Neben Optimierungen wie Medienerschließung mit KI-Unterstützung, hat die Technologie Auswirkungen auf das Rechercheverhalten. Diesem Umstand trägt die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol Rechnung und hat sämtliche Berührungspunkte mit Künstlicher Intelligenz in ihre Kurse zur Vermittlung von Recherchetechniken und -strategien sowie Informationskompetenz aufgenommen. Zudem wurde ein eigener Workshop „Literaturrecherche und Künstliche Intelligenz“ zum Thema entwickelt. Die Kurse können von allen Zielgruppen der ULB Tirol gebucht werden.
Im Zuge unserer Rubrik „Seitenweise Tirol“ stellen wir zugleich auch thematisch passend eine aktuelle Neuerscheinung zum Thema „Künstliche Intelligenz“ vor:
„Applying Artificial Intelligence: Possibilities, Processes and Phenomena (2026)“
„Applying Artificial Intelligence: Possibilities, Processes and Phenomena (2026)“, herausgegeben von Katharina Walter und Marco Agnetta am Institut für Translationswissenschaft der Universität Innsbruck, beleuchtet die Chancen und Herausforderungen beim Übersetzen mit KI-basierten Tools.
Diese haben die Sprachindustrie in den letzten Jahren rasant verändert. Der Routledge-Band ist als eine von drei Publikationen aus einer Tagung zu "Kreativität und Translation im Zeitalter der künstlichen Intelligenz" hervorgegangen, die im Jänner 2024 an der Universität Innsbruck veranstaltet wurde.
Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt: Ersterer betrachtet die Auswirkungen von KI-Tools auf die Kreativität beim literarischen und audiovisuellen Übersetzen, der zweite Abschnitt behandelt den Einsatz von KI bei der Übertragung von Sach- und Fachtexten. Im dritten Abschnitt werden die Möglichkeiten und Grenzen der KI in der barrierefreien Kommunikation und im Journalismus analysiert und die sich wandelnden Berufsprofile in der Sprachindustrie kritisch beleuchtet. Die Kapitel dieses Bandes zeigen eindeutig: Nachhaltige Formen der Interaktion zwischen Mensch und Maschine müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Die Diskussion über KI, Übersetzen und Dolmetschen geht noch weiter. Eine Folgetagung mit dem Titel "Humanzentrierte KI im Übersetzen und Dolmetschen: Konzepte, Arbeitsabläufe und Kompetenzentwicklung" ist für September 2026 geplant.
Zur Herausgeberschaft des Buches:
Ass.-Prof. Marco Agnetta befasst sich u. a. mit audiovisueller und literarischer Übersetzung sowie barrierefreier Kommunikation und ist nicht nur Translationswissenschafter, sondern auch Musikologe und Musiker. Katharina Walter ist Senior Lecturer am Institut für Translationswissenschaft. Sie beschäftigt sich derzeit v. a. mit den Auswirkungen von KI auf die Prozesse und Ergebnisse des literarischen Übersetzens und mit übersetzerischer Kreativität.
Weitere gemeinsame Publikationen der beiden sind trans-kom 18 (1): Künstliche Intelligenz in der Sprachmittlung und im Fremdsprachenerwerb Ausbildung und Arbeitsmarkt im Wandel (https://www.trans-kom.eu/) und Yearbook of Translational Hermeneutics 5 (1): Human-Centred AI in the Translation Industry. Questions on Ethics, Creativity and Sustainability (https://yth.publia.org/yth).
