1873 geboren, schließt mit Adelheid Schneller 1907 die erste Frau ein Doktoratsstudium an der Universität Innsbruck ab und eröffnet so ein bemerkenswertes Kapitel Hochschulgeschichte, denn bis ins ausgehende 19. Jahrhundert war der universitäre Zugang für Frauen mehr als erschwert.
Am 21. November 1902 widmen die Innsbrucker Nachrichten Schnellers Studienbeginn eine eigene Meldung:
„Die erste ordentliche Hörerin an unserer Universität, Fräulein Adelheid Schneller, hat mit 15. d. M. ihre philosophischen Studien – zunächst aus Geographie und Geschichte – aufgenommen. Auch einige außerordentliche Hörerinnen sind an der philosophischen Fakultät wieder vertreten.“
Adelheid Schnellers Doktorarbeit „Der Brüssler Friede von 1516“ erscheint im Jahre 1910 im Berliner Ebering-Verlag und umfasst 91 Seiten, in den darauffolgenden Jahren betätigt sich die Historikerin in unterschiedlichster schriftstellerischer Form – von Lyrik bis hin zu geschichtlichen Beiträgen. So finden sich im Bestand der ULB Tirol neben ihrer Abschlussarbeit unter anderem auch vier italienischsprachige Werke.
Ihr Wirken hinterlässt auch noch 70 Jahre nach ihrem Tod entsprechende Spuren – unter anderem auch 2019, wo zum 350sten Jubiläum der Universität Innsbruck an Schneller im Beitrag „Prägende Wissenschaft“ erinnert wird.
„Was thut man nicht alles, des wichtigsten materiellen Gutes, der Gesundheit halber.“ (aus: „Vampire“, Novelle von Heinrich v. Schullern, Salzburg, 1899, Verlag des „Alpenheim“)
1890 promoviert Heinrich von Schullern an der Universität Innsbruck. 1865 geboren, zieht es ihn danach als Arzt weiter nach Salzburg und Wien, wo er bis 1919 in militärischen Diensten tätig ist.
Schriftstellerisch aktiv wird er mit Ende des 19. Jahrhunderts – neben der Mitarbeit in Zeitschriften-Redaktionen erscheinen seine ersten literarischen Werke, bis nach dem Zweiten Weltkrieg schreibt er Romane, Schauspiele und Gedichte. Seine Zeit beim Militär verarbeitet er im Buch „Erinnerungen eines Feldarztes aus dem Weltkrieg“ aus dem Jahre 1934, zwei Jahre später erhält er den „Goldenen Ring der Stadt Innsbruck“.
Neben mehreren Büchern steuert er über Jahrzehnte zahlreiche Beiträge in Zeitschriften und Zeitungen bei, 1951 ist er Mitbegründer des Innsbrucker „Turmbunds“.
Quellen:
• „Digitalisierung von Dissertationen der ersten Absolventinnen der Universität Innsbruck“ von Dr.in Silvia Gstrein in „Die Bibliothek in der Zukunft : regional - global ; Lesen, Studieren und Forschen im Wandel ; Festschrift für Hofrat Dr. Martin Wieser anlässlich seiner Versetzung in den Ruhestand“; Klaus Niedermair (Hrsg.), Innsbruck Univ. Press; 2015
• Forschungsinstitut Brenner-Archiv
Adelheid (Adelina) Schneller (1873-1955)
Heinrich von Schullern (1865-1955)
