Digitalisierungsstrategie der Universität Innsbruck
auf Basis des Entwicklungsplans 2022-2027

Als Zentrum von Wissen und Innovation beteiligt sich die Universität Innsbruck aktiv an der Ausgestaltung der digitalen Transformation und sieht es als ihre Aufgabe, einerseits durch Forschung und Wissenstransfer zu Fortschritten im Digitalisierungsprozess beizutragen, andererseits durch eine kritische Reflexion der technischen und sozialen Entwicklung die Bildung einer aufgeklärten digitalen Gesellschaft zu fördern.

Die eigene digitale Transformation ist Voraussetzung für exzellente Forschung und Lehre, für die Positionierung als attraktive Arbeitgeberin und damit für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Universität. Zudem unterstützt sie die Umsetzung von Maßnahmen in den strategischen Entwicklungsbereichen Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Diversität.

Um den Ansprüchen im Umgang mit der Digitalisierung gerecht zu werden und die eigene digitale Transformation erfolgreich voranzutreiben, setzt sich die Universität Innsbruck daher strategische Ziele in ihren Kernbereichen Forschung, Lehre und Verwaltung.

Die Universität Innsbruck wird sowohl die Digitalisierung in der Forschung als auch die Forschung im Bereich der Digitalisierung verstärkt fördern.

Zentrale Aspekte dafür sind die strukturelle Förderung von Forschungsaktivitäten, die Vermittlung von digitalen Kompetenzen sowie der Auf- und Ausbau von digitaler Forschungsinfrastruktur. Ein Schwerpunkt wird insbesondere auf das Forschungsdatenmanagement gelegt. Die Prinzipien von Open Science sowie die Wahrung der digitalen Souveränitätunter besonderer Beachtung von Datenschutz und Datensicherheit sind dabei leitende Grundsätze für die Erreichung der gesetzten Ziele.

Digital Science

Mit den Forschungsschwerpunkten „Digital Science Center (DISC)” und „Scientific Computing” hat die Universität Innsbruck frühzeitig wichtige Strukturen zur disziplinenüber- greifenden Forschung sowie zum Aufbau, zur Bündelung und zur Vermittlung digitaler Methoden und Kompetenzen geschaffen. Folgende Handlungsbereiche stehen zukünftig im Fokus:

  • Gezielte Förderung exzellenter und interdisziplinärer Forschung im Bereich Digital Science und in verwandten Forschungsbereichen
  • Entwicklung von digitalen Plattformen zur Vereinfachung der Zusammenarbeit im Forschungsprozess
  • Organisation und Bündelung von Support- und Serviceleistungen zur Anwendung digitaler Methoden und Werkzeuge
  • Förderung des universitätsinternen und -externen Wissens- und Technologietransfers im Bereich der Digitalisierung

Digitale Forschungsinfrastruktur

Basierend auf Investitionen in die lokale Infrastruktur und der Beteiligung an nationalen und internationalen Kollaborationen hat die Universität Innsbruck in den letzten Jahren ein umfangreiches Angebot an digitaler Infrastruktur und an digitalen Services geschaffen, das strategisch ausgebaut wird:

  • Aufbau und Erweiterung von digitaler Infrastruktur und Services zur Nutzung aktueller Datenanalyse-, Simulations- und Forschungsmethoden
  • Bereitstellung digitaler Prozesse zum Management der Forschungsinfrastruktur

Forschungsdatenmanagement

Das Forschungsdatenmanagement ist ein zentrales Element zum Umgang mit Forschungsdaten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Es fördert die methodische Kompetenz von Forschenden und damit die Datenqualität sowie die inter- nationale Sichtbarkeit der erbrachten Forschungsleistungen, weshalb die Universität Innsbruck einen Schwerpunkt auf diesen Bereich legt:

  • Ausgestaltung des Forschungsdatenmanagements entlang der FAIR-Prinzipien
  • Aufbau von Service- und Unterstützungsleistungen für das Forschungsdatenmanagement
  • Aufbau von Awareness und Know-how für Datenqualität

Der Einsatz von digitalen Medien und eine Kombination aus Elementen des Präsenzunterrichts und virtueller Lehre schaffen innovative Möglichkeiten, Lernprozesse flexibler und inklusiver zu gestalten und die Vereinbarkeit mit einer Vielzahl individueller Lebensentwürfe zu erhöhen.

Die dadurch ermöglichte Anpassung an spezifische Bedürfnisse fördert die Heterogenität und die Entfaltung persönlicher Potentiale von Studierenden und Lehrenden.

Digitale Elemente in der Lehre

Digitale Elemente bieten neue Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Lehr- und Lernangebots. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen für die Zusammenarbeit und Gestaltung des sozialen Raums sowie für die Integration in vorhandene Konzepte der Präsenzlehre. Um die Einbindung digitaler Elemente in die Lehre zu fördern, wird die Universität Innsbruck daher entsprechende Unterstützungsangebote auf- und ausbauen:

  • Entwicklung von Methodenkonzepten zur nachhaltigen Verankerung digitaler Elemente in der Lehre mit einem Schwerpunkt in den Bereichen kooperative Lehr- und Lernformen, Unterstützung des selbstgesteuerten Lernens und Flexibilisierung der Lehre
  • Ausbau der lokalen Infrastrukturen und Lehr- und Lernplattformen
  • Unterstützungsangebote, Support- und Serviceleistungen für den Einsatz von Elementen der digitalen Lehre

Vermittlung von Kompetenzen für eine digitale Gesellschaft

Um bestmöglich auf spätere Karrierewege vorbereitet zu sein, benötigen Studierende in vielen Bereichen umfassende digitale Kompetenzen. Die Vermittlung dieser Fähigkeiten ist daher eines der wesentlichen Ziele der Universität Innsbruck im Bereich der Digitalisierung. Grundlegend dafür ist, dass Lehrenden das nötige Wissen und die entsprechenden Werkzeuge zur Verfügung gestellt werden. Die Universität hat in bestehenden studienübergreifenden Lehrangeboten bereits Schwerpunkte auf die Vermittlung digitaler Kompetenzen gelegt und wird basierend darauf den Kompetenzaufbau bei Studierenden wie Lehrenden weiter forcieren:

  • Auf- und Ausbau von Angeboten zur Vermittlung digitaler Fähigkeiten als Schlüsselkompetenz von Lehrenden und Studierenden
  • Vermittlung eines reflektierten Einsatzes digitaler Methoden

Die Vorteile der digitalen Transformation von Verwaltungsprozessen sind vielfältig: Abläufe werden effizienter und transparenter, Zugänglichkeit und Barrierefreiheit werden erhöht und für Mitarbeiter*innen wird ein zeitgemäßes Arbeitsumfeld geschaffen.

Zudem wird die Umsetzung von Zielen in den Bereichen der Internationalität, Diversität und Nachhaltigkeit unterstützt. Die Universität Innsbruck setzt die dafür notwendigen Schritte durch die Digitalisierung von weiteren Prozessen, den Ausbau von digitalen Service- und Informationsangeboten, der digitalen Gebäude- und Rauminfrastruktur sowie die Vermittlung von digitalen Kompetenzen, um die Akzeptanz zur Nutzung von digitalen Angeboten zu erhöhen. Serviceorientierung und der Nutzer*innenfokus sowie die Gewährleistung entsprechender Standards in den Bereichen Datenschutz und Datensicherheit stehen dabei im Vordergrund.

Digitalisierung der Verwaltungsprozesse

Durch den Aufbau des Verwaltungsinformationssystems (VIS) hat die Universität Innsbruck bereits früh einen großen Teil der Mitarbeiter*innen- und Studierendenverwaltung digitalisiert. Darauf aufbauend wird die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse konsequent weitergeführt, wobei Prinzipien der digitalen Prozessgestaltung wie „digital by default“, „self service“ oder „data only once“ nicht nur als Möglichkeit zur Effizienzsteigerung, sondern als Chance zur kundenorientierten Vereinfachung von Verwaltungsprozessen genutzt werden:

  • Ausbau der digitalen Verwaltung durch Digitalisierung weiterer Verwaltungsprozesse
  • Abteilungsübergreifende Konsolidierung von Verwaltungs- und Serviceprozessen

Digitale Service- und Informationsangebote

Kundenorientierte Online-Services erweitern das bestehende Service-Portfolio und ermöglichen neue Kommunikations- und Kollaborationsformen für einen zielgerichteten internen und externen Informationsaustausch:

  • Systematischer Ausbau von Online-Services
  • Evaluierung und Optimierung von Online-Services im Bereich Kollaboration und Kommunikation zur Verbesserung des universitären Informationsaustauschs

Digitale Gebäude- und Rauminfrastruktur

Durch den Einsatz digitaler Systeme bei der Gestaltung und Bewirtschaftung von Gebäuden werden die Bedürfnisse der Universitätsangehörigen im digitalen Arbeits- und Lernumfeld berücksichtigt, der Gebäudebetrieb optimiert und die Zielerreichung im Bereich der Nachhaltigkeit unterstützt:

  • Gestaltung der Arbeits- und Aufenthaltsbereiche von Mitarbeiter*innen und Studierenden zur erfolgreichen Umsetzung digitaler Arbeitsumgebungen sowie neuer Formen der Arbeit und des Lernens
  • Ausbau des digitalen Gebäudemanagements und intelligenter Gebäudelösungen

Digitale Kompetenzen

Für eine erfolgreiche Gestaltung und Nutzung digitaler Prozesse und Services benötigen Mitarbeiter*innen die entsprechenden digitalen Kompetenzen. Neben technischen Fähigkeiten umfasst dies Kenntnisse in den Bereichen Datenschutz, Informationssicherheit, Prozessgestaltung oder auch Change- und Projektmanagement.

  • Ausbau des Unterstützungsangebots im Bereich der digitalen Verwaltung
  • Schaffung von Awareness und Akzeptanz für die Nutzung digitaler Verwaltungstools
  • Aufbau von Services im Bereich der Gestaltung von Prozessen und Dienstleistungen
Nach oben scrollen