Live vom Forschungsschiff Sonne

Von 4.10. bis 2.11. findet im Bereich des Japanischen Grabens und des Nankai Trogs eine internationale Forschungsausfahrt mit Innsbrucker Beteiligung statt. Vier Studierende haben die Möglichkeit die Geologen Michael Strasser und Jasper Moernaut zu begleiten. In den nächsten Wochen berichten die Studierenden hier über die Forschung und das Leben an Bord des deutschen Forschungsschiffes.
Das Innsbrucker Team am Forschungsschiff Sonne
Bild: Das Innsbrucker Team am Forschungsschiff Sonne (Credit: Molenaar Ariana)

2011 wurde Japan von einem schweren Erdbeben der Magnitude 9 erschüttert, das unter dem Namen Tohoku Erdbeben bekannt wurde. Der dadurch ausgelöste Tsunami verwüstete große Teile der Küste und verursachte dabei enorme Schäden. Japan liegt am südöstlichen Ende der Eurasischen Platte, die sich dort über die angrenzenden Platten schiebt und zwei der weltweit aktivsten Subduktionszonen bildet – den Japanische Graben im Nordosten und den Nankai Trog im Südwesten. Aufgrund der Nähe zu diesen Plattengrenzen sind Erdbeben in Japan keine Seltenheit. Aus diesem Grund beschäftigten sich schon viele Forschungsfahrten mit den dort abgelagerten Sedimenten, um Hinweise auf seismische Aktivität zu finden. Trotz stetiger Fortschritte bleiben viele wichtige Fragen zu Erdbeben- und Tsunamirisiken unbeantwortet.

Von 4. Oktober bis 2. November werden wir ein interdisziplinäres Team an Bord des deutschen Forschungsschiffs FS Sonne begleiten. Ziel ist es die Ursachen und Folgen von Erdbeben und Tsunamis zu erforschen Zusammen mit 29 Expeditionsmitgliedern aus 11 Ländern, unter anderen Univ. Prof. Michael Strasser und Dr. Jasper Moernaut vom Institut für Geologie der Uni Innsbruck, werden wir in Richtung des Japanischen Grabens aufbrechen, um geologische Spuren des Tohoku Erdbebens von 2011 zu suchen. Dazu werden wir Meeresboden vermessen und Sedimentproben untersuchen. Die zweite Hälfte der Expedition wird sich mit dem Nankai Trog beschäftigen, wo wir mithilfe eines Tauchroboters mehrere Messinstrumente bergen wollen, die während einer früheren Expedition installiert wurden und in der Zwischenzeit hoffentlich interessante Daten aufzeichneten.

Wir Innsbrucker Studierende werden während der Expedition einmal pro Woche über die Forschung und unser Leben am Schiff bloggen. Momentan liegen wir in Yokohama vor Anker und bereiten uns auf die Abfahrt vor. Nach monatelanger Vorbereitung soll es in wenigen Stunden endlich losgehen. Es ist für uns alle das erste Mal auf einem Forschungsschiff. Die Anspannung wird noch dadurch verstärkt, dass laut Wetterbericht ein Taifun namens Chaba direkt über unser Forschungsgebiet ziehen soll. Wie seefest wir sind, wird sich also bald zeigen. Wir freuen uns aber dennoch wie kleine Kinder auf das anstehende Abenteuer und hoffen natürlich auch auf interessante Daten, die uns dabei helfen Erdbeben und Tsunamis besser verstehen zu lernen. Eine/r von uns Vier wird Sie hier wöchentlich auf dem Laufenden halten.

Sayonara!

(Jana Molenaar, Dominik Jaeger, Tobias Schwestermann und Paul Töchterle)

 


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