Institutskolloquium

Das Institut veranstaltet in unregelmäßigen Abständen Vorträge zum fachlichen Gedankenaustausch.

Termine 2017/2018

 

Datum
Zeit
Ort
Veranstaltung / Inhalt
11.12.2017 17.15  52U109 (Geiwi UG) Dr. Manuela Gander (Einladende/r: Univ.-Prof. A. Buchheim):
TBA  
14.12.2017 17.15
 HS 3 (Innrain 52d)

Dr. Severin Hornung (Einladende/r: Univ.-Prof. J. Glaser):
Individuelle Aushandlungen in der Arbeit: Ergebnisse eines Forschungsprogramms (öffentlicher Vortrag zur Habilitation)

Das Konstrukt der individuellen Aushandlungen (auch: „idiosyncratic deals“ oder„i-deals“) beschreibt von Standards abweichende Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, ausgehandelt zwischen einzelnen Mitarbeitern und Vertretern des Arbeitsgebers, wie Vorgesetzte oder Personalmanager. Die Inhalte derartiger Aushandlungen umfassen persönliche Flexibilität bei Arbeitszeiten, Unterstützung der beruflichen Entwicklung oder Arbeitsaufgaben, die auf individuelle Kompetenzen und Bedürfnisse zugeschnitten sind. Im Unterschied zu illegitimer Bevorzugung sind individuelle Aushandlungen definiert als Idealtypus einer allseitig vorteilhaften Vereinbarung, d.h., sie basieren auf prozeduraler Gerechtigkeit und der Abstimmung mitarbeiterseitiger und organisationaler Interessen. Diese und weitere theoretische Vorannahmen werden skizziert, gefolgt von einer Übersicht eigener empirischer Studien zu individuellen Aushandlungen in verschiedenen Arbeitskontexten. Studienergebnisse werden zusammenfassend dargestellt und in ein konzeptuelles Metamodell integriert, das organisationale, interpersonelle und individuumsbezogene Einflussfaktoren sowie organisational und mitarbeiterseitig erstrebenswerte Auswirkungen und vermittelnde Prozesse abbildet. Neben Implikationen und Limitierungen der Forschung werden Rahmenbedingungen und Grenzen der Anwendbarkeit individueller Aushandlungen sowie Spannungsfelder mit kollektiven Mitarbeiterinteressen angesprochen.

Severin Hornung ist Research Fellow am H. John Heinz III College of Information Systems and Public Policy der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Seine Promotion erhielt er 2005 mit summa cum laude von der Technischen Universität München für Forschung zum psychologischen Vertrag. Neben Gastaufenthalten an der Carnegie Mellon University und der University of Sheffield, zählen zu seinen beruflichen Stationen die Universität München, die Hong Kong Polytechnic University und die Universität Innsbruck. Das präsentierte Forschungsprogramm zu individuellen Aushandlungen in der Arbeit ist Kernbestandteil seiner Habilitation im Fach Psychologie an der Universität Innsbruck.

15.12.2017  12.00  SOWI Dekanatsitzungssaal  Prof. Denise Rousseau, Carnegie Mellon University (Einladende/r: Univ.-Prof. J. Glaser gemeinsam mit Forschungsplattform Organizations & Society):
Evidence-based Management
15.01.2018 17.15  60819 Dr. Katja Schlegel (Einladende/r: Dr. U. Beermann):
Messung und Training emotionaler Kompetenzen  
22.01.2018 17.15 52U109 (Geiwi UG) Markus Hörwick & Prof. Dr. Dieter Frey (LMU München) (Einladende/r: Univ.-Prof. T. Greitemeyer):
Erfolgsfaktoren im Fußball: Was man vom FC Bayern München lernen kann
 12.03.2018 17.15   Prof. Dr. Jan Dettmers (Einladende/r: Univ.-Prof. J. Glaser ):
Erweiterte Verfügbarkeit für die Arbeit durch neue IuK-Technologien - gesundheitliche Folgen und Handlungsmöglichkeiten
 23.04.2018 17.15   Prof. Dr. Herta Richter (Einladende/r: Univ.-Prof. E. Bänninger-Huber):
Geschlechtsdysphorie und Geschlechtsinkongruenz
 25.06.2018 17.15   Prof. Dr. Ariel Knafo (TBC):
Werteentwicklung im Kindesalter

 

Vergangene Gastvorträge

 

Datum
Zeit
Ort
Veranstaltung / Inhalt
       
23.10.2017
17.15
4U102b (GEIWI UG) Dr. Carsten Ostendorp (Einladende/r: Univ.-Prof. W. Weber):
Was ein Einzelner bewirken kann. Eine Reise durch die Arbeitswelt eines Arbeitspsychologen im Bereich von Kliniken
19.10.2017 11.30 60405 (Besprechungszimmer Psychologie 4. St.) Dr. Heidi Frolund Pedersen (Einladende/r: Assoz.-Prof. T. Schnell):
Meaning in life and health in a highly secular society: The case of patients with functional somatic syndromes
03.07.2017 17.150 HS 6, Innrain 52

Dr. Caspar Goeke, Labvanced :

Introducing a Revolutionary Online Open Research Platform

Online-based research has recently gained increasing attention from various fields of research. Technological advances in the form of online crowdsourcing (Amazon Mechanical Turk), open data repositories (Open Science Framework), and online analysis (Ipython notebook) offer rich possibilities to improve, validate, and speed up research. However, until today there is no cross-platform integration of these subsystems. Furthermore, implementation of online studies still suffers from the complex implementation (server infrastructure, database programming, security considerations etc.). In my talk, I will present a new online research platform (www.labvanced.com) that enables researchers to conduct any kind of professional behavioral research in the browser without the need to program a single line of code! In particular, the framework offers the possibility to manipulate and combine the experimental stimuli via a graphical editor, directly in the browser. Moreover, it includes an event system that can be used to handle complex user interactions, interactively change stimuli properties or store participants’ responses. Besides traditional recordings such as reaction time, mouse and keyboard events, the tool offers webcam based eye and face-tracking and voice recordings. Strongly supporting the idea of open science, we designed the framework such that studies can be used interchangeably between researchers. In particular, the platform not only provides an open data repository, but also offers the possibility to share and reuse he experimental designs of fellow researchers. Sharing and integrating the experimental designs will thereby lead to a much faster and more efficient implementation, but importantly also to increased transparency and validity of the paradigms. It is even possible to create studies collaboratively in a team and manage data access between many researchers in large consortiums. On top of these features the framework also takes care about the participant recruitment, with built-in crowdsourcing capabilities via Amazon Mechanical Turk and other platforms. Thereby, thousands of participants can be recruited within a much short time and so much cheaper conditions compared to lab-based recordings. Finally, the recorded data can be visualized and cleaned online, and then exported into the desired formats (csv, xls, sav) for statistical analysis. Altogether, the introduced platform constitutes a wide range of advantages for online research and a methodological innovation by which research can be conducted faster, cheaper, more professional, and more transparent than ever before.
26.06.2017 14.00 SR 50109/3 Innrain 52e (Verbindungstrakt Geiwi / Bruno‐Sander‐Haus), 1.Stock. Zugang über Geiwi‐Turm

Prof. Dr. Heiner Keupp (Sozialpsychologe und emeritierter Professor der Ludwig-Maximilians-Universität München):

Grenzüberschreitende Normalitäten – Ein sozialpsychologischer Blick auf Missbrauch und Misshandlungen in katholischen Eliteinternaten

Es hat bis ins Jahr 2010 gedauert bis im deutschsprachigen Raum eine öffentliche Debatte über sexuellen Missbrauch sowie körperliche und psychische Misshandlungen in pädagogischen Institutionen stattfinden konnte. Erst jetzt haben ehemalige Schüler den Mut gefunden, öffentlich über ihre Leidenserfahrungen und ihre nachhaltigen biografischen Spuren zu sprechen. Inzwischen sind die ersten größeren Studien zu einzelnen Institutionen vorgelegt worden und sie ermöglichen erste Einblicke in das Dunkelfeld von Grenzüberschreitungen, in die institutionellen Gründe ihres Verschweigens und die posttraumatischen Folgen bis weit ins Erwachsenenlebens hinein.

Dieser Vortrag basiert auf Studien zu den Internaten der Benediktinerklöster Ettal (Bayern) und Kremsmünster (Oberösterreich), die sich als Beitrag der Forschung zur Aufarbeitung verstehen.

15.05.2017 17.15 4U102b (Geiwi UG)

PD Dr. Matthias Weigl, AG Angewandte Medizin und Psychologie in der Arbeit, Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München:

Gesunde Ärzte im Krankenhaus: Arbeitspsychologie und Organisationsgestaltung im System Krankenhaus

Der ärztliche Beruf ist ein Risikoberuf. Nach aktuellen Befunden geht die ärztliche Arbeit mit einem erhöhten Risiko für psychische Krankheiten – insbesondere Depression und Burnout - einher. Das gilt wohl insbesondere für junge Ärztinnen und Ärzte und diejenigen, die in der medizinischen Akutversorgung arbeiten. Das hat Konsequenzen für die Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung. Zudem unterstreichen Studien, dass die Qualität der Arbeitsumgebung im Krankenhaus für dieses Risiko an psychischen Krankheiten des Personals entscheidend mit beiträgt und auch einen Zusammenhang zu Defiziten in der Versorgung hat. Der Vortrag argumentiert, dass Burnout und Depression von Ärzten und Pflegekräften ein systemisches Problem defizitärer Arbeits- und Organisationsbedingungen des Arbeits- und Versorgungssystems im Krankenhaus darstellt. Neben einer Vorstellung des aktuellen Forschungsstands werden Beispiele von Maßnahmen und Interventionen diskutiert. Auch im Hinblick, wie arbeits- und organisationspsychologische Konzepte hier einen effektiven Beitrag leisten können, die Arbeits- und Gesundheitssituation des Gesundheitspersonals zu fördern und eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten.

16.01.2017 17.15 4U102b (Geiwi UG)

Dr. Armin Pircher Verdorfer, TU München: Ethikorientierte Mitarbeiterführung

Seit einigen Jahren zeichnet sich in der Führungsforschung eine verstärkte Hinwendung zu ethikbezogenen Fragestellungen ab. Verschiedene Führungskonzepte wurden entwickelt (bzw. neu entdeckt), um die ethische Dimension von Führungsverhalten abbilden und besser verstehen zu können. In meinem Beitrag möchte ich kurz aktuelle Trends der einschlägigen Forschung vorstellen, um dann auf ausgewählte Ergebnisse der eigenen Forschung zu Bedingungen, Inhalten und Wirkungen ethikorientierter Mitarbeiterführung einzugehen. Unter anderem werden dabei Fragen der folgenden Art im Mittelpunkt stehen:

  • Welche Verhaltensweisen zeigen „ethische“ Führungskräfte?
  • Wie wirkt ethische Führung und welche Rolle spielen dabei die Geführten?
  • Welche Rolle spielen moralische Werte und „Gefühle“ im Führungsprozess?
  • „Zahlt“ sich ethische Mitarbeiterführung aus?
21.11.2016 18.00 SOWI HS 1

Prof. Dr. Alice Eagly, Northwestern University: Women as Leaders: Do They Make a Difference?

As women gain more powerful leader roles, researchers are inquiring how and why their presence may affect group and organizational outcomes. The most consequential sex differences in leaders’ styles pertain to women’s typically more participative and relational behaviors and their more compassionate, other-oriented, and egalitarian attitudes and values. When women leaders display these attributes, groups and organizations may be more effective under some conditions and gravitate toward new goals.

14.11.2016 17.15 UNO Saal (University of New Orleans)

Prof. Dr. Bärbel Bergmann, TU Dresden: Arbeit und Person

In Zeiten beschleunigter Veränderungen in der Arbeitswelt kann die institutionelle Bildung nicht mehr das für den Arbeitsprozess erforderliche Wissen bereitstellen. Das arbeitsplatzspezifische Wissen wird im Arbeitsprozess erworben. Arbeiten und Lernen finden gleichzeitig statt. Als Motor für die Entwicklung von Motivation zum selbständigen Lernen sowie für die Entwicklung von Wissen, Handlungskompetenz und Gesundheit fungieren entsprechend arbeitspsychologischer Erkenntnisse die Beschaffenheit von Arbeitsaufgaben. Die Forschungsstrategie aus Projekten, die sich dem Umgang mit Veränderungen in der Arbeitswelt widmen, wird vorgestellt: Theoriegeleitete Feldstudien zur Bestandsaufnahme nach korrelativem Design und ex post facto Studien, deren Kontrolle durch vier Strategien (theoriegeleitete Kontrastierung von Gruppen, Kontrolle personeller Variable, Replikationsstudien, Längsschnittstudien) aufgewertet wurde. Die Befunde belegen die große Bedeutung der Tätigkeitsgestaltung. In Zeitarbeit, Teilzeit oder geringfügig beschäftigte Erwerbstätige bearbeiten wenig lernhaltige Arbeitsaufgaben. Ihre Ausprägungen bei Indikatoren für Kompetenz befinden sich deutlich unter dem Niveau der in traditioneller Vollzeitarbeit beschäftigten Erwerbstätigen. Sie haben ein mehrfach höheres Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen. Alterstrends von Indikatoren für Kompetenz sind ebenfalls abhängig von den Arbeitsinhalten. Erwerbstätige mit qualifikationsgerechten Arbeitsplätzen zeigen keine negativen Alterstrends. Bei Erwerbstätigen mit geringer Qualifikation und wenig lernhaltigen Arbeitsaufgaben existieren hingegen negative Alterstrends. Schlussfolgerungen für die Unterstützung der Kompetenzentwicklung Erwerbstätiger im Arbeitsprozess werden diskutiert.

31.10.2016  17.15  

Dr. Andrea Samson, Universität Genf: Emotionsregulation bei Personen mit Autismus Spektrum Störungen

Die Autismus Spektrum Störung (ASS) ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, bei der zwei Symptombereiche betroffen sind: Defizite in der sozialen Interaktion und Kommunikation und restriktive und repetitive Verhaltensweisen, einschliesslich sensorischer Sensibilitäten. Problematische Verhaltensweisen wie Irritierbarkeit, Wutausbrüche, selbst-verletzendes Verhalten, etc. werden oft berichtet, aber nicht zu den Kerndefiziten gezählt. Wir nehmen an, dass Schwierigkeiten mit der Regulation von Emotionen zu einer Reihe von problematischen Verhaltensweisen führen, was wir in einer Reihe von Studien systematisch und mit verschiedenen Methoden untersucht haben. In diesem Vortrag werden diese Studien vorgestellt, z.B. das Profil von adaptiven und maladaptiven Emotionsregulationsstrategien bei Personen mit ASS, wie dies problematische Verhaltensweisen beeinflusst oder mit den Kerndefiziten zusammenhängt, wie neuronale und psychophysiologische Korrelate aussehen, und inwiefern man adaptive Emotionsregulationsstrategien bei Personen mit ASS fördern kann. Diese Studien werden im Hinblick auf Emotionsregulationstrainings für Personen mit ASS diskutiert.

30.05.2016 17.15-18.30  

Kolloquium–Referent: Dr. Bruno Gingras (Universität Innsbruck)

After having completed a MSc in molecular biology, Bruno Gingras turned to music theory, graduating with a PhD from McGill University in 2008. Following a first postdoctoral fellowship at the Department of Computing at Goldsmiths (London, UK), Bruno was a postdoctoral fellow at the Department of Cognitive Biology of the University of Vienna from 2011 to 2014. His research interests include biomusicology, individuality and expressivity in music performance, as well as music-induced emotions.

Titel: Acoustical and psychophysiological correlates of music-induced affective states

Music-induced emotions are conveyed by a variety of acoustical cues and are associated with measurable psychophysiological changes. I will present four empirical studies which examine the acoustical and psychophysiological correlates of music-induced affective states. First, the effects of trance-inducing music, and specifically the influence of exposure to repetitive drumming on cortisol levels, will be discussed (Gingras, Pohler, & Fitch, PLoS ONE, 2014). I will then present three related studies, all using the same set of 80 short excerpts of Romantic music, which link music-induced pupillary responses to their acoustical determinants. In a first experiment, we found that two acoustical parameters, spectral flux and spectral entropy, accounted for a large proportion of the variance in subjective music-induced arousal ratings reported by participants (Gingras, Marin, & Fitch, QJEP, 2013). A subsequent study investigated pupillary responses to music, showing that larger pupil dilations were associated with higher arousal ratings as well as with a greater self-reported role of music in life (Gingras, Marin, Puig-Waldmüller, & Fitch, Frontiers in Human Neuroscience, 2015). In a third study, we observed that the magnitude of the pupillary dilation in response to an excerpt could be predicted by its spectral entropy, as well as by its MP3 file compression rate, a reliable predictor of subjective arousal. Altogether, these findings motivate further research on the link between autonomic responses to music and affective and cognitive processes.

14.03.2016 17.15-18.30   Kolloquium–Referent: Dr. S. Hornung (LMU München & Universität Innsbruck): Flexibilisierung von Arbeit durch individuelle Aushandlungen: Ergebnisse eines Forschungsprogramms der Angewandten Psychologie
25.01.2016 17.15-18.30 HS 3 Kolloquium–Referent: Prof. H. Kächele (Universität Ulm): Vom Makro zum Mikroprozess - Ein Musterfall einer psychoanalytischen Behandlung
 30.11.2015  17.15-18.30 HS E  Kolloquium–Referent: Prof. D. Dörner (Universität Bamberg): Die roten Hosen: Über konfirmatorisches Denken in komplexen Systemen
19.10.2015
17.15-18.30 Aula
Kolloquium–Referent: Dr. G. Medicus (Universität Innsbruck): Interdisziplinarität für die Humanwissenschaften: Ein Beitrag aus der Perspektive der Humanethologie