Nachhaltigkeitsbericht 2025

Einleitung

Die Universität Innsbruck versteht Nachhaltigkeit als holistisches Konzept, das verschiedene, ineinander übergreifende Dimensionen umfasst (ökologisch, ökonomisch, sozial, kulturell). Dem liegt der Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung zugrunde, das eigene Handeln so auszurichten, dass eine dauerhafte Befriedigung der Bedürfnisse auch für künftige Generationen möglich ist. Es muss daher mit den vorhandenen Ressourcen gewirtschaftet werden, ohne die Grenzen der ökologischen, ökonomischen und sozialen Tragfähigkeit zu überschreiten. Damit setzt Nachhaltigkeit die Gestaltung sozial und ökonomisch resistenter Systeme voraus. Die Universität Innsbruck verfolgt bei der Implementierung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie einen
ganzheitlichen Ansatz, den sog. „Whole-Institution-Ansatz“1. Dadurch werden die wesentlichen Bereiche, also Handlungsfelder, der Universität in den Blick genommen. Nachhaltigkeit kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern nur durch inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit vorangetrieben werden.

Grafik Whole Institution Approach

Abbildung 1: Handlungsfelder im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes zur Implementierung von Nachhaltigkeit an der Universität Innsbruck

Die Universität Innsbruck legt im Sinne des „Whole-Institution-Ansatzes“ (https://wiki.dg-hochn.de/wiki/HOCH-N:Whole_Institution_Approach) den Fokus auf folgende Handlungsfelder:

  1. Governance und Organisationskultur: Die Verankerung von Nachhaltigkeit ist ein Zusammenspiel von Top-down- und Bottom-up-Prozessen und Initiativen. Sie wird durch die Leitungsebene sowie die Schaffung struktureller Rahmenbedingungen maßgeblich mitgetragen. Dies umfasst unter anderem auch die Förderung einer Kultur der Partizipation und Transparenz.
  2. Bildung: Die inhaltliche Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit in der Lehre und in Fort- und Weiterbildungen ist ein wesentlicher Baustein. Ebenso zentral ist, wie Lernräume gestaltet und Lehrveranstaltungen methodisch-didaktisch umgesetzt werden.
  3. Forschung: Neben Grundlagenforschung sind transdisziplinäre und transformative Forschung von besonderer Bedeutung, um möglichst unmittelbar einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen zu leisten. Ebenso gilt es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu stärken und Forschungsprozesse selbst nachhaltig zu gestalten.
  4. Gesellschaftsdialog: Die Universität fördert den Austausch und die Zusammenarbeit mit der Gesellschaft, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu erarbeiten und ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu schaffen.
  5. Betrieb: Eine nachhaltige Universität nutzt Ressourcen effizient, führt umweltfreundliche Praktiken ein und ist selbst Vorbild für die Förderung von Biodiversität.
  6. Hochschulübergreifende Kooperation: Kooperationen mit anderen Hochschulen und Institutionen sind essentiell, um gemeinsam einen Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu leisten und, um von- und miteinander zu lernen.

Auf die einzelnen Handlungsfelder wird in den nachfolgenden Abschnitten genauer eingegangen. Aus Abbildung 1 geht auch hervor, dass sowohl das Leitbild aus dem Jahr 2017 als auch die Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2020 der Universität Innsbruck zentrale Ausgangspunkte für die Ausarbeitung von strategischen und operativen Zielen sind. Dabei ist entscheidend, dass Nachhaltigkeit nicht nur „top-down“ verordnet, sondern gemeinschaftlich und partizipativ gestaltet wird. Mit diesem zweiten Nachhaltigkeitsbericht möchte die Universität Innsbruck Einblicke in ihre Aktivitäten und zukünftigen Bestrebungen im Bereich Nachhaltigkeit geben.

Der Fokus des Berichts liegt auf einer qualitativen Beschreibung der relevantesten Entwicklungen und weiterer Aspekte, die für die Verankerung von Nachhaltigkeit an der Universität Innsbruck von Bedeutung sind und gliedert sich in folgende drei Bereiche:

  • Hintergrund & bisherige Entwicklungen
  • Handlungsfelder der Universität Innsbruck im Bereich Nachhaltigkeit
  • Ausblick auf Handlungsbedarfe & nächste Schritte

Mit unserem zweiten Nachhaltigkeitsbericht setzen wir an der Universität Innsbruck ein klares Zeichen für Verantwortung, Transparenz und Aufbruch. Seit dem ersten Bericht haben wir viel bewegt – in Lehre, Forschung, Betrieb und im Dialog mit der Gesellschaft. Wir laden Sie ein, mit uns weiterzudenken, mitzudiskutieren und mitzugestalten. Lassen Sie uns gemeinsam die Universität Innsbruck als Ort stärken, an dem Wissen wirkt, Verantwortung gelebt wird und nachhaltige Zukunft Realität wird. Besonderes Augenmerk gilt Projekten, Aktivitäten und Initiativen von Studierenden und Mitarbeiter:innen. Durch ihre Sichtbarmachung würdigt die Universitätsleitung dieses Engagement. Der Bericht beleuchtet sowohl die Entstehung der Nachhaltigkeitsstrategie als auch das studentische Engagement. Letzteres ist besonders wichtig, da Studierende mit ihren Ideen und Perspektiven zentrale Impulse setzen. Die umfassende Verankerung von Nachhaltigkeit und das gelebte Vorbild einer nachhaltigen Kultur stellen die Universität – sowohl als Gesamtinstitution als auch auf Ebene einzelner Akteur:innen – vor vielfältige Herausforderungen. Der Bericht ersetzt keine strukturelle Implementierung und Förderung von Nachhaltigkeit auf allen Ebenen, sondern gilt als Orientierung und Dokumentation von bisherigen Bestrebungen. Nachhaltigkeit ist kein Add-On, sondern muss in jeder Entscheidung mitgedacht werden.


Vorwort Übersicht Hintergrund & bisherige Entwicklungen

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