollen? Das Team freut sich über Kontaktaufnahme via innklusion@uibk.ac.at zu ersten Ideen und Konzepten, unabhängig vom Entwicklungsgrad und der Fachrichtung!
Nachhaltiges Studienangebot:
Nachhaltigkeitsschwerpunkt bei den Interdisziplinären und Generischen Kompetenzen - IGK Lehrveranstaltungen: Zur Förderung von Interdisziplinarität und entsprechender Kompetenzen gibt es in immer mehr Studien eigene Module („Interdisziplinäre Kompetenzen“ in Bachelor- und Masterstudien, „Generische Kompetenzen“ in Doktoratsstudien). Studierende können innerhalb dieser Module aus einem sehr breiten qualitätsgesicherten Angebotaußerhalb ihres Fachcurriculums wählen. Um die Vielfalt der Lehrveranstaltungsangebote in diesen Modulen qualitätsgesichert zu fördern, entscheidet ein Gremium über beantragte Lehrveranstaltungen. Der im Studienjahr 2023/2024 gesetzte Fokus auf Nachhaltigkeit bei Einreichungen für IGK-Lehrveranstaltungen wird fortgeführt.
Bachelorstudium Umweltingenieurwissenschaften: Mit Wintersemester 2025/2026 gibt es an der Fakultät für Technische Wissenschaften das Bachelorstudium „Umweltingenieurwissenschaften“. Dieses ging aus dem Bachelorstudium „Bau- und
Umweltingenieurwissenschaften“ hervor, das in zwei Bachelorstudien aufgeteilt wurde. Mit dem neuen Studium soll dem wichtigen Bereich „Umweltingenieurwissenschaften“ einerseits mehr Raum und Sichtbarkeit gegeben werden, andererseits wird aufgrund ähnlicher Entwicklungen an anderen Universitäten mit einer Steigerung der Frauenquote gerechnet.
Erweiterungsstudium „Mountain Regions“: Seit WS 2025 kann das Erweiterungsstudium „Mountain Regions“ studiert werden, das die Möglichkeit bietet, das Studium um eine wissenschaftlich fundierte Zusatzausbildung im Bereich der Gebirgsforschung zu erweitern. Absolvent:innen können ihr umfassendes in der Erweiterung erworbenes Verständnis einsetzen, um zu einer nachhaltigen Entwicklung von Gebirgsregionen beizutragen
Vorbereitungen für das neue MA-Studium Psychotherapie: Im Jahr 2025 liefen intensive Vorbereitungen für das neue gemeinsam eingerichtete Masterstudium Psychotherapie, das (vorbehaltlich der Gremienbeschlüsse) ab Wintersemester 2026/2027 angeboten werden soll.
Aurora Sustainability & Climate Change ist ein transdisziplinäres Bildungsprogramm (30 ECTS-Punkte), das Masterstudierenden aller Fachrichtungen offensteht, die derzeit an einer der mit der Aurora Alliance verbundenen Universitäten studieren. Am Ende des Programms werden die Studierenden in der Lage sein:
- das Konzept der Nachhaltigkeit ganzheitlich zu betrachten und die ökologischen oder ökonomischen Interpretationen des Begriffs zu erweitern
- komplexe gesellschaftliche Probleme in verschiedenen Ökosystemen zu verstehen
- kreative Lösungen für Fragen der „Nachhaltigkeit und des Klimawandels” auf transdisziplinäre Weise zu entwickeln und Innovationen in Zusammenarbeit mit anderen, auf internationaler und interkultureller Ebene umzusetzen und zu verbreiten
Nicht nur die Studieninhalte, sondern auch die Rahmenbedingungen sollten nachhaltig sein. Daher setzt die Universität Innsbruck bereits viele Aspekte einer nachhaltigen Lernumgebung um:
Förderungen für psychische Gesundheit von Studierenden: Die Universität setzt die Förderung vielfältiger Unterstützungsangebote zur Förderung der psychischen Gesundheit der Studierenden fort. Neben dem engen Austausch mit der Psychologischen Studierendenberatung Innsbruck werden der „Zuschusstopf für Psychotherapie und klinisch psychologische Behandlungen der ÖH“ sowie die „Nightline – das studentische Zuhörtelefon“ finanziell und bei Bedarf mit Expertise unterstützt. Das vom Land und der Universität Innsbruck geförderte Projekt S-AAL, eine niederschwellige Serviceeinrichtung für Studierende der Universität Innsbruck mit Aufmerksamkeitsstörungen, Autismus, Lernentwicklungsstörungen wird neben Personalkosten von der Universität Innsbruck Raumkosten des Lehr- und Forschungsambulatoriums, Computern etc. unterstützt. Neben der kostenlosen individuellen klinisch-psychologischen Diagnostik können Studierende auch unterschiedliche Interventionsangebote erhalten. Die IGK-Lehrveranstaltung „Gelassen durchs Studium mit dem Achtsamkeitsbasierten Self-Leadership Training“ hilft Studierenden, sich im Studium zielfokussiert und gelassen vorzubereiten und somit die Studienleistung zu verbessern und das Stressniveau in der Prüfungszeit niedrig zu halten. Durch Ausbildung und Coaching von Lehrenden/Mentor:innen und Verwaltungspersonal werden auch Studierende indirekt unterstützt.
Inn2science Students / Inn2science PhD: Um begünstigt behinderte, ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftler:innen zu fördern, schreibt die Universität Innsbruck das Dissertationsförderprogramm „Inn2science PhD“ für Forscher:innen aller Fachdisziplinen, die ein Dissertationsstudium anstreben, aus. Das Programm sieht normalerweise pro Jahr eine Dissertationsstelle, die in Form eines befristeten Arbeitsvertrages angeboten wird, vor und wird seit 2014 regelmäßig ausgeschrieben.
SDG-Filterung im Vorlesungsverzeichnis: Seit der Veröffentlichung des Lehrveranstaltungsverzeichnisses für das Wintersemester 2025/2026 kann nun über die erweiterte Suche nach Lehrveranstaltungen zu bestimmten Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) gefiltert werden. Diese gezielte Suchmöglichkeit nach SDGs wurde von Lehrendenund Studierendenseite gewünscht. Sie basiert auf der Zuordnung der jeweiligen Lehrveranstaltung zu den entsprechenden SDGs. Diese erfolgt seit bereits fünf Jahren in der Lehrdatenverwaltung und wurde seitdem auch im Vorlesungsverzeichnis bei der Lehrveranstaltung ausgewiesen. Mit der erweiterten Suchfunktion soll einerseits die Sichtbarkeit gesteigert, andererseits aber auch der Diskurs über Nachhaltigkeit in all ihren Facetten weiter angestoßen werden.
Handlungsfeld Forschung
Im Bereich der Forschung stellt das PEAK-Portal (Perspectives on Engagement, Accountability and Knowledge) ein herausragendes Beispiel für die Wissenschaftskommunikation und den Wissenstransfer im Bereich Nachhaltigkeit dar. PEAK bündelt wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klima, Biodiversität und nachhaltiger Entwicklung und macht diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Die Initiative trägt dazu bei, Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden und den interdisziplinären Austausch zu fördern.
Nachhaltige Gestaltung von Online-Kommunikationsräumen: Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen, auch eine kommunikativ-gesellschaftliche. Zu viel Desinformation (aber auch das Gefühl, überall gäbe es Desinformation) reduziert unser Vertrauen in Online-Kommunikation. Und in diesen Kommunikationsräumen verständigen wir uns nicht nur über Nachhaltigkeitsthemen, sondern auch die Ausgestaltung der Räume selbst muss nachhaltig erfolgen – also ohne, dass ein einzelner Akteur unser Kommunikationspraxen mit Regeln und Algorithmen zu sehr überprägen kann. Prof. Kettemann leitete 2025 für eine große Meta-Studie die Analyse zur Rolle von KI in der Onlinekommunikation und konnte auf Grundlage von mehr als 1000 Studien empirische Befunde zur Frage herausarbeiten, welche gesetzgeberischen Maßnahmen wirken.
Buch: Robin Mansell, Flavia Durach, Matthias Kettemann, Théophile Lenoir, Rob Procter, Gyan Prakash Tripathi & Emily Tucker, Information Ecosystems and Troubled Democracy: The State of Knowledge on News Media, AI, and Data Governance (Göteborg: Nordicom, 2025), open access: https://www.nordicom.gu.se/en/publications/information-ecosystems-and-troubled-democracy
Bericht: Mansell, R., Durach, F., Kettemann,, M., Lenoir, T., Procter, R., Tripathi, R., and Tucker, E. (2025) Information Ecosystems and Troubled Democracy: A Global Synthesis of the State of Knowledge on New Media, AI and Data Governance. International Observatory on Information and Democracy. Paris, https://observatory.informationdemocracy.org/reports/
INFF-Innsbruck Nature Film Festival: Durch die langjährige Kooperation mit dem Innsbruck Nature Film Festival erfüllt die Universität Innsbruck vorbildlich ihre Aufgabe des Wissenstransfers im Bereich der Nachhaltigkeit, einem zentralen hochschulischen Bildungsauftrag, der für die Gewährleistung einer lebenswerten Zukunft notwendig ist. Durch die Verbindung von Filmkunst und wissenschaftlicher Expertise wird das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in Gesellschaft und
Bildung gestärkt, es werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt und vermittelt sowie die Basis für konkrete nachhaltige Projekte sowie Kooperationen von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft geschaffen.
Veranstaltung „Isst das jemand?“: In Österreich werden jedes Jahr rund eine Million Tonnen Lebensmittel weggeworfen, während gleichzeitig viele Menschen von Ernährungsarmut betroffen sind. Um mehr Bewusstsein zu schaffen und um ins Tun zu kommen, haben die Tafel Österreich und das Ökosoziale Forum im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit die Veranstaltung „Isst das jemand? – Dialog gegen Lebensmittelverschwendung“ an der Universität Innsbruck durchgeführt. Unterstützt wurden sie dabei von der Transferstelle Wissenschaft-Wirtschaft-Gesellschaft und dem Green Office. Zahlreiche Interessierte und Engagierte wurden am 9.11.2025 von der Geschäftsführerin der Tafel Österreich Alexandra Gruber und dem Generalsekretär des Ökosozialen Forums Österreich & Europa Hans Mayrhofer begrüßt. Die Podiumsdiskussion unter der Moderation von Alexandra Gruber bestritten Romed Giner (Obmannstellvertreter der Tiroler Gemüsebauern), David Mölk (Mitglied der Geschäftsführung und Miteigentümer der Firma MPreis), Alois Rainer (Obmann Fachverband Gastronomie, Wirtschaftskammer Österreich) und Matthias Stefan (Professor am Institut für Banken und Finanzen, Universität
Innsbruck). Das große Thema waren die verschiedenen Ursachen von und Lösungswege gegen Lebensmittelverschwendung. Die anschließende Diskussionsmöglichkeit wurde vom Publikum ausgiebig genutzt. Nach der Veranstaltung wurden im Sofaraum bei einer Knödelparty selbstproduzierte Knödel verkostet, die alle aus geretteten Lebensmitteln hergestellt wurden. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde hier, nach dem Fairteiler am Campus Technik, ein weiterer
Fairteiler in Betrieb genommen und zu diesem Anlass feierlich eröffnet.
Im Bereich sozial-kultureller Nachhaltigkeit liefert das Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) als eine interfakultäre Organisationseinheit der Universität Innsbruck fundamentale, kritische Forschung. Die Organisationseinheit unterteilt sich in die Mitarbeiter:innen am Center Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) und die Mitglieder der Forschungsplattform, die in verschiedenen Fakultäten zu verorten sind. Das Center
Interdisziplinäre Geschlechterforschung Innsbruck (CGI) ist zentrale Anlaufstelle für Gender Studies an der Universität Innsbruck. So ist es das Ziel der Forschungsplattform,
- die Frauen*-, Gender-, feministische und Queer Forschung an der Universität Innsbruck durch Vernetzung und inter- und transdisziplinäre Kooperationen zu stärken,
- (inter)nationale Forschungskooperationen zu verstetigen,
- die Frauen*-, Gender-, feministische und Queer Forschung durch Kooperationen mit außeruniversitären Akteur:innen und Institutionen zu stärken
- und Forschungsergebnisse in Öffentlichkeit, Politik, Gesellschaft zu transferieren und so zum Abbau von intersektionalen Ungleichheitsverhältnissen einen Beitrag zu leisten.
Handlungsfeld Gesellschaftsdialog
Die Nachhaltigkeitskommunikation ist ein entscheidender Faktor, um die vorhandenen und geplanten Nachhaltigkeitsbestrebungen sichtbar und damit greifbar zu machen. Die Kommunikation baut mehrdimensional auf zwei großen Aspekten auf. Die formale Nachhaltigkeitsberichterstattung mit dem Nachhaltigkeitsbericht inkl. CO2-Bilanz bildet den Fortschritt ab, parallel ist eine permanente Kommunikation und die Bewusstseinsförderung entscheidend für die nachhaltige strukturelle Verankerung. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2024 veröffentlichte die UIBK erstmals einen umfassenden Überblick über ihre Maßnahmen und Entwicklungen im Bereich der ökologischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen
Nachhaltigkeit. Der Bericht ist auf der Website barrierefrei in den Sprachen Deutsch und Englisch veröffentlicht22. Es wird eine klar strukturierte, dialogorientierte Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit gefördert, dabei werden Studierende, Mitarbeitende und die Gesellschaft einbezogen. Ziel ist es, die Menschen in ihrer Lebens- und Arbeitsrealität zu erreichen und sie für nachhaltiges Denken und Handeln zu sensibilisieren.
Seit September 2025 nutzt die Universität Innsbruck die App planeed im Rahmen eines einjährigen Probebetriebs. Die App kam auch in der diesjährigen Kommunikation zur Woche der Nachhaltigkeit zum Einsatz. Mit dem Einsatz von planeed wird das Ziel verfolgt, Nutzer:innen zu einem nachhaltigeren Verhalten zu inspirieren und zu motivieren. Gleichzeitig dient planeed auch als Plattform, um ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen sichtbar zu machen und deren Wirkung messbar darzustellen. planeed ermöglicht es Nutzer:innen, sich über aktuelle Nachhaltigkeitsthemen zu informieren, sich mit anderen zu vernetzen, Inhalte zu teilen, sogenannte Action Points zu erstellen und über Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu diskutieren.
Das Green Office übernimmt dabei die Kommunikations- und Strategieplanung, sowie kontinuierliche Umsetzung und steht zusammen mit dem BfÖ in einem strategischen Austausch mit den App-Entwicklern.

SDG-Mapping im Planeed Dashboard

Planeed unterstützt auch die Nachhaltigkeitskommunikation in der Woche der Nachhaltigkeit 2024 und 2025
Erfreulich war zu sehen, dass trotz der relativ kurzen Vorlaufzeit die Impact Map intensiv genutzt wurde und rund um die Woche der Nachhaltigkeit viele tolle Aktionen und Moments dokumentiert wurden.
Handlungsfeld Governance & Organisationskultur
Forum für Nachhaltigkeits- und Zukunftsfragen
Nachhaltigkeit braucht strukturelle Verankerung und lebt von einer starken Community sowie der Vernetzung verschiedener Themen und Organisationseinheiten. Eine Form davon ist die breite Beteiligung im Rahmen des Forums für Nachhaltigkeits- und Zukunftsfragen. Das Forum hat als Weiterentwicklung und Neuausrichtung des Nachhaltigkeitsbeirats im Sommersemester 2025 gestartet und hatte während der Woche der Nachhaltigkeit am 13. November 2025 die zweite formale Sitzung. Innerhalb eines Workshopformats und einer Podiumsdiskussion wurden dort die Transformationsrolle von Universitäten im Allgemeinen und der UIBK in ihrem regionalen Kontext im Speziellen mit Universitätsvertreter:innen und politischen Entscheidungsträger:innen, sowie Wissenschaftler:innen diskutiert. Im Zuge des Auftakttreffens des Forums wurde die Gründung der zwei Arbeitsgruppen mit den Themen (Bewusstseins)Bildung und Ressourcenmanagement weiterverfolgt. Durch das Forum wird Interessierten dauerhaft eine Chance gegeben, sich einzubringen und zu vernetzen. Die kontinuierliche Unterstützung der Community-Bildung auf Rektoratsebene und eine entsprechende Wertschätzung der Arbeit der Nachhaltigkeitsdelegierten der Fakultäten und Dienstleistungseinheiten sind für den Erfolg Voraussetzung.
Die Zusammenarbeit mit der österreichischen Netzwerklandschaft und dem universitätsinternen Forum ist auch ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele.
So soll das Forum auch genutzt werden, um Inhalte aus den Arbeitsgruppen der Nachhaltigkeitsnetzwerke über die Multiplikator:innen in die Universität zu streuen, und Themen aus der Universität wieder in die Netzwerke zu bringen.
Green Office
Das Green Office als studentisch geführtes Nachhaltigkeitsbüro ist ein zentraler Baustein in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie der UIBK.
Nicht nur 2025 wurden in Zusammenarbeit wie mit dem ÖH-Referat für Umwelt und Nachhaltigkeit, dem Büro für Öffentlichkeitsarbeit und externen Organisationen und Initiativen zahlreiche spannende Projekte und Initiativen entwickelt und umgesetzt.
Besonders hervorzuheben ist hier wie bereits angemerkt die Woche der Nachhaltigkeit, welche vom 10.11.-14.11.2025 stattgefunden hat. Die jährlich stattfindende Woche der Nachhaltigkeit wird im Wesentlichen vom Green Office organisiert und umgesetzt. Die Woche der Nachhaltigkeit ist eine der sichtbarsten Maßnahmen, um Bewusstseins- und Handlungspotenziale zu kommunizieren. Durch ein vielfältiges Programm aus Vorträgen, Diskussionen, Ausstellungen und Workshops bietet die Woche eine Plattform zum Austausch und zur Vernetzung von Akteur:innen und Initiativen rund um das Thema Nachhaltigkeit. So soll das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln an der Universität gestärkt, erfolgreiche Beispiele präsentiert und den Studierenden die Relevanz des Themas in den jeweiligen Fachgebieten nähergebracht werden.
Einige Highlights der Woche der Nachhaltigkeit:
Green Event Status: Die ganze Woche wurde als Green Event geplant, daher wurden Besucher:innen unter anderem darum gebeten umweltfreundlich Anzureisen, das heißt mit den öffentlichen Verkehrsmittel u verwenden oder, zu Fuß oder mit dem Rad an die Veranstaltungsorte zu kommen. Die Uni-Gastronomie hat während der Woche der Nachhaltigkeit vegetarisches und veganes Essen Angeboten: In der UNI LOUNGE, dem TECH CAFÉ sowie im USI CAFÉ fanden sich eine Vielzahl von schmackhaften, ausschließlich vegetarischen und veganen Gerichten, die auf frischen Zutaten wie Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, und pflanzlichen Proteinen basierten.
Ausstellung Städtebau für soziale Nachhaltigkeit des Green Office Universität Innsbruck: des Green Office Universität Innsbruck: Im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit präsentierte das Green Office im Foyer des Architekturgebäudes eine Ausstellung zu städtebaulichen Projekten, die soziale Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellen. Gezeigt wur en vielfältige Ansätze, wie Wohnbauten Gemeinschaft fördern, Teilhabe ermöglichen und soziale Gerechtigkeit in urbanen Räumen verankern kann. Die Ausstellung lud dazu ein, über die soziale Dimension von Nachhaltigkeit nachzudenken und Inspiration für eine gerechtere Stadt der Zukunft zu gewinnen.
Kunstausstellung RAGE AND RESIST von Christina Burger: von Christina Burger: Im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit wurde die Ausstellung RAGE AND RESIST von Christina Burger im SOFA-Raum eröffnet und war anschließend bis zum 15. Dezember 2025 zu sehen. Ausgehend von ihrem kollaborativen Projekt rest to resist, in dem Ruhe als Akt des Widerstands im urbanen Raum inszeniert wurde, erweitert Burger das Thema nun um das Motiv der Wut (RAGE). Ihre Malereien aus Stein- und Rosenpigmenten sowie die Fotoserie RAGE DANCE thematisieren Klimakatastrophe, Female Rage und Gendergerechtigkeit und rufen zu Empathie auf.
Impulsvortrag und Podiumsdiskussion im Rahmen des Forums für Nachhaltigkeits- und Zukunftsfragen: Das Projekt beschäftigt sich mit der Rolle von Universitäten in regionalen Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit. Diese Veränderungen sind hochkomplexe Prozesse, die lokal stattfinden und damit geografische sowie kulturelle und sozioökonomische Gegebenheiten berücksichtigen müssen. Im Rahmen des Projektes von Verena Radinger-Peer der BoKu University, fand im Rahmen der Woche der Nachhaltigkeit eine spannende Podiumsdiskussion mit Deniz Branke, Klimakoordinatorin für den Österreichischen Alpenverein, Michael Deflorian, Leiter des Amtes klimaneutrale Stadt der Stadt Innsbruck,
Wilhelm Guggenberger, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck , Sophia Neßler, Gemeinderätin und ehemalige ÖH Vorsitzende, Dirk Rupnow, Vizerektor für Personal der Universität Innsbruck, Anna Schramm, 1. Stellvertretende Vorsitzende der ÖH der Universität Innsbruck und Christian Weissbacher, Standortagentur Tirol statt.
Strategien zur sozialen Nachhaltigkeit an der Universität Innsbruck
Inklusion
2025 wurden Maßnahmen zur Disability Awareness mit Wissensnuggets, Infogesprächen und Fortbildungen gezielt ausgebaut. Dadurch wurde die Sichtbarkeit der Angebote erhöht und die Zahl der Bewerber:innen für die Förderprogramme INN2science PhD sowie INN2science students gesteigert. Ebenso wurden sowohl die Anzahl der Bewerbungen als auch die der Anstellungen begünstigter behinderter Personen über das Karriereportal erhöht. Im Jahr 2025 wurde die Wiederauszeichnung „Wir sind inklusiv 2026 - 2028“ beim Sozialministeriumservice beantragt und das Konzept für das neue Förderprogramm INN2service mit Stellenangeboten in der Verwaltung, in der Technik und im Handwerk entwickelt. Durch diese positiven Entwicklungen konnten die Pflichtstellen seit dem 1.1.2023 um 27 % gesteigert und eine inklusive Organisationskultur gefördert werden (Quelle: Personalentwicklung, Inklusionbeauftragte). Auch das Projekt INNklusion (s. Abschnitt nachhaltige Lehre) tragen einen entscheidenden Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit an der Universität bei, dessen Strahlkraft auch internationale Anerkennung findet.
Diversität und Gleichbehandlung
Diversitätsmanagement und Gleichstellungs-Arbeit sind wichtiger Teil einer Strategie zur sozialen Nachhaltigkeit. Denn Anti-Diskriminierung, ein Bewusstsein über Ausschlussmechanismen und die Reflexion und Veränderung von althergebrachten Strukturen sind Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an universitärer Bildung und für den Zugang zu Stellen / Positionen an der Universität. Die Schwerpunkte, die sich die Universität Innsbruck im Diversitätsmanagement gesetzt hat, beziehen sich neben den schon länger institutionalisierten Bereichen Gleichstellung und Inklusion vor allem auf die soziale Dimension bzw. die soziale Herkunft.
Hier Veränderungen einzuleiten, wird über verschiedene Initiativen in Angriff genommen:
Zum einen findet das Thema u.a. in der hochschuldidaktischen Basisqualifizierung und in der Grundausbildung als bewusstseinsbildende Maßnahme Eingang. Zum anderen adressiert auch das Projekt „talentescout-tirol“ und das Projekt Mittelschüler:innen an der Universität Innsbruck (MAUI) die soziale Dimension. Ersteres bietet eine Beratungsleistung für Schüler:innen die Unterstützung auf dem Weg von der Schule ins Studium (v.a. für first generation students) brauchen. Zweiteres lädt Schüler:innen an die Universität ein, damit sie die Institution kennen lernen und von Studierenden Einblick in Studium und Universitätsleben erhalten. Eine weitere Initiative befasst sich mit dem Thema „Exzellenz und Diversität“. Ziel ist es dabei die Zielkonflikte/Widersprüche der beiden im universitären Kontext wichtigen Konzepte offenzulegen und zu adaptieren, damit Ansprüche an Exzellenz diversitätspolitische Maßnahmen nicht untergraben. Eine lange Tradition hat der Bereich Gleichstellung an der Universität, eine zentrale Rolle spielt hier der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG). Der AKG hat Kontrollaufgaben u.a. in Personalverfahren, transparente und genderfaire Rekrutierungsprozesse sind ebenso wesentlich, wie die Schließung des Gender Pay Gap. Gleichstellungsarbeit bezieht sich aber nicht nur auf Personalagenden, sondern z.B. auch auf das Thema sexuelle Belästigung. Sexuelle Belästigung behindert die gleiche Teilhabe an Bildung oder auch die berufliche Entwicklung (in der Regel) von Frauen. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „luis:a at uibk“ entwickelt, mit dem ein niederschwelliges Hilfsangebot bei sexueller Belästigung etabliert werden soll.
Erste Schulungen von Mitarbeiter:innen haben bereits stattgefunden. Das Projekt startet im Sommersemester 2026.
Handlungsfeld Hochschulübergreifende Kooperationen
Die UIBK beteiligt sich mit der Entsendung der Nachhaltigkeitskoordination als Delegierte an der Allianz für nachhaltige Universitäten und der dortigen Mitwirkung in verschiedenen Arbeitsgruppen. Außerdem besteht ein konstruktiver Austausch und Zusammenarbeit im Rahmen dem Tiroler Hochschulkoordinationstreffen Nachhaltigkeit und dem CCCA. Insbesondere durch das Projekt UniNEtZ hat die Universität Innsbruck eine starke Vorbildrolle inne.
Anbei eine kurze Übersicht der verschiedenen Nachhaltigkeitsnetzwerke.

Nachhaltigkeitsnetzwerke im Überblick
Pionierarbeit im UniNEtZ – Vorstellung des Projekts
Der Fokus des Projekts liegt auf strategische Führung und gesellschaftlicher Transformation. Die Universität Innsbruck versteht sich nicht nur als Ort der Wissensgenerierung, sondern als aktive Gestalterin des gesellschaftlichen Wandels. Als Gründungsmitglied und zentrale Säule des Projekts UniNEtZ (Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele) hat die UIBK maßgeblich dazu beigetragen, Österreichs Weg zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 zu ebnen. Unser Handeln orientiert sich an der gemeinsamen Zukunftsvision des Netzwerks: Einer Gesellschaft, die innerhalb der planetaren Grenzen agiert und das Wohlergehen aller Menschen sichert.
öffentlichen Stimmen zu UniNEtZ
Strategische Rolle und Koordination
Die Universität Innsbruck nimmt innerhalb von UniNEtZ eine herausragende Stellung ein:
- Hauptkoordination & Gründungsmitglied: Schon im Jahr 2017 fungierte die UIBK als treibende Kraft und Ideengeberin des Gesamtprojekt. Ab dem Startschuss 2019 im Rahmen der Leistungsvereinbarungen ist die UIBK als Hauptkoordinatorin des Gesamtprojekts eine der Institutionen, die die Ausrichtung maßgeblich mitbestimmt.
- Patenschaften & interdisziplinäre Leitung: Die UIBK hat mehrere Patenschaften für entscheidende Sustainable Development Goals (SDGs) und Schwerpunktbereiche (SPs) übernommen (u. a. SDG 4, 7, 16 und SDG 13 (ausgeführt durch CCCA) und SP I, II, IV und V). Diese Patenschaften bündeln die Expertise von den verschiedenen Institutionen und fördern transformative Lösungsvorschläge als Schlüssel für den gesellschaftlichen Wandel.
- Weltweite Einzigartigkeit: UniNEtZ ist ein global beispielloses Projekt, in dem über 20 Hochschulen und Forschungseinrichtungen kooperativ (statt kompetitiv) wissenschaftlich fundierte Handlungsoptionen für die Politik und Gesellschaft erarbeiten.
Politische Wirkkraft und Sichtbarkeit
Der Erfolg der UIBK-Initiativen spiegelt sich in einer massiven politischen Resonanz wider:
- Präsenz im Freiwilligen Nationalen Bericht (FNU): In der Berichterstattung Österreichs an die Vereinten Nationen wurde das Projekt UniNEtZ 18x namentlich erwähnt. Dies unterstreicht unsere Rolle als führende Kompetenzinstanz für nachhaltige Entwicklung.
- SDGs im Parlament: Das Projekt hat eine enorme politische Hebelwirkung entfaltet. In insgesamt 12 Einladungen ins Parlament konnten wir die SDGs und konkrete Handlungsoptionen den politischen Entscheidungsträger:innen präsentieren (u. a. im Rahmen der SDG-Infotage).
- Interministerielle Vernetzung (IMAG): Durch die regelmäßige Teilnahme und Beratung in Workshops der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMAG) stellt UniNEtZ sicher, dass wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Regierungsarbeit einfließen.
- Mehrere Treffen mit den Nachhaltigkeitskoordinator:innen der Länder: UniNEtZ wurde in den letzten 2 Jahren zu allen Treffen der Nachhaltigkeitskoordinator:innen der Länder in beratender Funktion zum Thema Nachhaltigkeit und Transformation eingeladen. Hiermit stellen wir eine evidenzbasierte Diskussion zur Zukunft Österreichs sicher.
- Kooperation mit Statistik Austria: UniNEtZ hat sich als engagierter Partnerin der Statistik Austria zur Erstellung unterschiedlicher Berichtslegungen im Nachhaltigkeitsbereich erwiesen. U.a. haben wir für Statistik Austria Indikatoren erarbeitet, welche in diversen Berichten aufgenommen wurden.
Von Optionen zur Transformation (Kerninhalte)
Der UniNEtZ-Optionenbericht, an dem die UIBK maßgeblich mitgewirkt hat, bietet über 150 Handlungsoptionen für Österreich.
- Wirkungsbereich Forschung: Wir setzen auf „Mission Driven Research“, die systemische Lösungen für die Klimakrise und soziale Ungleichheit bietet.
- Wirkungsbereich Lehre: Durch die Implementierung transformativer Bildungskonzepte befähigen wir Studierende, als „Change Agents“ die Zukunft mitzugestalten.
- Governance & Betrieb: Die UIBK bekennt sich zur UniNEtZ-Grundsatzerklärung. Wir verpflichten uns zur Selbsttransformation – von der Klimaneutralität im Betrieb bis hin zur Verankerung von Nachhaltigkeit in allen universitären Strukturen.
Fazit und Ausblick: Synergien für die Zukunft
Mit „Responsal Forte“ und dem stetigen Dialog mit der Gesellschaft hat UniNEtZ bewiesen, dass das Projekt weit über den Elfenbeinturm hinauswirkt. Die Universität Innsbruck als Gründungsmitglied und Koordinatorin von UniNEtZ wird weiterhin die wissenschaftliche Basis für die notwendige Transformation liefern.
Für die kommende Phase streben wir eine noch engere strategische Vernetzung an: Ein zentrales Ziel ist der Zusammenschluss von UniNEtZ mit dem CCCA (Climate Change Centre Austria). Durch diese Allianz wollen wir:
- Politisches Gewicht erhöhen: Eine gemeinsame, starke Stimme der Wissenschaft für die Politik sicherstellen.
- Gehör verschaffen: Die Sichtbarkeit wissenschaftlich fundierter Handlungsoptionen auf nationaler und europäischer Ebene maximieren.
- Strukturen effizient nutzen: Bestehende Ressourcen bündeln, Dopplungen vermeiden und die Schlagkraft der österreichischen Nachhaltigkeitsforschung durch effizientere Netzwerke steigern.
Wir sehen Nachhaltigkeit nicht als Zusatzaufgabe, sondern als das fundamentale Prinzip unseres akademischen Wirkens und setzen alles daran, die institutionellen Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale und gerechte Gesellschaft zu optimieren.
Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit der Tiroler Hochschulkonferenz bietet eine österreichweit einzigartige Netzwerklandschaft, da alle Hochschulen, unabhängig von Organisationsform und Größe gemeinsamen zusammenarbeiten.
Durch einen kontinuierlichen und transparenten Erfahrungsaustausch, die gemeinsame Organisation von Nachhaltigkeitsveranstaltungen und Nutzung von Weiterbildungssynergien wurde ein starkes Netzwerk aufgebaut:
„Die Tiroler Hochschulen bekennen sich klar zu einer Entwicklung im Sinne eines starken Nachhaltigkeitsverständnisses und eines ganzheitlichen Zugangs (whole system approach). Dies betrifft die Bereiche Lehre, Forschung, Aus-, Fort- und Weiterbildung, Betrieb sowie Organisation und Gesellschaft. Dabei legen die Tiroler Hochschulen besonderen Wert darauf, sämtliche Dimensionen der Nachhaltigkeit – ökologisch, sozial und ökonomisch – integrativ zu berücksichtigen. Gemeinsam entwickeln sie eine umfassende Strategie, um einen effektiven Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) zu leisten. Durch den regen Austausch in Netzwerken mit relevanten Interessensgruppen setzen die Tiroler Hochschulen auf eine ganzheitliche Herangehensweise und integrieren den Themenkomplex Nachhaltigkeit in ihre Zielvereinbarungen und Entwicklungspläne. Ziel der Tiroler Hochschulen in Bezug auf Nachhaltigkeit ist es, Angehörige der Hochschulen – Mitarbeiter:innen, Studierende und weitere Interessensgruppen zu sensibilisieren, sie zu befähigen und zu ermächtigen, Entscheidungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu treffen und eine lebenswerte Zukunft mitzugestalten.“
Hintergrund & bisherige Entwicklungen Übersicht Ausblick auf Handlungsbedarfe und nächste Schritte









